Die Spielpositionen am Anfang des 20. Jahrhunderts

Die Spielpositionen am Anfang des 20. Jahrhunderts

In den ersten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Fußballspiel von einer von den Massen argwöhnisch beobachteten zu einer die Massen begeisternden Sportart. Obgleich sie noch einige Jahre ein reiner Amateursport blieb, wollte man dennoch mit anderen Ländern wettbewerbsfähig werden. Welche Vorbereitung es dazu bedarf und welcher Spieler besser als Torwart oder als Außenläufer geeignet ist, das beschrieben auch schon Richard Girulatis und Johannes Scharfe in ihren theoretischen Werken zum Fußballspiel. Was verlangte man von Spielern um die Jahrhundertwende oder in den 1920er Jahren? Wie sah ein Training in dieser Zeit aus? Was wurde eingeübt? Auf was wurde geachtet?

Nach Girulatis und Scharfe sollten alle Fußballspieler einmal wöchentlich einen Kilometer im mittleren Tempo laufen, 50 m über hohe Hürden springen und die Ballbehandlung mit den Füßen und dem restlichen Körper, Sprinten, Atmenholen, Kombinationsspiel, Entschlusskraft und die Schulung des Auges regelmäßig üben. Dazu kam ein gesunder Lebensstil mit möglichst wenigen Genussmitteln. Neben der eine taktisch sinnvollen Aufstellung, die sich am Können der eigenen Spieler und der Spielweise des Gegners orientiert und neben einem gesunden Lebensstil sind auch die Wetteraussichten, die Bodenbeschaffenheit, die Windverhältnisse und der Sonnenstand zu berücksichtigen.1)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 9, 55-60,64-65. Ebenso vgl. Scharfe, Johannes: Fußball ohne Aufnehmen des Balles. Leipzig 1921. S. 23-24, 42. Girulatis bemängelte gleichzeitig die fehlende Erholung für die Spieler, da sich keine Mannschaft an die Pause in den Sommermonaten halte. Das galt insbesondere für jene Mannschaften, die an den Spielen zur Deutschen Meisterschaft teilnehmen.

„Ein jeder erfahrene Fußballspieler weiß, daß er niemals sein volles Können entfalten kann, wen er gezwungen ist, 9-10 Monate im Jahre Fußball zu spielen. Er muß unbedingt erschlaffen, wenn ihm nicht während des Sommers vollständige Fußballruhe gewährt wird.“2)Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 95.

Sein Vorschlag: Die Meisterschaftsspiele sollten schon nach sieben Monaten abgeschlossen sein und sich der Fußballer folgreich fünf Monate Ruhe zum Regenerieren gönnen.3)Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 94.
Der Vorschlag wurde nicht angenommen und ich habe bislang nicht einmal eine Diskussion über die Sommerpause in den zeitgenössischen Medien wahrgenommen.

 

Die zeitgenössische taktische Aufstellung war ein 2-3-5-System, bestehend aus zwei Markmännern (Innenverteidigern entsprechend, Backs im Englischen), drei Deckmännern oder Läufern (Mittelfeldspielern, Half-Backs im Englischen) und fünf Stürmern (Forwards im Englischen). Die Markmänner erhielten bei Einführung der Rückennummern die 2 und 3, die Läufer die Rückennummern 4-6 und die Stürmer die Rückennummern 7-11.
Der Torhüter, auch Malwart genannt, trug die 1.4)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 10. Ebenso vgl. Lechner, Ludwig: Schule und Jugendspiele. Teil 1: Leitfaden für Freunde des Jugendspieles und Spielleiter insbesondere. Wien 2^1897. S. 38.

Wie sollten die Spieler der verschiedenen Positionen gebaut sein? Welche Fähigkeiten sollten sie haben und welches technische Können durch das Training erlangen? Darauf gehe ich nun näher ein. Kurzer Spoiler: In den letzten hundert Jahren hat sich wenig verändert. (Ich gebe folgend häufig die zeitgenössische Ausdrucksweise wieder.)

 

Der Torhüter5)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 16-26; Scharfe, Johannes: Fußball ohne Aufnehmen des Balles. Leipzig 1921. S. 13-14; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 122; Rennie, H. G.: The art of good goalkeeping. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 5-6.

Seine Position: Im Strafraum und Tor

Sein Aussehen: Er sollte größer als 1,70 m6)Paul Brown zitiert eine Quelle, in der die ideale Größe eines Torhüters 5’6“, also 167,64 cm, sei, vgl. Brown, Paul: Goalkeepers were different. In: Goal Post. URL: http://www.goalpostbooks.co.uk/goalkeepers-were-different/ (letzter Zugriff 28.11.2017., aber auch nicht „zu groß“ sein, um auch die flachen Bälle fangen zu können, und einen „kräftigen“ und „widerstandsfähigen“ Körper haben.

Seine Fähigkeiten: Er ist unaufgeregt („kaltblütig“) und kann einen gegnerischen Angriff gut abschätzen. Dafür braucht er ein waches Auge und Antizipation sowie mentale und psychische Stärke. Er muss muskulös, aber dennoch sehr beweglich sein und auch Spaß an Bewegungen haben.

Sein technisches Können: Zu seinem Können gehören das sichere Fangen des Balles aus unterschiedlichen Höhen wie auch vom Boden und den genauen Abstoß oder Wurf zu einem Mitspieler und das Wegfausten. Außerdem unterstützt er die Verteidiger, indem er sich als mitspielender Torwart nicht nur auf der Linie steht, sondern eben mitspielt. Sein Zögern kann fatale Folgen haben.

Über den Torhüter: Nach dem Verbot des Fair Catch 1871 durfte nur der Torhüter weiterhin den Ball fangen. Bis 1912 durfte er ihn in der gesamten eigenen Hälfte fangen, seit 1912 nur noch im eigenen Strafraum – und ihn nicht mehr als zwei Schritte tragen7)Zur Entwicklung des erlaubten Torhüterhandspiel siehe Die Entwicklung der Fußballregelwerke.. Er trug noch lange Zeit die gleichen Trikots wie die Feldspieler und bis Ende des 19. Jahrhunderts keine Handschuhe. Die Position des Torwarts gab es erst in den Sheffield Rules seit Beginn an (1858) und im Regelwerk der Football Association ab 1871. Vorher bestand eine Mannschaft quasi aus elf rush goalies.

 

 

Die Verteidiger (= Innenverteidiger)8)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 27-36, 81; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 121; Doyle, D.: Full Back Play. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 9-10; Anritt, Walter: The right back and his play. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 7-8.

Ihre Position: 20-30 Meter vor der Torauslinie

Ihr Aussehen: Sie müssen groß und muskulös sein, um die Stürmer daran zu hindern, Tore zu schießen.

Ihre Fähigkeiten: Sie sind unaufgeregt („furchtlos“), strahlen Ruhe aus, haben ein gutes Auge und sind bereits erfahrene Fußballspieler. Sie dürfen sich nicht provozieren lassen, um auch unter Druck cool zu bleiben, können beidfüßig schießen und sauber den Gegner taklen – ohne Zögern und Tändeln.

Ihr technisches Können: Sie müssen präzise Bälle schießen können – seien es weite Bälle zum Klären oder Rückpässe zum Torhüter. Ebenso müssen sie gut im Kopfballspiel sein und schnell sprinten können. Beidfüßigkeit ist von Vorteil. Es ist wichtig, dass sie fair den Gegner zu stoppen lernen, da es bei unfaires Spiel wie auch Handspiel einen Freistoß für den Gegner gibt. Ihr Spiel muss nicht unbedingt schön, aber effektiv sein.

„Er wird dem auf das Tor zueilenden Stürmer, durch pendelnden Querlauf […] den Weg kreuzen, und dadurch seinen Lauf hemmen, wodurch der Torwächter Zeit gewinnt, den Ball zu nehmen und ungehindert ins Spielfeld zu befördern.“9)Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 81..

 

 

Die Läufer10)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 37-43, 53-55, 85, 99; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 120; Boyle, R. H.: How to excel as a right half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 12-13; Robertson, John Tait: Advice to the budding left half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 17-18; Kelly, James: The responsibilities of a centre half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 14-15; Campbell, J.: The duties of inside right. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 22-24; Hamilton, R. C.: The centre and his importance. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 24-25; M’Mahon, A.: Inside left and how to play there. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 27-29.

Die drei Läufer teilten sich in zwei Außenläufer (= Mix aus Außenverteidigern und defensiven Mittelfeldspielern) und in den Mittelläufer (= später Liberoposition, heute aufgeteilt auf die Doppelsechs).

Ihre Position: 15-20 Metern hinter Stürmern [Position der Stürmer wurde nicht genannt]

Ihr Aussehen: Sie sind von mittlerer Größe, aber noch groß genug, um Kopfbälle abfangen zu können und muskulös.

Ihre Fähigkeiten: Sie sind beharrlich, robust und belastbar. Die Außenläufer müssen möglichst gut sprinten können, der Mittelläufer eine gute Ausdauer haben.

Ihr technisches Können:

Generell: Sie haben sowohl die Verteidigung wie den Sturm im Auge und helfen Reihen aus, daher nicht nur vorwärts, sondern auch rückwärts unter Beobachtung des Balles laufen können. Gleichzeitig sind sie gut im Spiel gegen den Ball, zwingen den Gegner zu Fehlern und setzen bei Ballverlust fair nach. Sie sind passsischer und für den Spielaufbau zuständig, agieren daher sowohl mit der Verteidigung wie mit den Stürmern. Und sie sind immer in Bewegung und beobachten Mannschaftskollegen wie Gegenspieler. Sie spielen uneigennützig und unauffällig.

Außenläufer: Sehr passsicher, nicht nur bei flachen, kurzen Pässen, da sie auch im Laufen präzise flanken können müssen. Dabei flanken sie immer nach hinten, nie parallel oder nach vorne, um die Stürmer anzuspielen („feeding“). Ebenfalls müssen sie weit und präzise werfen können und Eckbälle in den Straf- und Torraum schießen.

Mittelläufer: Er muss den Ball über längere Strecken mit sich führen können und auch eine gewisse Torschusssicherheit haben, um auch aus der zweiten Reihe Tore schießen zu können. Er muss noch mehr als die Außenläufer die Bewegungen der Gegenspieler antizipieren können.Wenn das nicht möglich ist, muss er wie ein Blitz hinter ihnen hinterhereilen und sauber tacklen können. Nach vorne muss er den tödlichen Pass spielen können, nach hinten sich blind mit seinen Verteidigern verstehen.

Über den Mittelläufer: Die Position des Mittelläufers wird von allen Autoren als „spielentscheidend“ und „wichtigster Posten“ bezeichnet. Er ist der Dreh- und Angelpunkt des Spieles – sowohl für das defensive als auch das offensive. Erfüllt heute die Doppelsechs (mit einem eher defensiven und einem eher offensiven Spieler) diese Position, wurde aus ihr in den 1960er / 1970er Jahren bis in die 1990er Jahre die Position des Liberos/sweepers, der ebenso wie der Mittelläufer die Rückennummer trug. War der Mittelläufer noch in den 1970er Jahren Teil des Mittelfelds, zählte er in den 1990er Jahren zum Verteidiger, da sich über die Jahrzehnte die taktische Aufstellungen änderten: Vom 2-3-5 der ersten Jahrzehnte über das 4-3-3 der 1970er Jahre zum 5-3-2 der 1990er Jahre.

 

 

Die Stürmer11)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 40-55, 85; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 120; Meredith, W.: How to play outside right. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 19-20; Bell, John: The outside left winger. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 29-30.

Die fünf Stürmer teilen sich in zwei Außenstürmer, zwei Halbstürmer und einen Mittelstürmer auf. Vor 1890 wurde in England manchmal auch mit zwei Mittelstürmern, dafür nur zwei Läufern spielt.

Ihre Position: [wurde nicht angegeben]

Ihr Aussehen:

Außenstürmer: Sie sind wie die Außenläufer von mittlerer Größe, aber noch groß genug, um Kopfbälle abfangen zu können und muskulös.

Innenstürmer: Sie sind dagegen wendiger in den Körperbewegungen, aber dennoch nicht unmuskulös und besser größer als kleiner, um auch im Kopfballspiel torgefährlich sein zu können.

Ihre Fähigkeiten:

Außenstürmer: Sie müssen wie die Außenstürmer möglichst gut sprinten können. Das ist wichtiger als trickreich spielen zu können. Sie sind Torvorbereiter, weniger Torschützen.

Innenstürmer: Sie sind gleichzeitig variabel wie robust, um sich in eine aussichtsreiche Schussposition bringen und gleichzeitig sich gegen die Verteidiger durchsetzen zu können – gegebenenfalls auch durch Nachsetzen. Unermüdlich selbstlos. Gute körperliche Verfassung. Flanken müssen sie verwerten können und daher möglichst beidfüßig Fußball spielen können.

Ihr technisches Können:

Außenstürmer: Sie sind passsischer, da sie den Ball mit der Fußseite spielen; sowohl bei flachen wie weiten Bällen nach vorne oder über die Spielfeldbreite, müssen weit und gezielt werfen können und ebensolche Eckbälle wie Flanken in den Straf- und Torraum schießen können – auch im Lauf. Sie flanken von der Eckfahne immer in den Rücken der gegnerischen Abwehr, nie parallel oder nach vorne. Wenn sie auch nicht trickreich zu spielen brauchen, ist die Fähigkeit des sicheren Dribblings durchaus sinnvoll.

Halbstürmer: Sie brauchen eine große Schusssicherheit aus verschiedenen Situation und ebenso große Ballsicherheit, um ohne Blick auf den Ball diesen mit leichtem Abtippen mitführen können und ein Tor erzielen zu können. Beherrschen tödlichen Schuss. Können Takling, Ball zurückgewinnen, Dribbling (muss wissen, wann er nicht dribbeln sollte), Pass mit Fußseite, hohes Bein (!), Gegner austricksen, Volleyschuss. Können auch Eckstöße, aber auch Elfmeterschüsse. Stehen immer mit Mittelfeldspielern in Kontakt. Können Spiel antizipieren. Unterstützer der Außenstürmer. Sind immer bereit, Rückpass zu bekommen und weiterspielen zu können. Braucht mehr gute Ballkontrolle als Schnelligkeit. Muss wissen, wie er Gegner austricksen kann. Muss Balllauf bzw. -flugbahn vorausahnen, Flanken verwerten können. Schießt nicht auf die Füße des Mannschaftskollegen, sondern ein Stück davor, um Laufwege zu ermöglichen und zu öffnen. Oder zieht die Aufmerksamkeit der gegnerischen Verteidiger auf sich, damit der Mittelstürmer frei steht.

Mittelstürmer: Der Verteiler des Spiels und neben Torwart und Mittelläufer die verantwortungsvollste Position. Sie brauchen eine große Schusssicherheit aus verschiedenen Situation und ebenso große Ballsicherheit, um ohne Blick auf den Ball diesen mit leichtem Abtippen mitführen können und ein Tor erzielen zu können. Gutes Stellungsspiel (so, dass er für Mitspieler unspielbar ist). Braucht einen kluges, berechnendes Spielverständnis. Macht bestenfalls Gegenspieler ratlos durch Tricks und Autäuschungen. Muss im Laufen schießen und köpfen können.

 

 

Das Deckungsverhalten12)Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 85.

Mittelläufer und Mittelstürmer decken sich gegenseitig.
Außenläufer und Außenstürmer decken sich gegenseitig.
Halbstürmer und Halbstürmer decken sich gegenseitig.
Die Verteidiger decken niemandem im Spiel, sondern verhindern „nur“ Tore.

Zum Spielkaiser13)Vgl. Girulatis: Fußball. S. 89. Ebenso vgl. Eisenberg, Christiane: Fußball in Deutschland 1890-1914. Ein Gesellschaftsspiel für bürgerliche Mittelschichten. In: Geschichte und Gesellschaft 20 (1994). S. 181-210, hier S. 206.

Falls ihr Spielbücher oder Erklärungen zu Regelwerken aus dem 19. Jahrhundert lest, kann es sein, dass ihr über den Begriff Spielkaiser stolpert. Das ist keine Position, sondern ein Amt – nämlich des heutigen Kapitäns. Nur, dass es früher, insbesondere im 19. Jahrhundert vor Einführung des Schiedsrichters, mehr als das eines Kapitäns war. Denn vor 1890 ordnete er nicht nur seine Mannschaft, sondern war zusammen mit dem Spielkaiser der gegnerischen Mannschaft der Unparteiische und gleichzeitig – auch nach noch 1890 – auch Spielertrainer und Manager seines Teams: Er organisierte den Verein, gab die Taktik vor und hatte die Aufsicht über alle Listen und Geräte. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts, Spielführer genannt, führte er die Mannschaft auf das Spielfeld und innerhalb des Spielfeldes als verlängerter Arm des Trainers.

 

Cite this article as: Petra: Die Spielpositionen am Anfang des 20. Jahrhunderts. In: Nachspielzeiten, 28. November 2017. URL: http://nachspielzeiten.de/die-spielpositionen-am-anfang-des-20-jahrhunderts/ (zuletzt aufgerufen: 14. Dezember 2017).
Please follow and like us:

Fußnoten   [ + ]

1. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 9, 55-60,64-65. Ebenso vgl. Scharfe, Johannes: Fußball ohne Aufnehmen des Balles. Leipzig 1921. S. 23-24, 42.
2. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 95.
3. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 94.
4. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 10. Ebenso vgl. Lechner, Ludwig: Schule und Jugendspiele. Teil 1: Leitfaden für Freunde des Jugendspieles und Spielleiter insbesondere. Wien 2^1897. S. 38.
5. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 16-26; Scharfe, Johannes: Fußball ohne Aufnehmen des Balles. Leipzig 1921. S. 13-14; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 122; Rennie, H. G.: The art of good goalkeeping. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 5-6.
6. Paul Brown zitiert eine Quelle, in der die ideale Größe eines Torhüters 5’6“, also 167,64 cm, sei, vgl. Brown, Paul: Goalkeepers were different. In: Goal Post. URL: http://www.goalpostbooks.co.uk/goalkeepers-were-different/ (letzter Zugriff 28.11.2017.
7. Zur Entwicklung des erlaubten Torhüterhandspiel siehe Die Entwicklung der Fußballregelwerke.
8. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 27-36, 81; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 121; Doyle, D.: Full Back Play. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 9-10; Anritt, Walter: The right back and his play. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 7-8.
9. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 81.
10. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 37-43, 53-55, 85, 99; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 120; Boyle, R. H.: How to excel as a right half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 12-13; Robertson, John Tait: Advice to the budding left half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 17-18; Kelly, James: The responsibilities of a centre half. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 14-15; Campbell, J.: The duties of inside right. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 22-24; Hamilton, R. C.: The centre and his importance. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 24-25; M’Mahon, A.: Inside left and how to play there. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 27-29.
11. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 40-55, 85; Kohlrausch, Ernst.: Bewegungsspiele. Berlin 3^1914. S. 120; Meredith, W.: How to play outside right. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 19-20; Bell, John: The outside left winger. In: NN (Hg.): Football described by Giants of the Game. London/Dundee 1904. S. 29-30.
12. Vgl. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 85.
13. Vgl. Girulatis: Fußball. S. 89. Ebenso vgl. Eisenberg, Christiane: Fußball in Deutschland 1890-1914. Ein Gesellschaftsspiel für bürgerliche Mittelschichten. In: Geschichte und Gesellschaft 20 (1994). S. 181-210, hier S. 206.

Ein Gedanke zu „Die Spielpositionen am Anfang des 20. Jahrhunderts

  1. Schöne Zusammenstellung und Übersicht. Auf den Mannschaftsfotos des 19. Jahrhunderts ist der Kapitän/Spielkaiser meistens daran zu erkennen, dass er den Ball in Händen hält.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.