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Das Eton Field Game

Das Eton Field Game gehört zu den drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr ähneln. Grund genug, es hier knapp vorzustellen und zwar anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste.   Eton Field Game Allgemeines Das Spielfeld ist ein offenes Feld, ca. 100-120 yd lang und 80-100 yd breit, dessen Ränder als schmale Linie in den Rasen geschnitten ist. Die Tore sind 12 ft breit und 6 ft hoch, jeweils mit zwei Pfosten und einer Latte begrenzt. Es spielen elf Spieler auf beiden Seiten, wobei es für gewöhnlichen Spielen („ordinary games“) keine Obergrenze gibt. Die Ball hat einen Umfang von 13-14 in, ist also halb so groß wie der des Verbandsspiels. Zum Spiel Elf Spieler arrangieren sich wie folgt: Der Bully („Gemenge“) (bestehend aus einem „post“, „back-up post“, und zwei oder drei „side posts“, insgesamt vier oder fünf Spielern); die außerhalb des Bully, d.h. ein „corner“ auf beiden Seiten des Bully (entspricht genau der Position des Half Back im Rugby-Union-Spiel) und dem „behind-the-bully“ oder „flying-man“, der hinter dem Bully steht; und …

Winchester Game

Das Winchester Game gehört zu den drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr ähneln. Grund genug, es hier knapp vorzustellen und zwar anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste.   Winchester Game Allgemeines In Winchester war verhältnismäßig langgezogene Spielfeld (80×25 yd) ein seitlicher Streifen neben dem Cricketfeld. Aus diesem Grund wurde Das Spielfeld mit Tüchern und Seilen abgegrenzt und darf der Ball nicht höher als 5 ft getreten werden. Und deshalb spielte man auch nur mit sechs Spielern pro Partei, zwei behinds (=Verteidiger) und vier ups (= Stürmer). Der Ball war schwerer als im Verbandsfußball. Das Tor ging über die gesamte Breite von 25 yd und hatte keine Höhenbegrenzung. Das Spiel dauert eine Stunde. Zum Spiel Das Spiel beginnt mit einem Hot: Von den ups ist einer über dem Ball („over the ball“) und nimmt den zentralen Platz ein, zwei unterstützen ihn, in dem sie, hinter ihm, die Arme um seinen Körper schlingen. Alle halten ihre Köpfe nach unten und ein vierter Mann wirft ihnen den Ball zu. Leider ist bei Shearman …

Harrow Game

Das Harrow Game gehört zu den drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr ähneln. Grund genug, es hier knapp vorzustellen und zwar anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste.   Harrow Game Allgemeines Bis in die 1880er Jahre mussten die Schüler in Harrow mindestens zwei Mal pro Woche Fußballspielen. Dabei glich dieses Spiel noch am meisten der rudimentären Form des Fußballspiels. Grund dafür war die Lage Harrows: Der Ort lag auf einem Hügel, die Fußballfelder am Fuße dieses – mitten auf immer unter Wasser stehenden oder schlammigen Tonboden. Daher war es wichtig, dass sich die Spieler durchgehend bewegen und der Ball schwer und oval sein musste. Regelverletzungen waren selten, weil jedes Vergehen des Anschluss vom Spiel nach sich zog. Die Größe des Spielfeldes und Breite des Tores sind bei Shearman nicht angegeben. Eine Höhenbegrenzung hatte das Tor nicht. Zum Spiel In Harrow wurde im 1-1-9 ohne festen Torwart gespielt: Einem „whole back“ (vorher: „base“), einem „half back“ (vorher: „second base“) und neun Stürmern nämlich jeweils zwei Flügelstürmer auf jeder Seite („upside“ …

Fußballprofi – und danach?

In diesem Blogartikel geht um Profifußballspieler zwischen 1885 und 1914 in England: Über ihren Lohn, ihre Arbeitsstelle, ihre Zukunft nachdem Profifußball. Seitdem hat sich manches verändert und manches nicht.   Servant & Master Die Beziehung zwischen dem Fußballspieler und dem director, der meist sowohl Trainer als auch Manager des Vereins war, war die klassische Hierarchie zwischen einem Meister („master“) und einem Bediensteten („servant“. Diese Begriffe verwendete die zeitgenössische Presse, um Hierarchien zu beschrieben und zementieren. Tatsächlich hatte der Fußballer wenig bis keine Kontrolle auf Arbeitspläne oder Konditionen des Vertrags. Alles wurde von director ihm vorgegeben, der Spieler war nur Ausführender. Im Grunde war es nicht anders wie zwischen einem Arbeiter und dem Unternehmer, nur war der Fußballer zugleich Maschine und Bediener der Maschine. Er erhielt seine Identität über die Position auf dem Spielfeld. Die meisten Profifußballer der ersten Jahrzehnte kamen aus einem eher prekären Familienverhältnis und ein möglicher Verdienst von 4 Pounds pro Woche lockte viele. Ungelernte Arbeiter verdienten meist weniger als 2 Pounds/Woche. Dass sich die meisten Vereine die Ausgaben von 4 Pounds wöchentlich …

Fußballtransfer Emblem Players Union

Das Thema Fußballtransfer

Das Thema Fußballtransfer und die Transfersummen sind nicht erst seit den letzten Jahren ein Thema, dass die Gemüter erhitzt. Eine Reise ins England des 19. Jahrhunderts, ins Victorian Age, kurz nachdem hier der Fußball professionell wurde. Profifußball = Transfergebühren Mit Beginn des erlaubten Profifußballs gab es zunächst einige Fußballtransfer-Restriktionen, die Lohn der Spieler und ihren Wohnort betrafen. Diese Einschränkungen wurden im Laufe der Jahre immer mehr gelockert und zu Beginn des 20. Jahrhundert schien es, als sei ein Ende der dieser in Sicht. Das beschrieb auch John Cameron in seiner 1908 erschienen Schrift Association Football and How to play it: Es sei schon vieles besser geworden, da die Spieler das Recht auf einen besonderen Einspruch bei Komitee der Liga haben und der geforderte Betrag für den Fußballtransfer der Spieler stark reduziert wurde. Er wünschte, er würde bald ganz aufgehoben werden, denn „der Spieler soll ein Mensch und kein Sklave sein“ 1)Vgl. Cameron, John: Association Football and How to play it. London [1908]. S. 65.. Natürlich sollen Vereine eine Entschädigung für wechselnde Spieler erhalten, fand Cameron, …

Spielregeln des VBB (1900)

Ein Jahrzehnt nach den Spielregeln des Bundes deutsche Fußball-Spieler von 1890/1892 gab es im Verband Berliner Ballspielvereine neue Fußballregeln, die verbandsweit galten. Sie sind wesentlich umfangreicher als die Regeln des Bundes deutscher Fußballspieler und ähneln deutlich den DFB-Regeln von 1903 und damit den Laws of the Game. Ausnahmen sind das Hochwerfen des Schiedsrichterballes statt dem Fallenlassen des Balles und der Einschub, dass ein Strafstoß nur gegeben werden kann, wenn die gegnerische Mannschaft das unfaire Spiel reklamiert.   Das Regelwerk 1 [Spielfeld] Der Spielraum soll höchstens 180 Meter lang und 90 Meter Breitsein (das Minimum ist 90 Meter mal 45 Meter) und muß an den vier Ecken mit Fahnen  (Eckfahnen) abgegrenzt sein. Die Tore bestehen je aus zwei 7¼ Meter auseinander stehenden senkrechten Stangen, 2,40 Meter hoch, welche durch eine Querstange oder auch durch einsstraffe Schnur verbunden sind. Diese Tore stehen in der Mitte der Breitseiten. Eine Linie soll 11-Meter vor jedem der Tore, parallel mit den Mal- oder Torlinien, markiert werden (am einfachsten geschieht dieses durch Aufstellen von Fahnen an den Längsseiten), auch muß die Mitte …

The laws of the game of the Association of ball games in Berlin of 1900

A decade after the laws of the game of the Association of German Football Players of 1890/1892 the Association of ball games in Berlin published its football laws, which obtained for the complete association. They are much more comprehensive than the rules of the Association of German Football Players and clearly resemble the DFB rules of 1903 and thus the Laws of the Game. Exceptions are the tossing of a drop ball and the annotation that a penalty kick can only be given if the opposing team claims it. The laws 1 [The field] The maximum length and width of the field shall be 180 metres and 90 metres respectively (the minimum shall be 90 metres by 45 metres) and the four corners of the field shall be marked by flags (corner flags). The goals each consist of two vertical posts, 2.40 metres high, which are separated by two 7¼ metres and which are connected by a crossbar or by a tight string. These goals are located in the middle of the short ends. A …

Die Spielregeln des Bundes deutscher Fußball-Spieler von 1890/1892

Der Bund der Fußball-Spieler wurde am 4. November 1890 in Berlin gegründet und bereits 1892 aufgelöst. Er wurde von Berliner Fußballvereinen gegründet, sollte aber ein deutschlandweiter Verband werden – dazu kam es aber nicht. Grund für die Auflösung waren die schon bei der Gründungsveranstaltung deutlich zu Tage tretenden Meinungsverschiedenheiten, ob auch ausländische Funktionäre und Vereine mit ausländischen, d.h. vor allem englischen Spieler, aufgenommen werden oder nicht. Und, ob der Fußball die deutsche (meint: nationalistische) Mentalität adaptieren müsse. Da der Vorsitzende der nationalkonservativen BFC Germania 1888 Vorsitzender des BdF wurde, war die national(istisch)e Ausrichtung zwangsläufig. Dieses Ansinnen ließ sich jedoch weder durch den BDF, noch durch später gebildete regionale Verbände realisieren, sodass das Verbandsgebiet auf den Großraum Berlin beschränkt blieb. Die internationalen Vereine organisierten sich 1891 im Deutschen Fußball- und Cricket Bund  mit der Spiel und Sport als Vereinszeitung und diese Herauslösung war letztendlich Grund für die Auflösung des Bund deutscher Fußballspieler.   Das Regelwerk I In der Länge 120 Schritt, in der Breite 60 Schritte exkl. 7 Schritt Torbreite (die Querstange 8 Fuß von der …

The laws of the game of the Association German Football Players from 1890/1892

The Association of German Football Players was founded in Berlin on November 4th 1890 and dissolved as early as 1892. It was founded by football clubs in Berlin and was to become a nationwide association – but it did not come to that (that’s why it was called „German“). The reason for the dissolution was the differences of opinion that became apparent at the founding event as to whether foreign functionaries and clubs with foreign, i.e. mainly English players, would be accepted or not. And whether football should adapt the German (nationalistic) mentality. Since the chairman of the national conservative BFC Germania became chairman of the association in 1888, the national-driven alignment was inevitable. However, this request could neither be realized by the association nor by regional associations formed later, so that the association’s territory remained limited to the area of Berlin. In 1891, the international-driven clubs organised themselves into the German Football and Cricket Federation with Spiel und Sport as the club newspaper. This separation was ultimately the reason for the dissolution of the …

Deutsche Fußballregeln 1903 – Eine Einordnung

Beim Lesen der „Fussball-Regeln des Deutschen Fussball-Bundes. Gültig ab 15. September 1903.“ wird vielleicht auch euch aufgefallen sein, dass sie im Vergleich zu den Laws of the Game des IFAB teils altmodisch sind. An anderen Stellen wiederum recht aktuell. Warum der Verfasser oder die Verfasserin nicht die aktuellen Regeln unverändert übernahm, vermag ich nicht zu sagen. Es gibt auch kein Jahr, an dem sich die Person sich orientierte. Sie gibt an, dass die Spielfeldmarkierung nicht auf den Rasen aufgebracht worden ist, dabei wird es in England seit 1883 vorgeschrieben. Andererseits übernimmt sie die Anzahl der Spieler von acht bis elf pro Mannschaft, was erst 1897 festgelegt wurde. Wenn die Regeln auch wahllos zusammengeschrieben scheinen, trügt dieser Schein. Tatsächlich waren fast alle Regeln 1901 und 1902 gültig. Anders ausgedrückt: Es sind drei Regel(teile) 1902 nicht mehr in den Laws of the Games, die hier noch genannt werden, nämlich: die Strafstoßlinie 11 m parallel zur Torlinie statt der Strafstoßpunkt dass das Markieren des Spielfeldes nicht notwendig ist dass eine Berufung an der Schiedsrichter möglich ist. Letztes ist verwirrend, …

Deutsche Fußballregeln 1903

„Fussball-Regeln des Deutschen Fussball-Bundes. Gültig ab 15. September 1903. [Abschrift des Abdrucks der Regeln im Deutschen Fussball-Jahrbuch für die Saison 1904/05. S. 15-21. Es handelt sich ganz offensichtlich nicht um eine Übernahme der für die Saison 1903/04 gültigen IFAB-Regeln, wie direkt in § 1 über die Spielfeldmarkierungen ersichtlich ist: Durchgehende Elfmeterlinie, Torraum wird durch zwei Halbkreise um die Torpfosten definiert wurden in den Laws of the Game bereits 1901 durch Strafstoßpunkt und den rechteckigen Torraum ersetzt. Meines Wissens datiert das erste Regelwerk, dass der Spielausschuss des DFB herausgab, von 1905. Wer diese DFB-Regeln erstellte und warum er sich offenbar an IFAB-Regeln der 1880er Jahren orientierte, vermag ich noch nicht zu sagen.  Textformatierungen können mangels Umsetzung in WordPress nicht unverändert übernommen werden. Dafür kommen im Originaltext auffällig viele Tippfehler vor, die hier zwecks besserer Lesbarkeit erbessert wurden.]   § 1. Spieleranzahl, Spielfeld, Spielgeräte, Spieldauer. Das Spiel wird mit 11 Mann auf jeder Seite ausgeführt; mehr als 3 Mann dürfen auf keiner Seite fehlen. Das rechteckige Spielfeld muss 100-110 m lang und 65-75 m breit sein; die Grenzen des …

Es VAR einmal … Eine kurze Geschichte des Videobeweises

Wäre das hier ein Märchen, dann wäre der Videobeweis ein magisches Zeichen (ihr wisst schon, welches) und über dessen Ausführungsberechtigung einerseits eine in Rauch gehüllte Gestalt (der Geist des Spiels) und andererseits eine bebrillte, penible Person mit erhobenem Zeigefinger (Fehlentscheidnix)  diskutieren. Aber der Videobeweis ist kein Märchen. Es gibt ihn wirklich – und wirklich lange hat man für und wider ihn diskutiert. Kommt mit auf die Tatsachenreise mit den wichtigsten Ereignissen rund um den Videobeweis. Die Geschichte des Videobeweises ist auch eine Geschichte des Einsatzes von Foto-, Video- und Televisionstechnik und ganz besonders der Zeitlupe Ziel der Filmemacher der Zwischenkriegszeit war es, das technische Können zu zeigen und bei Menschen, die nicht vor Ort an dem Sportereignis teilnehmen konnten, einen sichtbaren Eindruck zu vermitteln. Das änderte sich noch nach dem 1. Weltkrieg, als hinlänglich bekannt war, was per Fotografie und Film möglich war. Neue Geschäftsidee wurde es in England beispielsweise, bei Fußballspielen Schiedsrichterentscheidungen durch die neue Technik der Zeitlupe in Frage zu stellen und Relevanz und Nachfrage zu schaffen. So wurde auch das Finale des …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

The Laws of the Game 2019/20 and their historical development

Which are the changes of the Laws of the Game for the season 2019/20? Are they changed before?Nachspielzeiten will check it for you. This is the English version of Die Fußballregeln 2019/2020 und die historische Entwicklung. The IFAB announced the law amendments of the Laws of the Game for the season 2019/20. They will became valid on June 1st, 2019, but the final of the Men’s Champions League on this day will still be played according to the LotG of the 2018/19 season, as the game still counts for this season. But the Women’s World Championship, starting on 7th June 2019, will then be played according to the new laws. As expected, all law amendments were adopted. In the run-up most of them became already public, so that I could already deal with them (see article Possible IFAB law amendments 2019 from a historical perspective). On 14th March 2019, the IFAB published all amendments as a summary and in detail. Ensuing, I present the law amendments and, if possible, add the historical development. Not included …

Inhaltsverzeichnisse – Deutsche Schiedsrichter-Zeitung und DFB-Schiedsrichter-Zeitung

Hier ergänze ich nach und nach die Inhaltsverzeichnisse der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung (1919 von Carl Koppehel gegründet) und der DFB-Schiedsrichter-Zeitung (1926 von Simon Rosenberger gegründet), ab Oktober 1931 „DFB-Schiedsrichter-Zeitung, vereinigt mit Deutsche Schiedsrichter-Zeitung. Alleiniges amtliches Organ der Schiedsrichter des Deutschen Fussball Bundes“ herausgegeben von Carl Koppehel, da Simon Rosenberger im September 1931 an einem Herzinfarkt verstarb. Noch sind es nur wenige Jahrgänge und nicht alle sind komplett. Das soll sich aber im Laufe der Zeit ändern. Je Jahrgang ist das Inhaltsverzeichnis im pdf-Format verlinkt, auf das man per Klick auf das jeweilige Jahr gelangt. So kann man auch leicht das Verzeichnis abspeichern. Short form in English: Here an overview of the tables of contents of the „Deutsche Schiedsrichter-Zeitung“ and „DFB-Schiedsrichter-Zeitung“ will be created. There are still only a few, yet, and not all years are complete, but this will change in the course of time. By clicking on the respective year, a pdf document with the complete table of contents of the year opens. So you can also save the document. The table of contents is in German, …

Wie Trautmann spielte

Am 14. März 2019 kam Trautmann (Originaltitel: The Keeper) in die Kinos. Der Film erzählt das Leben von Bert Trautmann, der als Torhüter von Manchester City weltweit berühmt wurde und 2004 von Queen Elizabeth II. für seine Meriten als Fußball um die deutsch-englische Verständigung als OBE aus. Er verstarb 2013. Von 1949 bis 1964 spielte Bert Trautmann für Manchester City. Wer erwartet, dass ich über die Veränderungen des Torhüterspiels während dieser Jahre schreibe, der hat den gleichen Gedankengang wie ich und muss ernüchtert feststellen: In diesen 15 Jahren betraf keine der Regeländerungen das Spiel des Torhüters. Es ist zugleich die zweitlängste Phase überhaupt, in der sich für Torhüter nichts änderte. An dritter Stelle steht die Phase zwischen 1980 (Torhüter/in darf sich bei der Ausführung des Strafstoßes auf der Torlinie bewegen) und 1992 (Verbot des Rückpasses). Die längste Phase ist die aktuelle, denn seit der Änderung der Vier-Schritte-Regel zu der Sechs-Sekunden-Regel (2000) hat sich für Torhüter nichts mehr geändert. Eine gewisse Änderung wartet aber ab der Saison 2019/20 auf sie: Wenn sie den Abstoß ausführen, muss …

Fußballregelfragen von 1940

In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmäßig Fragebogen samt Antworten für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis überprüfen wollen. Das könnt ihr nun auch! Teil 1 mit Fragen zu den Regeln von 1929 ist bereits erschienen, nun geht es an Regelfragen aus dem Jahr 1940. Mittlerweile wurden die Laws of the Game neustrukturiert und musste von allen übernommen werden. Auch gab es innerhalb Deutschlands keine Unterschiede zwischen den Verbänden, denn durch die nationalsozialistische Diktatur gab es keine Unterschiede mehr. Dennoch: Die deutsche Auslegung der Regeln lässt sich aus den Antworten herauslesen. Heute geht es also in das Jahr 1940 und auch hier: Die Antworten sind jeweils hinter dem Spoiler-Bereich versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Im Gegensatz zu 1929 sind die Fragen und Antworten Teil einer Reihe, genauer gesagt die 8. und 18. Folge. Im Original sind es die Fragen 319 bis …

Fußballregelfragen von 1929

Teil 1 In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmäßig Fragebogen samt Antworten für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis überprüfen wollen. Das könnt ihr nun auch! 1929 waren die deutschen Fußballregeln zwar beinahe an die Laws of the Game des IFAB angeglichen, aber die Auslegung der Regeln unterschied sich mitunter von denen auf der britischen Insel und Mitgliedsländern der FIFA (die ebenfalls eigentlich an die Laws of the Game gebunden waren) und auch innerhalb Deutschlands von Verband zu Verband. Also, reist heute zurück ins Jahr 1929 und schaut, wie ihr abschneidet. Die Antworten sind jeweils hinter dem SPOILER versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Und das soll es nicht gewesen sein. In einer Woche folgt noch ein Fragebogen von 1940. Viel Vergnügen!   „58 Fragen für die theoretische Schiedsrichter-Prüfung im Fußball. Zusammengestellt vom Verbands-Schiedsrichter-Ausschuß im V.M.B.M. [= Verband mitteldeutscher Ballspielvereine] [Quelle: Deutsche …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln 2019/2020 und die historische Entwicklung

Da sind sie, die neuen Fußballregeln. Das IFAB hat heute seine Änderungen für die Fußballregeln der kommenden Saison bekanntgegeben. Stichtag für die neuen Fußballregeln ist der 1. Juni 2019, aber dennoch wird das Finale in der Champions League der Herren noch nach den für die Saison 2018/19 gültigen Fußballregeln gespielt, da das Spiel ja noch dieser Saison zählt. Aber die Weltmeisterschaft der Frauen beginnt am 7. Juni 2019 und wird dann schon nach dem neuen Regelwerk gespielt. Das IFAB hat daraufhin eine kurze Pressemitteilung veröffentlicht. Außerdem gibt es auf dem youtube-Kanal der FIFA mehrere Aufnahmen der heutigen Pressekonferenz. Die komplette Auflistung der Änderungen in den Fußballregeln findet sich u.a. auf der Webseite der Sportschau – samt Erwähnung und Verlinkung von Nachspielzeiten. Vielen Dank, lieber Chaled Nahar! Erwartungsgemäß wurden alle Änderungen der Fußballregeln übernommen. Im Vorfeld wurden die meisten von ihnen schon öffentlich, sodass ich schon auf sie eingehende konnte (siehe Beitrag Mögliche IFAB-Regeländerungen 2019 historisch betrachtet).   Ergänzung, 14. März 2019: Das IFAB veröffentlichte am 12. März 2019 alle Änderungen in einer Kurzform und in detaillierter Form. Daher …

Possible IFAB law amendments 2019 from a historical perspective

On 2nd March 2019, the IFAB will discuss on the law amendments for the season 2019/20. The agenda only briefly reflects the laws for which changes in the law have been proposed. Chaled Nahar described the exact rules for the ARD Sportschau website (in German). And I would like to offer a historical view of the possible changes. The IFAB The IFAB met for the first time on 2nd June 1886 and consisted of the national football associations of England, Scotland, Wales and Ireland (since 1921 Northern Ireland). In 1914, the FIFA, which had been founded ten years earlier, was added and initially had two votes (which meant that it could be overruled by the four British associations). In the meantime, the four UK members have four votes and also the FIFA has four votes, with FIFA having to vote unanimously.   Law 8 – The Start and Restart of Play: Dropped ball According to this year’s proposal, nothing should change in its execution or in the reason for its use. The change is that …

Mögliche IFAB-Regeländerungen 2019 historisch betrachtet

Am 2. März 2019 wird das IFAB über die Regeländerungen für die Saison 2019/20 abstimmen. Die Tagesordnung gibt nur kurz wider, für welche Regeln Änderungsvorschläge eingegangen sind. Welche es genau sind, hat u.a. Chaled Nahar für die Website der ARD Sportschau beschrieben. Und ich möchte noch einen historischen Blick auf die möglichen Regeländerungen bieten. Das IFAB Das IFAB kam zum ersten Mal am 2. Juni 1886 zusammen und bestand aus den nationalen Fußballverbänden von England, Schottland, Wales und Irland (seit 1921 Nordirland). 1914 kam die zehn Jahre zuvor gegründete FIFA hinzu und hatte zunächst zwei Stimmen (konnte so von den vier britischen Verbänden überstimmt werden). Mittlerweile haben die vier UK-Mitglieder vier Stimmen und die FIFA vier Stimmen, wobei die FIFA einstimmig wählen müssen. Für Näheres und Weiteres siehe die schon erschienen Artikel Die Entstehung des IFAB und seine Regelwerkänderungen sowie Das IFAB 1886-1914.   Law 8 – The Start and Restart of Play: Dropped ball Dropped ball ist der englische Begriff für den Schiedsrichterball. Nach Wunsch des diesjährigen Vorschlags soll sich an seiner Ausführung und …

Die Spielpositionen, überarbeitet und ergänzt

Welche Aufgaben und Anforderungen wurden an die einzelnen Spielpositionen Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts gestellt? Was unterschied sie von heute (nicht viel)? Eine stichwortartige Sammlung und ein überarbeiteter und ergänzter Blogbeitrag zu: Die Spielpositionen am Anfang des 20. Jahrhunderts (28.11.2017). Der Torhüter „Goalkeepers, like poets, are born, not made.“ (John Cameron: Association Football and How to play it. London [1908]. S. 9.) Anforderungen: schnelles, sehr gutes Auge – Coolness – lange Arme – schnelle Reaktion mit Händen – mentale und physische Stärke – starker Schuss (für Abstoß) – beidfüßig sicher – möglichst 6 feet (1,83 m) groß und 13 Steine (82-83 kg) schwer – geduldig – Einsatzbereitschaft – Urteilsvermögen – Geschicklichkeit – Beweglichkeit – Antizipation Aufgaben: Verteidigung des Tores – sicheres Fangen des Balles aus unterschiedlichen Höhen wie auch vom Boden – genauer Abstoß oder Wurf zu einem Mitspieler – Wegfausten (nur in Notfällen) möglichst immer zur Seite und nicht ins Aus – Unterstützung der backs als mitspielender Torwart und perfektes Verständnis mit backs – Für gute Sicht auf den Ball vor Einwürfen in Tornähe, Eckbällen und Freistößen in Tornähe sorgen – Erahnen, wohin gegnerische …

Moderner Fußball um 1900

„[…] it is evident that football is quite an ancient game. Time alters everything, and it has undoubtedly done so in football. Where one used to play with half the village on one side and the same on the other, it is now restricted to sides composed of eleven players. As I have been requested to write on the modern game it is not worth while dwelling upon how it was played a hundred years ago. Football is really supposed to be a Scottish game, but it was in England that a proper Association with defined rules was first started.“ (John Cameron: Association Football and How to play it. London [1908]. S. 7.) Der Begriff des modernen Fußballs ist kein Begriff der letzten Jahrzehnte, wie ich im vergangenen Jahr in zwei Longreads bei 120minuten über England und Deutschland schon veröffentlicht und anschließend im dazugehörigen Podcast dargestellt habe. Sowohl Montague Shearman (1887), Charles William Alcock (1906) und zitierter John Cameron (1908) beschreiben in ihren Schriften über das Fußballspiel, was sich seit der Gründung des ersten Fußballverbandes 1863 bereits …

I used these open access sources

I only have a handful of football rules in printed form. My chronology is based on two websites:   Archives of the International Football Association Board On this website almost all the minutes of all The IFAB meetings of the years since 1886. Often the agenda of the meetings is also available as open access.   Laws of football on Wikisource On Wikisource numerous rules are published, however not as a scan, but edited, e. g. different editions of the Sheffield Rules until 1877, the Laws of the Game of the FA and/or the IFAB, the football rules of the Cambridge University, Rugby School and some others. Possible errors in copying the rules can often be checked, as scanned contemporary newspaper articles are linked in which the rule changes are addressed.   Notes: Changes to the laws which do not change the content, or which mention an already established law violation as an example are not included. The law changes of the IFAB meetings of 1933 and 1953 could not be taken into account, since …

Quellensammlung: Schiedsrichter bei Deutschlands Länderspielen 1908-1943

Eine Quellensammlung der Schiedsrichter, die Länderspiele Deutschlands zwischen 1908 und 1943 schiedsten. Zunächst die chronologische Übersicht, dann die alphabetische. A collection of all referees who refereed Germany’s international matches between 1908 and 1943. First the chronological overview, then the alphabetical one.   Chronologische Übersicht / chronological overview A = away, H = home  1908 5.4.: Schweiz (A): H. P. Devitte (England) 20.4.: England (H): P. Neumann (Deutschland) 7.6.: Oesterreich (A): G. Wagstaffe Simmons (England) 1909 16.3.: England (A): T. Kyle (England) 4.4.: Ungarn (A): H. Meisl (Oesterreich) 4.4.[!]: Schweiz (H): A. Sohn (Deutschland 1910 3.4.: Schweiz (A): H. P. Devitte (England) 24.4.: Holland (A): J. T. Howcroft (England) 16.5.: Belgien (H): H. J. Willing (Holland) 16.10.: Holland (H): H. Istance (Belgien) 1911 26.3.: Schweiz (H): H. Istace (Belgien) 14.4.: England (H): H. J. Willing (Holland) 23.4.: Belgien (A): J. P. Schumacher (England) 18.6.: Schweden (A): C. Buchwald (Daenemark) 9.10.: Oesterreich (H): H. J. Willing (Holland) 29.10.: Schweden (H): H. J. Willing (Holland) 17.12.: Ungarn (H): H. Meisl (Österreich) 1912 24.3.: Holland (A): J. T. Howcraft (England) 14.4.: …

Vom Anbeginn der Strafstöße

1891 wurde der Strafstoß eingeführt, nachdem er ein Jahr zuvor in derselben Form noch abgelehnt wurde. Es dauerte aber noch elf Jahre, bis der Strafstoß in der uns bekannten Form gespielt wurde.   Strafstoßlinie statt Strafstoßpunkt Bis dahin gab es keinen festen Strafstoßpunkt, sondern eine durchgehende Strafstoßlinie 12 yd (entsprechend den elf Metern in Deutschland) vor dem Tor und parallel zur Torlinie. Der Schütze konnte von jedem Punkt auf der Linie den Strafstoß ausführen. Alle Spieler durften sich maximal 6 yd (5,5 m) dem Ball nähern, auch der gegnerische Torwart. Dafür wurde 18 yd parallel zur Torlinie eine gestrichelte Linie ergänzt. Bis zu dieser durften sich alle Spieler – abgesehen von dem Ausführenden und dem gegnerischen Torwart – nähern.   Der Torraum war bis 1902 noch nicht eckig, sondern aus zwei Halbkreisen, die sich an je einer Seite ergänzten, sodass eine B-Form entstand. Die Kreise waren jeweils 6 yd (= 5,5 m) Radius von den Torpfosten gemessen. Damit der Schiedsrichter es bei der Beurteilung leichter hatte, wurden auf manchen Spielfeldern noch eine kurze Linie 6 …

Ein Spiel im Jahre … 1913

Teil 6 der Reihe „Ein Spiel im Wandel von 50 Jahren„. Die schon erschienenen Teile: 1863 – 1873 – 1883 – 1893 – 1903.   1913 Das rechteckige Spielfeld muss mit je einer Fahne in einer Ecke gekennzeichnet werden. Die Fahnen müssen (gerundet) 1,5 m hoch sein. Zusätzlich sind die Seitenlinien und Torlinien als durchgehende Markierung aus Kreideschlamm oder als V-förmigen Furche markiert. Die Größe des Spielfeldes ist variabel: Es muss (gerundet) 101-110 m lang und (gerundet) 64-73 m breit sein. An allen vier Ecken sind Viertelkreises von 1 m Radius eingezeichnet. Tor- und Seitenlinien müssen rechte Winkel bilden. Aus der Strafstoßlinie wird ein Strafstoßpunkt 11 m mittig vor dem Tor. Der Torraum ist kein Halbkreis mehr, sondern ein Quadrat von (gerundet) 5,5 x 5,5 qm vor dem Tor, die Linien rechtwinklig verbunden. Rechtwinklig verbunden sind auch die Linien des Strafraums, ein Rechteck, (gerundet) 16,46 x 40,32 qm. Wahlweise können auch seitlich der Mittellinie zwei Fahnen aufgestellt werden, die (gerundet) 1,5 m hoch sein müssen und zudem 1 m im Seitenaus stehen müssen. Die Spieler …

Ein Spiel im Jahre … 1903

Teil 5 der Reihe „Ein Spiel im Wandel von 50 Jahren„. Die schon erschienenen Teile: 1863 – 1873 – 1883 – 1893 – 1913.   1903 Das rechteckige Spielfeld muss mit je einer Fahne in einer Ecke gekennzeichnet werden. Die Fahnen müssen (gerundet) 1,5 m hoch sein. Zusätzlich sind die Seitenlinien und Torlinien als durchgehende Markierung aus Kreideschlamm oder als V-förmigen Furche markiert. Die Größe des Spielfeldes ist variabel: Es muss (gerundet) 101-110 m lang und (gerundet) 64-73 m breit sein. An allen vier Ecken sind Viertelkreises von 1 m Radius eingezeichnet. Tor- und Seitenlinien müssen rechte Winkel bilden. Aus der Strafstoßlinie wird ein Strafstoßpunkt 11 m mittig vor dem Tor. Der Torraum ist kein Halbkreis mehr, sondern ein Quadrat von (gerundet) 5,5 x 5,5 qm vor dem Tor, die Linien rechtwinklig verbunden. Rechtwinklig verbunden sind auch die Linien des Strafraums, ein Rechteck, (gerundet) 16,46 x 40,32 qm. Die Spieler kommen auf das Feld; es sind im Regelwerk festgeschriebenelf in jeder Mannschaft, obwohl eine Anzahl nicht in den Regeln festgeschrieben ist. Mit ihnen je Mannschaft ein Schiedsrichter („referee“) …

Ein Spiel im Jahre … 1893

Teil 4 der Reihe „Ein Spiel im Wandel von 50 Jahren„. Die schon erschienenen Teile: 1863 – 1873 – 1883 – 1903 – 1913.   1893 Das rechteckige Spielfeld muss mit je einer Fahne in einer Ecke gekennzeichnet werden. Zusätzlich sind die Seitenlinien und Torlinien als durchgehende Markierung aus Kreideschlamm oder als V-förmigen Furche markiert. Die Größe des Spielfeldes ist variabel: Es muss (gerundet) 91-183 m lang und (gerundet) 46-91 m breit sein. An allen vier Ecken sind Viertelkreises von 1 m Radius eingezeichnet. Außerdem gibt es an beiden kurzen Spielfeldseiten einen Halbkreis mit einem Radius von (gerundet) 5,5 m vor den Torpfosten, Torraum genannt, und eine Linie parallel zur Torauslinie, aber (gerundet) 11 m im Feldinnern, die Strafstoßlinie. Die Spieler kommen auf das Feld; es sind üblicherweise elf in jeder Mannschaft, obwohl eine Anzahl nicht in den Regeln festgeschrieben ist. Mit ihnen je Mannschaft ein Schiedsrichter („referee“) und zwei Linienrichter („linesmen“). Der Schiedsrichter lässt direkt einen Spieler nicht auf das Spielfeld, da aus seinem Schuh ein Eisenstück ragt. Er muss seine Schuhe wechseln, darf …

Ein Spiel im Jahre … 1883

Teil 3 der Reihe „Ein Spiel im Wandel von 50 Jahren„. Die schon erschienenen Teile: 1863 – 1873 – 1893 – 1903 – 1913.   1883 Das rechteckige Spielfeld muss mit je einer Fahne in einer Ecke gekennzeichnet werden. Zusätzlich sind die Seitenlinien und Torlinien als durchgehende Markierung aus Kreideschlamm oder als V-förmigen Furche markiert. Die Größe des Spielfeldes ist variabel: Es muss (gerundet) 91-183 m lang und (gerundet) 46-91 m breit sein. An allen vier Ecken sind Viertelkreises von 1 m Radius eingezeichnet. Die Spieler kommen auf das Feld; es sind üblicherweise elf in jeder Mannschaft, obwohl eine Anzahl nicht in den Regeln festgeschrieben ist. Mit ihnen je Mannschaft ein Schiedsrichter („umpire“), die direkt einen Spieler nicht auf das Spielfeld lassen, da aus seinem Schuh ein Eisenstück ragt. Er muss seine Schuhe wechseln, darf dann am Spiel teilnehmen. Ein weiterer Spieler wird ebenfalls zunächst nicht zum Spiel zugelassen. Er trägt einen der kürzlich eingeführten Schienbeinschoner, aus dem aber ebenfalls ein Eisenstück ragt. Auch er muss den Schienbeinschoner wechseln oder ohne ihn spielen. Die beiden Umpire-Schiedsrichter …

Wie sah Sporttraining früher aus?

Häufig fragte ich mich, wie früher im Profi- und Amateurbereich trainiert wurde. Wobei ich mit früher die Zeit vor 1914 meine. Ich habe lange Zeit dazu nichts gefunden, wurde nun aber in zwei zeitgenössischen Büchern fündig. Sowohl, was das Training anging als auch den Grund, weshalb ich lange nichts fand: Es gab kein Training, das den heutigen Terminus erlaubt. Dabei ist die Idee des Trainierens keine des 19. Jahrhunderts. Richard Mulcaster (1561) empfahl, dieses Spiel für „rohe Massen“ durch einen „training master“ eine Person, die „jugde over the parties and hath authroritie to commaunce“, zu kontrollieren 1)Zit. n. M. Marples: A History of Football. London 1954. S. 66-67.. Montague Shearman erwähnt zwar (1887), dass es eine Vielzahl von Büchern über Trainingübungen gibt und meint damit vor allem den Leichtathletikbereich, doch Training meinte zu dieser Zeit immer vorrangig die Ess- und Trinkgewohnheiten der Sportler, selten Bewegung. Going into training „Going into training“ meinte 1863 wie auch 1887, dass man seine Ess- und Trinkgewohnheiten zu einem für einen Sportler vermeintlich gesunden Maß reduzierte – aus heutiger Sicht …