Autor: Petra Tabarelli

Schiedsrichterinnen im Männerfußball

Hier eine alphabetische Übersicht über Schiedsrichterinnen, die in den oberen bzw. Profi-Männerligen schiedsen oder schiedsten. Hinweise über zu ergänzende Frauen gerne an mich oder hier in die Kommentare. Dagmar Damková Die 1974 geborene Tschechin begann mit 14 Jahren das Fußballspielen und wurde mit 21 Jahren Schiedsrichterin. Sie war die erste Frau, die in Tschechien Wettbewerbsspiele im Männerfußball pfiff (erstmals in Oktober 2003). 2011 beendete die Englischlehrerin ihre Laufbahn als Schiedsrichterin und wurde das erste weibliche Mitglied der UEFA-Schiedsrichter-Kommission. Amy Fearn, geb. Rayner 1977 in England geboren, wollte sie gerne Fußballspielen, doch es gab für sie als Mädchen keine Möglichkeit. So begann sie mit 13 Jahren einen Schiedsrichterkurs zu besuchen – zusammen mit ihrem Vater. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftsprüferin ist seit 2004 Schiedsrichterin in der Football Conference (fünfthöchste Männerliga) und seit 2005 Schiedsrichterassistentin in der Football League (zweithöchste Männerliga). Sie war aber dennoch die erste Frau in England, die ein Spiel in der Football League leitete: 2010 erlitt bei der Partie Coventry gegen Nottingham Forest der Hauptschiedsrichter Tony Bates eine Wadenzerrung. Amy Fearn übernahm daraufhin …

KartenTeamoffizielle_2020-21

Karten für Teamoffizielle 2020/21

Karten für Teamoffizielle 2020/21 – Eine Übersicht über die Karten – Verwarnungen wie Platzverweise – von Teamoffiziellen in der 1. Bundesliga (m), der 2. Bundesliga (m) und DFB-Pokal (m) sowie in der Champions League (m) und der Europa League in der Saison 2020/21. Für den Frauenfußball gibt es leider keine Quellen, die die Infos weitergeben. Für die vergangene Saison siehe hier: Karten für Teamoffizielle 2019/20.

Fußball und Technologie – Ein knapper Überblick

Es wird im Fußball Technologie immer wichtiger. Im Spiel selbst wird sie noch nicht sehr lange eingesetzt. Fußball & Technologie sind seit 100 Jahren zusammen. Auf der einen Seite haben sie sich gegenseitig gefördert, auf der anderen Seite haben sie zu Diskussionen geführt. So trugen beispielsweise Radio- und Fernsehübertragungen zur Popularität des Fußballs bei, und die Begeisterung für den Sport wirkte sich positiv auf die Medien aus. Andererseits gibt es seit den 1960er Jahren Diskussionen über die Zeitlupe in Fernsehübertragungen oder deren Verwendung als Videobeweis. Ein kurzer Überblick GLT (Goal line technology/Torlinientechnik) Nach zwei Jahren intensiver Tests entschied sich das IFAB bei einer Sondersitzung im Anschluss an die Europameisterschaft 2012 für die Hawkeye-Technologie.

Die wahre Geschichte der Auswechslungen im Fußball

Beim Thema Auswechslungen im Fußball denken viele an den sogenannten Wechselfehler von Otto Rehhagel, der sich am 28. September jährt. Damals duften entsprechend der DFB-Bestimmungen nur eine bestimmte Anzahl an Nicht-EU-Ausländer zeitgleich für ein Team auf dem Feld stehen. Daran hatte Rehhagel bei einer verletzungsbedingten Auswechslung nicht mehr gedacht …   Ein guter Anlass, um die Entwicklung der Auswechslung im Fußball näher unter die Lupe zunehmen. Denn im Internet gibt es dazu genauso viele Mythen und falsche Jahreszahlen wie Fakten. DR;TL ➡️ Wer keine Lust oder Zeit hat, sich den gesamten Beitrag durchzulesen, kann auch zum letzten Kästchen am Ende des Beitrags skippen. Die Entwicklung der Auswechslungen im Fußball: Eindeutig uneindeutig Die Quellen sprechen eine klare Sprache. Und doch es hat viele Ausnahmen bei der Auswechslung im Fussball gegeben, wie Spielberichte zeigen. Eigentlich waren Auswechslungen nur in Freundschaftsspielen, nur bei Verletzung und nur eine Person pro Team pro Spiel erlaubt. Eigentlich. Ich bin bereits auf mehrere Ausnahmen in einigen Ländern auf dem europäischen Festland zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg gestoßen. Auch die vier britischen Verbände …

Deutsche Fußball-Geschichte – Born in Lüneburg

Die deutsche Fußball-Geschichte wird immer wieder mit Konrad Koch in Braunschweig begonnen. Dabei ist dies lediglich ein Mythos. Ein Mythos, der sich allzu leicht verbreitete hatte. Nicht zuletzt durch einen Kinofilm über Konrad Koch mit Daniel Brühl oder über eine erst im Sommer 2020 ausgestrahlte Dokumentation des TV-Senders NDR. Der Beginn der deutschen Fußball-Geschichte Der Fußballhistoriker Hans-Peter Hock stieß bei Recherchen auf einen Artikel der englischen Wochenzeitschrift The Field, the farm, the garden. The country gentleman’s newspaper vom 04.09.1875. Diese berichtete, dass Ende August ein Fußballspiel nach FA Rules an der Schule Johanneum in Lüneburg stattgefunden hat. Zu einer Zeit, als in Braunschweig oder auch Dresden noch nach Rugby-ähnlichen Regeln gespielt wurde. (Denn Konrad Koch führte Rugby in Braunschweig ein, nicht Fußball. Es hieß früher nur beides football.) Dieser Fußballclub an der Schule von Lüneburg wurde 1874 gegründet und bestand vermutlich nur kurze Zeit, wenngleich es im Jahr 1875 noch weitere Spiele gab. Davon bezeugt nicht nur The Field, sondern auch der Lokal-Zeitung von Lüneburg. Aber es ist für früheste Nennung eines Fußball-Spiels in Deutschland …

Geschichtswettbewerb des bundespräsidenten

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2020: Fußballgeschichte Online

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist eine jährliche Veranstaltung, die regelmäßig seit 1973 stattfindet und jedes Jahr unter einem anderen Motto steht. 2020/21 ist das Thema „Bewegte Zeiten. Sport macht Gesellschaft“. Binnen sechs Monaten, von Anfang September bis Ende Februar, forschen Schüler*innen zu einem selbstgewählten Thema. Die Ergebnisse sind vielfältig: Einen Artikel, einen Podcast, eine App, ein Tik-Tok-Channel oder Youtube-Video oder Ausstellung – gerne auch crossmedial. Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten wird durch die Körber-Stiftung durchgeführt, auf deren Homepage auch alle Informationen gebündelt zu finden sind.

Ausschnitt aus der Beitragstitelseite des Artikels über Simon Rosenberger in der DFB-SR-Zeitung 6/2019.

Remind Simon Rosenberger – eine Reminiszenz

Simon Rosenberger (1885-1931) war ein Pionier und in vielerlei Hinsicht Mann der ersten Stunde: Als Mitglied des MTV München von 1879 war er nur kurz aktiver Sportler, dafür aber bereits mit 15 Jahren in fast allen Sportarten in der Theorie der beste. Der ausgebildete Beamtenbuchhalter gründete u.a. sowohl die Münchener als auch Bayerische Schiedsrichter-Vereinigung, arbeitete und schrieb in den 1910er Jahren für Seybolds „Der Fußball“, 1921-1925 als Redakteur für den Kicker, gab 1926-1931 die neu gegründete DFB-Schiedsrichter-Zeitung heraus und war in zahlreichen Schiedsrichterverbänden tätig, u.a. 1924-1931 im damals neugegründeten Bundesschiedsrichterausschuss des DFB. 🇬🇧 For the English version look here. Mit Leib und Seele Denn sein Schiedsrichter- und Funktionärskollege Carl Koppehel strich ihn bewusst aus der Fußball-Erinnerung. Vor allem wegen persönlicher Animositäten Koppehels gegenüber Simon Rosenberger. Aber Rosenbergers (+1931) jüdischer Glaube half, ja, legitimiert Koppehels Verhalten. Dabei tilgte Koppehel nicht nur Rosenberger aus der Sport-Geschichte durch Nichterwähnung, sondern auch viele andere jüdische Sportler und Clubs. Carl Koppehel war ein Technokrat während der NS-Zeit und auch noch nach der NS-Zeit vom totalitären System der Nationalsozialisten überzeugt. Neid …

Meine überarbeitete Webseite ist online!

Seit 2017 blogge ich auf Nachspielzeiten zu allem, was mich interessiert, was ich gelesen habe, was ich gefragt wurde. Ich freue mich, dass meine Arbeit geschätzt und bekannter wird. Auch über deutschsprachige Grenzen hinaus. So sprach ich beispielsweise beim virtuellen, internationalen „The Global Sport Industry and Coronavirus“-Symposium des ECSS (Edinburgh Critical Studies in Sport)  Anfang Juni über Corona-Konsequenzen für den Fußball (nicht nur Männerfußball) in Deutschland und über die Stimmung bei den Fans. Deshalb habe ich mich entschieden, künftig vor allem auf meiner Seite petra-tabarelli.de auch zu bloggen. Ein paar Artikel von Nachspielzeiten habe ich ins Englische übersetzt und ab September wird ein großer Artikel pro Monat erscheinen. Ich weiß, dass nicht jeder genauso gerne Artikel auf Englisch liest oder verstehen kann. Aber was nutzt es, wenn in England oder anderen Ländern weiterhin inkorrekte Jahreszahlen und Entwicklungen tradiert werden? (So beispielsweise bei der Entwicklung der Auswechslung.) Daher würde ich mich freuen, wenn ihr meine Webseite in euren RSS-Reader aufnehmt oder regelmäßig auch diese Seite besucht. Ich werde aber künftig auch hier auf meine Artikel auf meiner …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln historisch im Quiz #01

Ein historisches Regelquiz Die Fußballregeln gibt es seit bald 200 Jahren. Und Regelfragenquiz gibt es zuhauf, um das Wissen über die aktuellen Regeln abzufragen. Aber historische Quiz über die Fußballregeln der letzten 150-200 Jahre gibt es noch nicht. Bis jetzt. In loser Folge gibt es hier bei Nachspielzeiten nun kurze Quiz zu den Fußballregeln der letzten Jahrzehnte. Und wen die Hintergründe der Antworten interessieren, findet am Ende des Quiz ein pdf, dass diese einordnet und erklärt. Viel Spaß mit Quiz Nummer 1.

Der Mythos vom Proletariersport, eine Fußballromanze

Das habe ich gern gelesen, weil er historisch den Mythos des Fußballs als Proletariersport beleuchtet, der auch gerne als Fußballromantik inszeniert wird. Oliver Fürtjes ließ in „Fußball und der Mythos vom Proletariersport“ aber nicht nur einfach den Mythos platzen, sondern setzte an die Stelle des nebeligen Mythos den festen Grund der Fakten. Oliver Fürtjes: Fußball und der Mythos vom Proletariersport. Zur Kontinuität eines schichtenübergreifenden Massenphänomens. In: vhw FWS 6 (Dezember 2012). S. 317-325.

Fellowes‘ The English Game – wie wahr ist die Story?

Die neue Mini-Serie von Julian Fellowes, The English Game, ist seit dem 20. März 2020 bei Netflix verfügbar. Wie schon im Trailer bekanntgegeben, basiert die Story auf wahren Gegebenheiten. Doch wie sehr? . CN: Spoiler & Demytifizierung (ja, das Wort Demytifizierung gibt es tatsächlich) . . . Fußballspielbegegnungen in English Game Das FA-Cup 1878/79, Old Etonians gegen Darwen FC: Das Spiel gab es im FA-Cup in dieser Saison und das erste Spiel endete unentschieden, das letzte gewannen die Old Etonians. Weggelassen wurde aber noch ein zweites Unentschieden. Dieses Spiel wurde als dreimal angesetzt. Das FA -Cup-Finale 1879/80(?), Old Etonians gegen Blackburn FC und der erste Arbeiterverein, der den FA Cup holte: Man könnte anhand des Erzählsprungs davon ausgehen, dass der Blackburn FC den FA Cup der Saison 1879/80 gegen die Old Etonians gewonnen hat. Allerdings wird vor Spielbeginn kein Jahr eingeblendet. Denn hier mischte Fellowes einiges für das Serienfinale: In der Saison 1870/80 gewann Clapham Rovers im Finale gegen Oxford University den Pokal, die Old Etonians schieden in der 5. Runde gegen den späteren Sieger aus …

Die Demokratisierung des Fußballs

Für das aktuelle Zeitspielmagazin durfte ich einen Beitrag für das Titelthema „1920“ schreiben. Nein, es geht nicht um die Regeländerungen. Tatsächlich gab es keine Änderungen und hätte es sie gegeben, wären sie nicht für Deutschland bindend gewesen, weil die FIFA 1920 bis 1924 nicht Teil des IFAB war. Es geht um die Demokratisierung des Fußballs. Fußball und Gesellschaft, um die Synergie des Spiels nach dem ersten Weltkrieg, als sich in Deutschland viel im Sozialgefüge tat und Fußball plötzlich ein Massenphänomen war. Das Zeitspiel-Magazin kann man hier kaufen oder auch abonnieren.

HSV Geschichte(n)

Ich war im HSV Talk zu Gast und sprach über die Geschichte des HSV bis 1945, insbesondere über das unendliche Meisterschaftsspiel 1922 und Tull Harder, und außerdem über #TheEnglishGame und modernen Fußball. Hier könnt ihr euch die Podcast-Folge anhören.  

Rezension: Martin Westby – England’s Oldest Football Clubs (1815-1889)

Mit seinem im letzten Jahr erschienen Buch „England’s Oldest Football Clubs“ hat Martin Westby eine sehr umfangreiche Quellensammlung geschaffen, die nicht nur die verschiedenen Clubs in der frühen Phase des Fußballs beschreibt, sondern auch die Regeln an einigen Stellen.

Karten für Teamoffizielle 2019/20

Eine Übersicht über die Karten – Verwarnungen wie Platzverweise – von Teamoffiziellen in der 1. Bundesliga der Männer in der Saison 2019/20. Nach 34. Spieltagen   Rote Karten Max Eberl (Borussia Mönchengladbach, Sportdirektor) 3 Gelbe Karten Steffen Baumgart (SC Paderborn) Marco Rose (Borussia Mönchengladbach) 2 Gelbe Karten niemand 1 gelbe Karte Tim Barten (Werder Bremen, Teammanager) Axel Bellinghausen (Fortuna Düsseldorf, Co-Trainer) Tim Borowski (Werder Bremen, Co-Trainer) Florian Bruns (SC Freiburg, Co-Trainer) Frank Fröhling (FC Schalke 04, Co-Trainer) Florian Kohfeldt (Werder Bremen) Sascha Lense (FC Schalke 04, Sportpsychologe) Julian Nagelsmann (RB Leipzig) Martin Przondziono (SC Paderborn, Geschäftsführer Sport) Uwe Rösler (Fortuna Düsseldorf) Danilo de Souza (SC Paderborn, Co-Trainer) David Wagner (FC Schalke 04) Philipp Wegner (VfL Wolfsburg, Teammanager) Nicht (mehr) angestellte Spieloffizielle Ante Čović (ehem. Hertha BSC): 1x gelb Friedhelm Funkel (ehem. Fortuna Düsseldorf): 2x gelb Sandro Schwarz (ehem. 1. FSV Mainz 05): 1x gelb-rot ••••••••• Header: Christian Spitschka – Gelbe und Rote Karte beim Fußball. CC PD. ••••••••• Ähnliche Artikel Fußballregeln 2019/2020 und die historische Entwicklung What is the purpose of the offside law? Fellowes‘ The …

Die Achillesferse des Fußballs

Nicht erst dieser Tage fragen sich manche, worin der Sinn und Zweck der Abseitsregel ist. Auch schon 1924 fragte sich Felix Schmal, Leser der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung genau das. Kurz bevor die Abseitsregel etwas geändert wurde (aus „weniger als drei Gegenspieler“ wurde „weniger als zwei Gegenspieler“), schreibt er mit ordentlich Pathos über „Die Achillesferse des Fußballs“: „‚Wozu, fragen wir, ist eigentlich die ’Abseits’-Regel gut? Ist ihr Nutzen wirklich so groß, daß er die unleugbaren Nachteile aufwiegt? Fast könnte man meinen, die Regel sei eine Erfindung des Teufels und nur zu dem Zwecke geschaffen, Spieler zu Verzweiflung zu bringen, Zuschauer zu Skandalen aufzureizen und Schiedsrichtern zu Prügel zu verhelfen. Zweifellos ist keine andere Regel so sehr wie diese geeignet, Anlaß zu Irrtümern zu geben, und zwar aus dem einfach Grunde, weil die Frage schwer theoretisch noch schwerer aber praktisch zu lösen ist, und es nur wenige Schiedsrichter gibt, die die schier übernatürliche Eigenschaft haben, die Regel fast fehlerlos zu handhaben. Wozu sind nun die Fußballgesetze mit dieser unglückseligen Regel belastet, die schon soviel Unheil angerichtet hat?’.“ Die …

zwei-schiedsrichter

Zwei Schiedsrichter auf einem Spielfeld

VAR – Ein Akronym, das manchen Fan, Spieler:in oder Teamoffiziellen direkt auf die Palme bringt. Dass das Amt nicht mehr rückgängig wird, ist vielen klar und so kursiert neben den Vorschlägen, wie man seine Kompetenzen ändern könnte auch der Vorschlag, stattdessen einen zweiten Schiedsrichter auf dem Spielfeld einzuführen.

Abseits – in dubio pro reo?

Während der Diskussionen rund um den Sinn und Zweck der Abseitsregel kurz vor Weihnachten 2019 kam bei Twitter die Frage auf, warum denn nicht mehr wie früher im Zweifel bei Abseits für den:die Angreifer:in entschieden werden würde. Die Antwort ist ziemlich banal.

Fußballprofi – und danach?

In diesem Blogartikel geht um Profifußballspieler zwischen 1885 und 1914 in England: Über ihren Lohn, ihre Arbeitsstelle, ihre Zukunft nachdem Profifußball. Seitdem hat sich manches verändert und manches nicht.   Servant & Master Die Beziehung zwischen dem Fußballspieler und dem director, der meist sowohl Trainer als auch Manager des Vereins war, war die klassische Hierarchie zwischen einem Meister („master“) und einem Bediensteten („servant“. Diese Begriffe verwendete die zeitgenössische Presse, um Hierarchien zu beschrieben und zementieren. Tatsächlich hatte der Fußballer wenig bis keine Kontrolle auf Arbeitspläne oder Konditionen des Vertrags. Alles wurde von director ihm vorgegeben, der Spieler war nur Ausführender. Im Grunde war es nicht anders wie zwischen einem Arbeiter und dem Unternehmer, nur war der Fußballer zugleich Maschine und Bediener der Maschine. Er erhielt seine Identität über die Position auf dem Spielfeld. Die meisten Profifußballer der ersten Jahrzehnte kamen aus einem eher prekären Familienverhältnis und ein möglicher Verdienst von 4 Pounds pro Woche lockte viele. Ungelernte Arbeiter verdienten meist weniger als 2 Pounds/Woche. Dass sich die meisten Vereine die Ausgaben von 4 Pounds wöchentlich …

Fußballtransfer Emblem Players Union

Das Thema Fußballtransfer

Das Thema Fußballtransfer und die Transfersummen sind nicht erst seit den letzten Jahren ein Thema, dass die Gemüter erhitzt. Eine Reise ins England des 19. Jahrhunderts, ins Victorian Age, kurz nachdem hier der Fußball professionell wurde. Profifußball = Transfergebühren Mit Beginn des erlaubten Profifußballs gab es zunächst einige Fußballtransfer-Restriktionen, die Lohn der Spieler und ihren Wohnort betrafen. Diese Einschränkungen wurden im Laufe der Jahre immer mehr gelockert und zu Beginn des 20. Jahrhundert schien es, als sei ein Ende der dieser in Sicht. Das beschrieb auch John Cameron in seiner 1908 erschienen Schrift Association Football and How to play it: Es sei schon vieles besser geworden, da die Spieler das Recht auf einen besonderen Einspruch bei Komitee der Liga haben und der geforderte Betrag für den Fußballtransfer der Spieler stark reduziert wurde. Er wünschte, er würde bald ganz aufgehoben werden, denn „der Spieler soll ein Mensch und kein Sklave sein“ 1)Vgl. Cameron, John: Association Football and How to play it. London [1908]. S. 65.. Natürlich sollen Vereine eine Entschädigung für wechselnde Spieler erhalten, fand Cameron, …

Spielregeln des VBB (1900)

Ein Jahrzehnt nach den Spielregeln des Bundes deutsche Fußball-Spieler von 1890/1892 gab es im Verband Berliner Ballspielvereine neue Fußballregeln, die verbandsweit galten. Sie sind wesentlich umfangreicher als die Regeln des Bundes deutscher Fußballspieler und ähneln deutlich den DFB-Regeln von 1903 und damit den Laws of the Game. Ausnahmen sind das Hochwerfen des Schiedsrichterballes statt dem Fallenlassen des Balles und der Einschub, dass ein Strafstoß nur gegeben werden kann, wenn die gegnerische Mannschaft das unfaire Spiel reklamiert.   Das Regelwerk 1 [Spielfeld] Der Spielraum soll höchstens 180 Meter lang und 90 Meter Breitsein (das Minimum ist 90 Meter mal 45 Meter) und muß an den vier Ecken mit Fahnen  (Eckfahnen) abgegrenzt sein. Die Tore bestehen je aus zwei 7¼ Meter auseinander stehenden senkrechten Stangen, 2,40 Meter hoch, welche durch eine Querstange oder auch durch einsstraffe Schnur verbunden sind. Diese Tore stehen in der Mitte der Breitseiten. Eine Linie soll 11-Meter vor jedem der Tore, parallel mit den Mal- oder Torlinien, markiert werden (am einfachsten geschieht dieses durch Aufstellen von Fahnen an den Längsseiten), auch muß die Mitte …