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Es VAR einmal … Eine kurze Geschichte des Videobeweises

Wäre das hier ein Märchen, dann wäre der Videobeweis ein magisches Zeichen (ihr wisst schon, welches) und über dessen Ausführungsberechtigung einerseits eine in Rauch gehüllte Gestalt (der Geist des Spiels) und andererseits eine bebrillte, penible Person mit erhobenem Zeigefinger (Fehlentscheidnix)  diskutieren. Aber der Videobeweis ist kein Märchen. Es gibt ihn wirklich – und wirklich lange hat man für und wider ihn diskutiert. Kommt mit auf die Tatsachenreise mit den wichtigsten Ereignissen rund um den Videobeweis. Die Geschichte des Videobeweises ist auch eine Geschichte des Einsatzes von Foto-, Video- und Televisionstechnik und ganz besonders der Zeitlupe Ziel der Filmemacher der Zwischenkriegszeit war es, das technische Können zu zeigen und bei Menschen, die nicht vor Ort an dem Sportereignis teilnehmen konnten, einen sichtbaren Eindruck zu vermitteln. Das änderte sich noch nach dem 1. Weltkrieg, als hinlänglich bekannt war, was per Fotografie und Film möglich war. Neue Geschäftsidee wurde es in England beispielsweise, bei Fußballspielen Schiedsrichterentscheidungen durch die neue Technik der Zeitlupe in Frage zu stellen und Relevanz und Nachfrage zu schaffen. So wurde auch das Finale des …

„Die ‚Schutzhand‘ wird vermutlich noch länger diskutiert werden.“

Es gibt keine Schutzhand. Es gibt sie nicht und es gab sie nicht. Das wiederholen Collinas Erben, Alex Feuerherdt und Klaas Reese, auch in Folge 99 abermals. Ich erinnerte mich beim Hören, dass der Begriff in einer der Schiedsrichter-Zeitungen, die ich durchgesehen hatte, vorkam und fand in meinen Notizen, dass der Begriff um 1930 aufgekommen zu sein scheint.

Wie Trautmann spielte

Am 14. März 2019 kam Trautmann (Originaltitel: The Keeper) in die Kinos. Der Film erzählt das Leben von Bert Trautmann, der als Torhüter von Manchester City weltweit berühmt wurde und 2004 von Queen Elizabeth II. für seine Meriten als Fußball um die deutsch-englische Verständigung als OBE aus. Er verstarb 2013. Von 1949 bis 1964 spielte Bert Trautmann für Manchester City. Wer erwartet, dass ich über die Veränderungen des Torhüterspiels während dieser Jahre schreibe, der hat den gleichen Gedankengang wie ich und muss ernüchtert feststellen: In diesen 15 Jahren betraf keine der Regeländerungen das Spiel des Torhüters. Es ist zugleich die zweitlängste Phase überhaupt, in der sich für Torhüter nichts änderte. An dritter Stelle steht die Phase zwischen 1980 (Torhüter/in darf sich bei der Ausführung des Strafstoßes auf der Torlinie bewegen) und 1992 (Verbot des Rückpasses). Die längste Phase ist die aktuelle, denn seit der Änderung der Vier-Schritte-Regel zu der Sechs-Sekunden-Regel (2000) hat sich für Torhüter nichts mehr geändert. Eine gewisse Änderung wartet aber ab der Saison 2019/20 auf sie: Wenn sie den Abstoß ausführen, muss …

Fußballregelfragen von 1940

In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmäßig Fragebogen samt Antworten für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis überprüfen wollen. Das könnt ihr nun auch! Teil 1 mit Fragen zu den Regeln von 1929 ist bereits erschienen, nun geht es an Regelfragen aus dem Jahr 1940. Mittlerweile wurden die Laws of the Game neustrukturiert und musste von allen übernommen werden. Auch gab es innerhalb Deutschlands keine Unterschiede zwischen den Verbänden, denn durch die nationalsozialistische Diktatur gab es keine Unterschiede mehr. Dennoch: Die deutsche Auslegung der Regeln lässt sich aus den Antworten herauslesen. Heute geht es also in das Jahr 1940 und auch hier: Die Antworten sind jeweils hinter dem Spoiler-Bereich versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Im Gegensatz zu 1929 sind die Fragen und Antworten Teil einer Reihe, genauer gesagt die 8. und 18. Folge. Im Original sind es die Fragen 319 bis …

Fußballregelfragen von 1929

Teil 1 In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmäßig Fragebogen samt Antworten für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis überprüfen wollen. Das könnt ihr nun auch! 1929 waren die deutschen Fußballregeln zwar beinahe an die Laws of the Game des IFAB angeglichen, aber die Auslegung der Regeln unterschied sich mitunter von denen auf der britischen Insel und Mitgliedsländern der FIFA (die ebenfalls eigentlich an die Laws of the Game gebunden waren) und auch innerhalb Deutschlands von Verband zu Verband. Also, reist heute zurück ins Jahr 1929 und schaut, wie ihr abschneidet. Die Antworten sind jeweils hinter dem SPOILER versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Und das soll es nicht gewesen sein. In einer Woche folgt noch ein Fragebogen von 1940. Viel Vergnügen!   „58 Fragen für die theoretische Schiedsrichter-Prüfung im Fußball. Zusammengestellt vom Verbands-Schiedsrichter-Ausschuß im V.M.B.M. [= Verband mitteldeutscher Ballspielvereine] [Quelle: Deutsche …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln 2019/2020 und die historische Entwicklung

Da sind sie, die neuen Fußballregeln. Das IFAB hat heute seine Änderungen für die Fußballregeln der kommenden Saison bekanntgegeben. Stichtag für die neuen Fußballregeln ist der 1. Juni 2019, aber dennoch wird das Finale in der Champions League der Herren noch nach den für die Saison 2018/19 gültigen Fußballregeln gespielt, da das Spiel ja noch dieser Saison zählt.

Mögliche IFAB-Regeländerungen 2019 historisch betrachtet

Am 2. März 2019 wird das IFAB über die Regeländerungen für die Saison 2019/20 abstimmen. Die Tagesordnung gibt nur kurz wider, für welche Regeln Änderungsvorschläge eingegangen sind. Welche es genau sind, hat u.a. Chaled Nahar für die Website der ARD Sportschau beschrieben. Und ich möchte noch einen historischen Blick auf die möglichen Regeländerungen bieten. Das IFAB Das IFAB kam zum ersten Mal am 2. Juni 1886 zusammen und bestand aus den nationalen Fußballverbänden von England, Schottland, Wales und Irland (seit 1921 Nordirland). 1914 kam die zehn Jahre zuvor gegründete FIFA hinzu und hatte zunächst zwei Stimmen (konnte so von den vier britischen Verbänden überstimmt werden). Mittlerweile haben die vier UK-Mitglieder vier Stimmen und die FIFA vier Stimmen, wobei die FIFA einstimmig wählen müssen. Für Näheres und Weiteres siehe die schon erschienen Artikel Die Entstehung des IFAB und seine Regelwerkänderungen sowie Das IFAB 1886-1914.   Law 8 – The Start and Restart of Play: Dropped ball Dropped ball ist der englische Begriff für den Schiedsrichterball. Nach Wunsch des diesjährigen Vorschlags soll sich an seiner Ausführung und …

Regelwerke um 1870 – Fußball, Rugby und Vermischtes

In Charles William Alcocks kurzer Schrift The Book of Rules of the Game of Football, hier in einer Ausgabe aus New York von 1871 online, gibt der bekannte Fußballfunktionär der ersten Jahrzehnte der FA sieben aktuelle Regelwerke wieder. Nicht immer ist genannt, wann diese Regelwerke erstellt bzw. zuletzt geändert worden waren, doch für manche lässt es sich rekonstruieren. Es sind: FA Rules, Stand von 1870 Sheffield FA Rules, Stand von 1869 Eton Field Game, Stand von 1862 Winchester College, Stand vor 1871 Rugby School, Stand zwischen 1863 und 1870 Harrow School, Stand vor 1871 Cheltenham College, Stand vor 1871. Im Gegensatz zu den gestern veröffentlichten Vergleichen von Regelwerken der späten 1840er, späten 1850er, frühen 1860er Regeln und deren Vergleich bzw. Entwicklung, geht es hier auch um die Regeln des Rugbys (an der Rugby School in den 1860er Jahren) und Mischvarianten (Winchester College und Cheltenham College, zum Teil auch Eton Field Game). Ich möchte die Vielfalt des Fußballspiels der 1860er Jahre verdeutlichen, denn für football gab es keine zwei eindeutigen Regelwerke, unterschieden in Assoziationsfußball (nach FA …

Vergleich: Regelwerke von 1847-1863

Nachdem häppchenweisen Vergleich verschiedener Regelwerke für Fußball ohne oder mit wenig erlaubtem Handspiel bietet es sich an, die Entwicklung der einzelnen Regeln durchzugehen. Sie sind außerdem schon in den einzelnen Beiträgen zu den Fußballregeln aufgeführt. Die einzelnen Vergleiche: Regelwerke vom Ende der 1840er Jahre Regelwerke vom Ende der 1850er Jahre Regelwerke vom Anfang der 1860er Jahre Regelwerke um 1870 – Fußball, Rugby und Vermischtes   Spielfeldmaße Spielfeldmaße sind überhaupt erst in den 1860er Jahren genannt. Da sie sich hier recht ähneln, ist davon auszugehen, dass sie sich bereits zuvor angeglichen haben und daher auch ungeschriebene Vereinbarungen vorhanden waren.   Tormaße Nur in Eton gab es eine Höhenbegrenzung, die bereits 1847 bei 2,13 m lag und sich danach nicht änderte. Alle anderen Regelwerke kannten innerhalb dieser Zeitspanne keine Höhenbegrenzung. Die Breite des Tores variierte, sofern sie überhaupt angegeben war. In Eton blieb sie konstant bei 3,35 m, in Harrow (1858) waren Tore 3,66 m breit, in Cambridge (1863) 4,57 m, bei der FA (1863) sogar 7,32 m. Es scheint, dass Tore früher wesentlich schmaler waren als heute. …

Vergleich: Regelwerke vom Anfang der 1860er Jahre

Nachdem ich nun die Regelwerke aus den letzten Jahren der 1840er Jahre, und den letzten Jahren der 1850er Jahre vergleichen habe, sind nun Regelwerke vom Anfang der 1860er Jahre dran, d.h. Regelwerke, die zeitgleich mit den FA Rules entstanden sind. Das sind die Rules of Blackheath Football Club von 1862, die Laws of Eton Field Game von 1862, The Simplest Game (Uppingham School) von 1862, die Rules of Football as played at Shrewsbury School von 1863, die Cambridge University Rules von 1863 und die FA Rules von 1863. Auch hier vergleiche ich nur Regelwerke für Fußball ohne oder mit wenig erlaubtem Handspiel. Ein erster Blick – Gemeinsamkeiten und Unterschiede Wie in den etwa fünf Jahre vorher entstandenen Regelwerke haben auch hier alle Bestimmungen zu Handspiel, unerlaubtem Spiel und der Torerzielung, außerdem noch der Abstoß und das Abseits. Hier nun der Blick auf die einzelnen Regeln: Seitenwahl Die Seitenwahl wird in Cambridge und bei der FA durch den Münzwurf entschieden. Für Blackheath, Eton, Shrewsbury und Uppingham gibt es keine schriftlich fixierten Vorgaben. Anstoß Der Anstoß ist bei allen …

Vergleich: Regelwerke vom Ende der 1850er Jahre

Zuletzt habe ich Regelwerke aus den letzten Jahren der 1840er Jahre verglichen, nun sind es drei Regelwerke für Fußball ohne oder mit wenig erlaubtem Handspiel, die ca. zehn Jahre später veröffentlicht wurden. Nämlich die Laws of Eton Field Game von 1857, die Rules of Harrow Football von 1858 und die Sheffield FC Rules von 1858.   Ein erster Blick – Gemeinsamkeiten und Unterschiede In allen Regelwerken finden sich Angaben zu folgenden Regeln: Handspiel, unerlaubtes Spiel Einwurf/Einschuss, Abstoß und Eckstoß sowie Torerzielung. Also eine größere Überschneidungsmenge wie zwischen den Eton Field Game Rules von 1847 und den Surrey Rules von 1849. Da sich die hier verglichenen Regelwerke unterscheiden sich nicht so erheblich, weswegen ich hier die einzelnen Regeln inhaltlich vergleiche. Seitenwahl Durch Münzwurf in Harrow. Keine Angaben für Eton und Sheffield. Bei Harrow wurde ergänzt, dass es bei Schulspielen keinen Münzwurf gab, sonst die Mannschaft des Schulleiters die Seiten auswählte. Tormaße Keine Angabe in Sheffield und die Angaben in den anderen drei Städten variiert. Die Torbreite lag in Harrow bei 3,66 m, in Eton 3,35 m breit. …

Vergleich: Regelwerke vom Ende der 1840er Jahre

Bei Wikimedia sind zwei Fußballregelwerke zur Mitte des 19. Jahrhunderts online, nämlich die Laws of Eton Field Game von 1847 und die Rules of Surrey Football Club von 1849. Ich beschränke mich auf Regelwerke für Fußball ohne oder mit wenig erlaubtem Handspiel. Ein erster Blick – Gemeinsamkeiten und Unterschiede Allein die Länge der beiden Regelwerke unterscheidet sich erheblich, den den sechs Regeln aus Surrey stehen über zwanzig der Eton School gegenüber. Und so erheblich, wie sich die Länge unterscheidet, unterscheidet sich auch der Inhalt, denn nur eine Regel findet sich in beiden Regelwerken: Wie ein Tor erzielt wird. Und, das wundert nun irgendwie nur wenig, auch diese unterscheidet beide Regelwerke. An der Eton School wurde es ganz klassisch erzielt: Zwischen den Torstangen und unterhalb einer bestimmten Höhe, die durch die Höhe der Pfosten imaginär sichtbar war. In Surrey muss der Ball dagegen über das Torseil geschossen werden. Tormaße fehlen im Regelwerk von Surrey. Rules of Surrey Football Club von 1849 Das Regelwerk von Surrey war 1849 also sehr knapp. Noch knapper, wenn man ergänzt, dass Angaben …

Vergleich: Laws of the Game 1914 & DFB-Regeln 1923

Die für die nächsten Jahrzehnte letzte Laws of the Game, die ich bislang online finden konnte, habe ich mit Hilfe des Protokolls der IFAB-Sitzung von 1914 in Paris rekonstruiert. Die Sitzung fand wenige Wochen vor Kriegsausbruch statt. Das jüngste Regelwerk des DFB, das ich einsehen konnte, ist von 1923 und befindet sich im Anhang der vierten Auflage von Richard Girulatis Buch „Fußball. Theorie, Technik, Taktik“. Ich möchte diese beiden vergleichen. Es ist zu erwarten, dass sich beide sehr ähneln, da der DFB bereits seit 1904 Mitglied in der FIFA war, die FIFA wiederum 1913 Teil des IFAB war und so das Regelwerk des DFB größtenteils mit den Laws of the Game des IFAB identisch sein muss. Größtenteils identisch, weil zwischen 1914/1918 und 1923 Regeländerungen nichts Ungewöhnliches wären und nationale Eigenheiten im Regelwerk erlaubt sind – zuletzt die Einführung des VAR in Deutschland bevor das IFAB es auch anderen Ländern freistellte es zu nutzen und die FIFA es bei der WM 2018 in Russland einsetzte. So müssten sich durch den Vergleich die ersten Regeländerungen nach dem ersten Weltkrieg …

Die Entwicklung der FA Rules von 1863 bis 1882

1863 wurde die FA in London gegründet. Den jährlichen Generalversammlungen der Mitgliedervereine [1]Ab 1876 war eine Eintrittsgebühr von 5s fällig; die Jahresgebühr lag bis 1868 bei 1 guinea, dann bei weiteren 5s – letzteres war etwa der Wochenlohn eines Arbeiters. stand ein Vorstand (Vorsitzender, Schriftführer, Kassierer) sowie ein Komitee vor, dessen Größe sich in den ersten zwanzig Jahren wandelte (1863: 4 – 1868: 10 – 1872: 17 – 1880: 16). Den FA-Mitgliedern war es verboten, Spiele gegen Nicht-FA-Mitglieder zu spielen und andere Regeln zu benutzen als die FA Rules. Diese hatten bis 1874 Gültigkeit ab ihrem Beschluss im September (bis 1865) bzw. Februar (1866-1874). Ab 1874 wurden sie zum Beginn der kommenden Saison im Herbst des gleichen Jahres rechtskräftig. Im Gegensatz zur Auswertung der Sheffield Rules gehe ich hier nicht chronologisch, sondern (regel-)thematisch vor. Ich erhoffe mir so eine bessere Lesbarkeit für euch. An dieser Stelle möchte ich auch auf die Studie von Tony Brown von 2011 [2]Vgl. Brown, Tony: The Football Association 1863-1883. A Source Book. Nottingham 2011. aufmerksam machen, die die gleiche Untersuchung …

The most desirable code oder The manly game of football? Diskussionen über die ersten FA Rules

Bevor das Regelwerk der Football Association am 8. Dezember 1863 verabschiedet wurde, gab es fünf Treffen, um die Statuten und das Regelwerk für diesen Verband von Fußballclubs festzulegen; ein Regelwerk, das für alle Mitglieder bindend sein sollte. Die Treffen Zwischen dem 26. Oktober und 8. Dezember 1863 fanden sechs Treffen statt, alle in der Freemasons‘ Tavern in London, nämlich am 26.10., 10.11., 17.11., 24.11., 1.12. und schließlich am 8.12. Die Leitung oblag dem späteren FA-Vorsitzenden Arthur Pember. Bei dem ersten Treffen waren 14 Vereine, beim letzten acht Vereine vertreten, da sieben Vereine vorzeitig wieder aus dem Verband austraten, ein anderer später hinzukam. Insgesamt 44 Vereinsvertreter nahmen an den Versammlungen teil, aber nur sechs blieben ab 1864 in die FA involviert [1]http://www.scottishsporthistory.com/uploads/3/3/6/0/3360867/meeting_attendees.pdf. Am 24. November 1863 gab es das vierte Treffen und die Gründung der FA wäre durchaus schon an diesem Tag möglich gewesen, wäre es nicht zu Diskussionen um running und hacking, d.h. um das Laufen mit dem Ball in der Hand und um das gezielte Treten gegen einen Gegenspieler gekommen. Cambridge Rules als Vorbild? …

Sheffield FA und London FA 1877

In der Darstellung der Sheffield FA Rules ist es schon angeklungen: 1877 übernahm die Sheffield FA die FA Rules, nachdem über mehrere Jahre immer wieder versucht wurde, Kompromisse zu finden. Es gab immer wieder Treffen, insbesondere zwischen John Charles Shaw und Charles William Alcock. Es gab Annährungsversuche und offene Dissonanzen zwischen den beiden Verbänden über die Regeln für Assoziationsfußball. Auch war immer ein Vertreter des Sheffield FC, ab 1867 der Sheffield FA bei den jährlichen Generalversammlungen der FA in London anwesend und auch im Komitee vertreten. Ich weiß aber aktuell nicht, wie die Beziehung von Sheffield FC bzw. FA zur Londoner FA waren, denn alle Mitglieder mussten zwingend nach FA Rules spielen, was in Sheffield ja nicht praktiziert wurde.

Die Entwicklung der Sheffield Rules

Ich bin in diesem Monat auf diese Seite gestoßen, die mehrere Sheffield Rules aufführt. Mehr als nur die vier, die ich bislang genutzt habe. So habe ich die verschiedenen Regeln und die knappe Geschichte der Sheffield FA Rules nun aktualisieren können. Hier soll es nun etwas ausführlicher das Regelwerk aus Sheffield dargestellt werden, aber natürlich nicht so ausführlich, wie es diverse Bücher behandeln, die den Sheffield FC in seinen Anfängen betrachtet. Es ist die Ausarbeitung meines Vergleichs. Meinen ersten Fehler, der mir bei der Analyse ins Auge stach war, dass die Sheffield FA nicht gleichzeitig mit dem Sheffield FC gegründet wurde, sondern erst 1867, also neun Jahre später. Somit nach der Gründung der Football Association. Letztere bestand zwar vor allem außer Londoner Fußballvereinen, aber an der Gründung waren nicht nur Londoner Vereine beteiligt, sondern beispielsweise auch ein Vertreter des Sheffield FC anwesend. So geht es erstmal um die … Sheffield FC Rules (1858-1867) Die Entwürfe und erste veröffentlichte Fassung 1858 Der erste Entwurf Der Sheffield FC wurde am 24. Oktober 1857 vom Rechtsanwalt Nathaniel Creswick …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Die Entwicklung der Fußballregeln und Fußballregelwerke

Fußball – als weitgefasste Bezeichnung für ein Spiel, bei dem ein Gegenstand vor allem mit dem Fuß gespielt wird, – gibt es schon seit der Antike, wie Aufzeichnungen aus dem alten Griechenland, römischen Reich und auch China zeigen. Auch im Spätmittelalter und der Frühneuzeit, d.h. etwa zwischen 1300 und 1800, war das Fußball-Spiel bekannt. Im heutigen Italien, Frankreich und England gab es in dieser Zeit zwischen einzelnen Städten tagelange Spiele … oder Kämpfe, denn sie waren größtenteils unreglementiert und man bediente sich körperlicher Gewalt oder Utensilien wie beispielsweise Mistgabeln, um den Sieg für seine Gruppe zu erringen. Gegners dieser Art von Fußballspielen verbreiteten Horrormeldungen von zahlreichen Scherverletzten und Toten. Ob dieser Meldungen ganz oder teilweise der Wahrheit entsprechen, wurde noch nicht untersucht. In England war bis weit in das 19. Jahrhundert ein Fußballspiel in den unteren Klassen beliebt, dass heute noch an shrovetide in manchen Orten gespielt wird und das in der Forschung als plebian football beschrieben wird. Football, das Fortbewegen eines runden Gegenstandes mit den Füßen, wurde zwischen nahegelegenen Siedlungen gespielt. Allerdings erinnern die …

Schiedsrichter um 1930

Was ist die Pflicht von Schiedsrichtern? Wie sollten sie auftreten, wie agieren? Dass sich die Ratschläge an sie aber auch das Verhalten von Spielern in den letzten 90 Jahren (und tatsächlich auch darüber hinaus) nicht wirklich verändert hat, zeigen beiden folgenden Fundstücke aus der Beilage der Zeitschrift „Die Sportwoche“,  „Der Fußballspieler – Technischer Teil“. Diese Zeitschrift war das Organ des Arbeiter-Turn- und Sportbundes, dass sich mit der Fußballberichterstattung der Arbeiterfußballvereine widmete. Hier zunächst „Der Schiedsrichter“ von einem nicht genannten Autor auf Seite 34 aus Jahrgang 10 (1928) (hier auch als pdf) und „Seelenkunde auf dem Spielfeld. Zweckmäßigkeit in der Spielleitung“ von Anton Froschmayr auf den Seiten 21 bis 22 aus Jahrgang 11 (1929) (hier auch als pdf). Zu letzterem nimmt auch ein Artikel in der Danziger Volksstimme vom 17.11.1930 Bezug („Ist eine Veredelung des Fußballspiels möglich? Man sagt ja.“ – hier als pdf). Der Schiedsrichter Autor: anonym Quelle: Die Sportwoche. Der Fußballspieler – Technischer Teil 10,5 (1928). S. 34. „Der Schiedsrichter steht im Mittelpunkt des Fußballsportes. Seine Arbeit ist mühevoll und wird meist nicht gelohnt. …