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Simon Rosenberger

Ausschnitt aus der Beitragstitelseite des Artikels über Simon Rosenberger in der DFB-SR-Zeitung 6/2019.

Simon Rosenberger hat die deutschsprachigen Fußballregeln geprägt wie ein kein anderer und auch anderweitig viel für den Fußball in Deutschland gemacht. Aber er ist völlig unbekannt. Warum?

Vielleicht liegt es daran, dass er kurz vor der NS-Zeit mehr oder minder plötzlich mit 46 verstarb, nämlich 1931. Und jüdischen Glaubens war. Aber das ist nur eine Vermutung. Den wahren Grund wird man vielleicht nicht mehr erfahren. Umso wichtiger ist mir aber, dass er wieder in die Erinnerung kommt, weshalb ich einen Beitrag über ihn für die DFB-Schiedsrichterzeitung geschrieben habe (6/2019, S. 28-31).

Simon Rosenberger – Der vergessene Pionier

Konrad Koch, Walther Bensemann, Peco Bauwens oder Carl Koppehel – Namen, die den deutschen Fußball bis zum Beginn des Profi-Zeitalters prägten. Ein Mann, der unbedingt in diese Reihe gehört, blieb nahezu unbekannt.

Ja, auf den ersten Blick mag es verwundern, dass ich jemanden auf eine Stufe mit den Großen der deutschen Fußballgeschichte erhebe, an den man sich nicht mehr erinnert. Ich schreibe es nicht , um eine Kontroverse zu erreichen oder irgendein anderes Ziel. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass er zu ihnen gehört.

Hier geht es zum Artikel.

Simon Rosenberger war zunächst aktiver Sportler, aber wirklich einflussreich war er durch seine journalistische und vermittelnde Fähigkeiten. In München arbeitete er hauptberuflich als Buchhalter, schrieb aber auch für die damals bekannteste Sportzeitschrift „Der Fußball“ von Eugen Seybold. Dort lernte er Walther Bensemann kennen und wurde kurz nach der Gründung des Kickers Bensemann Co-Redakteur. Später, 1926 gründetete er die DFB-Schiedsrichter-Zeitung, war im Bundesausschuss der Schiedsrichters tätig und reformierte die deutschsprachigen Fußballregeln nach internationalem Vorbild.

Walther Bensemann schrieb in seinem Nachruf im Kicker über Rosenberger:

„Gerade dieses Bild des immer Unermüdlichen wird wohl nachhaltender als alle andren in unserem Gedächtnis haften bleiben. Hatte er sich doch gänzlich dem Sport verschrieben, hatte mitgeholfen an dessen Ausbau und teilgenommen andere Freude des Gelingens. Wir schuldigen ihm mehr als ein gutes Gedächtnis.“

Aber es kam nicht mal zu einem Gedächtnis. Doch was nicht ist, kann ja (wieder) werden …

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von

Petra Tabarelli, studierte Historikerin, leitet ein Stadtarchiv und schaut Fußball seit ihrem dritten Lebensjahr. Neben der Landesgeschichte ist die Fußballgeschichte ein großes Interessengebiet. Ihr Schwerpunkt ist Entstehung der Fußballregeln und des Schiedsrichterwesens in England und Deutschland.

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