Pressemappe Simon Rosenberger

In aller Kürze

Die erste Biografie über Simon Rosenberger, einem in ganz Deutschland bekannten Fußball-Pionier – bis er aus der Geschichte gestrichen wurde.

Daten

Titel: „Simon Rosenberger. Der vergessene FußballpionierSimon Rosenberger. Der vergessene Fußballpionier

Verlag: Hentrich & Hentrich, „Jüdische-Miniaturen“-Reihe

Zuschüsse:  Stiftung Irene Bollag-Herzheimer, Landschaftsverband Rheinland

Sprache: Deutsch

Umfang und Maße: ca. 80 Seiten, 4 Abbildungen, 11,5 x 15,5 cm, Broschur

Bruttoladenpreis: EUR 8,90

Genre: Biografie, wissenschaftliches Werk mit (wenigen) Endnoten

Zielgruppe: Personen, die sich für Fußball(geschichte) und jüdische Geschichte interessieren

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Pressespiegel

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Simon Rosenberger war mit Herz und Seele Schiedsrichter und Fußballfan, der sich dafür einsetzte, dass das Fußballspiel und die Regeln im ganzen damaligen Deutschland gleich sein sollten. Aber er stieß auf Hindernisse – nicht nur bei Vereinsfunktionären und der Presse, sondern auch innerhalb der Schiedsrichter.

Schaffte er es, den Fußball in Deutschland zu vereinheitlichen und damit für Verständnis und Gerechtigkeit zu sorgen, damit der Fußball weiterhin die Massen begeistert und trotzdem fair ist?

Die Biografie möchte an Simon Rosenberger (wieder-)erinnern, an seine Person, seine Leistungen und sein Streben nach Recht und Gerechtigkeit. Sie möchte aber auch mahnen, dass Personen während der NS-Zeit bewusst aus der Geschichte getilgt wurden, sei es auch antisemitischen oder anderen Gründen. Das Gedächtnis an ihn (und viele andere) wurde von Carl Koppehel während der NS-Zeit und danach aus der Fußballhistoriografie verbannt. Simon Rosenberger war zeit seines Lebens eine der bekanntesten Personen im deutschen Fußball – außer in Berlin, wo Koppehel der führende Mann des Schiedsrichterwesens war.

Simon Rosenberger: Leben und Besonderes

Wer war Simon Rosenberger?

Simon Rosenberger (1885-1931) war ein Pionier und in vielerlei Hinsicht Mann der ersten Stunde: Als Mitglied des MTV München von 1879 war er nur kurz aktiver Sportler, dafür aber bereits mit 15 Jahren in fast allen Sportarten in der Theorie der beste. Der ausgebildete Beamtenbuchhalter gründete u.a. die Münchener Schiedsrichter-Vereinigung, arbeitete in den 1910er Jahren für Seybolds „Der Fußball“ und 1921-1925 als Redakteur für den Kicker (für die gesamte deutsche Berichterstattung). Auch Simons Frau Grete arbeitete beim Kicker als Buchhalterin und Sekretärin.

Anschließen gab er 1926-1931 die neu gegründete DFB-Schiedsrichter-Zeitung heraus und war in zahlreichen Schiedsrichterverbänden tätig, u.a. 1925-1931 im Bundesschiedsrichterausschuss des DFB.

Als Rosenberger früh starb, waren sich alle in ihren Nachrufen sicher, dass man sich noch sehr lange an ihn erinnern werde. Dass es dazu nicht kam, ist Carl Koppehel zuzuschreiben, der ihn systematisch aus der Erinnerung tilgte.

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Was war das Besondere an ihm?

Simon Rosenberger setzte sich für eine deutschlandweite einheitliche Ausbildung der Schiedsrichter sowie eine überregionale einheitliche Regelauslegung ein – daran haperte es in den 1920er Jahre in Deutschland eklatant.

Die Nachrufe sind die fast die einzigen Quellen, um zu erfahren, wie Rosenberger war: Freundlich, humorvoll, fair, idealistisch, hilfsbereit, tiefgründig, analytisch. Ein Kosmopolit, der überall beliebt war, viele Freunde hatte und sich selbst nicht zu ernst nahm. Besonders hervorgehoben wurden seine Kenntnis und sein Können, wenn es um die Regeln und ihre Auslegung ging: Er war ein glänzender, ausgezeichneter, fesselnder Redner, der es wie kein anderer verstand, den Zuhörende den Sinn und Geist der Regeln zu erläutern.

Was gefällt mir an Simon Rosenberger besonders?

Er hatte einen zynischen, scharfen Humor, der in manchen Artikeln zum Ausdruck kommt. Außerdem zeichnete ihn ein ruhiger, sachlicher Realismus aus, eine deutliche Kante gegen den Nationalsozialismus und für die Gerechtigkeit als Haupttugend. Außerdem hat er seine Passion verwirklicht. In einer Zeit, als der Fußball in Deutschland zwar sehr stark zu boomen begann, die aber wirtschaftlich schwierig bis prekär war (Hyperinflation 1923, Weltwirtschaftskrise 1929 und ihre Konsequenzen).

Es waren auch für Rosenberger sehr schwere Zeiten, der aber nie seine Begeisterung und sein Ziel aus den Augen – oder besser: aus dem Herzen – verlor. Dieses Ziel war die Weiterentwicklung des Fußballs mittels all seiner Kompetenzen. Und das tat er und schaffte er trotz aller Widrigkeiten. Das schätze ich ungemein.

Wieso ist es wichtig, dass man an ihn erinnert?

Simon Rosenbergers Schicksal ist nicht einzigartig, denn Carl Koppehel und gleichdünkende Personen haben nicht nur ihn aus der Geschichte gestrichen, sondern viele andere. An einige von ihnen erinnert man sich mittlerweile Gott sei Dank wieder, wie die Meisterschaft von Hakoah Wien 1925, dem ersten Meister im österreichischen Profifußball. Dass Simon Rosenberger ein Andenken, ja Ehrung, gebührt, das verdeutlichen allein schon die Nachrufe.

Diese forderten das Andenken nicht, sondern gingen ganz selbstverständlich davon aus. Was verdeutlicht mehr, welche Bedeutung und welchen Einfluss Rosenberger bereits zeit seines Lebens hatte?

Es ist alternativlos: Rosenbergers Name muss Teil der deutschen Fußball- und vor allem Schiedsrichtergeschichte und Regelentwicklung werden. Er war ein Pionier, einer der ganz Großen der frühen Zeit, der sowohl für den Kicker und den DFB arbeitete.

Autorinnenportrait

Petra Tabarelli ist studierte Historikerin und arbeitet als leitende Stadtarchivarin sowie als freiberufliche Fußballhistorikerin. Ihr Fokus liegt auf der Entwicklung der Fußballregeln und des Modernen Fußballs in Deutschland (1920er) sowie in der Entstehung des Antisemitismus‘ in Deutschland.

Sie arbeitet u.a. für das IFAB und die DFB-Schiedsrichter-Zeitung, ist Jurorin für das Fußballbuch des Jahres (Dt. Akademie für Fußball-Kultur) und den Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten (Land Rheinland-Pfalz). Zudem ist sie Mitglied im ausgezeichneten Fußballpodcast „FRÜF – Frauen reden über Fußball“.

… und ihre Geschichte mit Rosenberger

Bei Recherchen zu Fußballregeln stieß Petra Tabarelli im Sonderheft „Verlorene Helden“ auf Simon Rosenberger und die Anmerkung, dass sein Schicksal als jüdisch gläubiger Deutscher während der NS-Zeit unbekannt ist. Wenige Monate später fand sie einen Nachruf auf Rosenbergers Tod – in einer Ausgabe der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung von 1931. Er hat also die NS-Zeit gar nicht miterlebt.

Damit hätte alles geklärt sein können. Doch Tabarelli las den umfangreichen Nachruf und wunderte sich:

„Sein Name wird in den Kreisen der Schiedsrichter nicht so schnell vergessen wurde“ (DFB-Schiedsrichter-Zeitung)

Wieso ist er heute völlig unbekannt? Wie kam es dazu, dass sie selbst in alten Büchern der 1950er und 1960er Jahre über das deutsche Schiedsrichterwesen nie seinen Namen gelesen hatte?

Und was hatte Rosenberger in den 46 Jahren seines Lebens realisiert und verändert, dass er zeit seines Lebens so beliebt und berühmt wurde? Und was war passiert, dass sein Name in den letzten Jahrzehnten keine Erwähnung mehr fand?

So begann sie zu forschen. Mangels weniger Quellen kein leichtes Unterfangen, doch ein erster Artikel erschien in der Ausgabe 6 der DFB-Schiedsrichter-Zeitung. Er fußt auf den anfänglichen Recherchen, doch schon damals lag es offen auf der Hand: Simon Rosenberger war zu seinen Lebzeiten eine Koryphäe im deutschen Fußball und einer der Pioniere des deutschen Schiedsrichterwesen.

Dabei wollte sie es aber nicht belassen und kontaktierte den Verlag Hentrich & Hentrich mit dem Wunsch, eine Biografie über Rosenberger verlegen zu lassen. Nun ist sie erschienen.

Foto

Petra Tabarelli

Das Foto ist in CMYK, in 300 dpi und hier downloadbar (Google Drive).

Urheberin: Sarah Schäfer

Simon Rosenberger (1931)

Das Foto ist in CMYK, in 400 dpi und hier downloadbar (Google Drive).

Urheber: privat

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