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Schiedsrichterinnen im Männerfußball: Das A-Z

Hier eine alphabetische Übersicht über Schiedsrichterinnen, die in den oberen bzw. Profi-Männerligen schiedsen oder schiedsten. Hinweise über zu ergänzende Frauen gerne an mich oder hier in die Kommentare.

Noch ohne Biografie:

  • Cristina Cini (SRA, Italien)
  • Romina Santuari (SRA, Italien)
  • Neuza Back (SRA, Brasilien)
  • Mariana de Almeida (SRA, Argentinien)
  • Cindy Nahuelcoy (SR, Chile. Januar 2020: erste Schiedsrichterin in Chile)
  • Bouchra Karboubi (SR, Marokko. Oktober 2020: erste Schiedsrichterin in Marokkos erster Liga)
  • María Belen Carvajal (SR, Chile. Oktober 2020: erste Schiedsrichterin im chilenischen Profifußball (Primera B))
  • Zulma Quiñónez (SRA, Paraguay. Oktober 2020: Erste weibliche VAR in Paraguay)
  • Astrid Gramajo (SR, Guatemala. Oktober 2020: Erste Schiedsrichterin in Guatemalas erster Liga)
  • Karen Díaz (SR, Mexiko. Dezember 2020: Erste Schiedsrichterin beim Liga-Finale der ersten Liga Mexikos)
  • Im Eun Ju (SR, Korea. Wurde Anfang der 2000er als Schiedsrichter für die FIFA U17-Weltmeisterschaft (m) eingesetzt)
  • Veronika Schluchter (SRA, Schweiz. War die zweite Assistentin bei einem Spiel in der Europa League (August 1999))

 

Edina Alves

1980 in Brasilien geboren und wird im Februar 2021 als erste der ersten Schiedsrichterinnen ein von der FIFA organisiertes Spiel leiten (Club WM 2020). Vor ihr leiteten Umpierrez und Staubli bereits Spiele der FIFA U17-WM (m). Alves spielte zunächst 5-to-5-Futsal, weil es kein anderes Fußballteam in ihrer Heimat gab. 1999 leitete sie spontan ein Amateurspiel als Schiedsrichterin, was sie so erfüllte, dass sie bereits 2000 ihre Schiedsrichterinnenausbildung abgeschlossen hatte. Sie assistierte mal an der Linie, leitete mal auf dem Feld, arbeitete in erster Gärtnerei und besuchte nebenher eine Abendschule, um einen Abschluss in Sport zu machen. (Anm.: Ich weiß nicht, ob es Sportwissenschaft im deutschen/europäischen Verständnis entspricht. Weil es nicht besser weiß und nicht unken möchte, spezifiziere ich die Übersetzung „Abschluss in Sport“ nicht näher.)

Nun ist sie seit 2014 in Vollzeit Schiedsrichterin, leitet seit 2019 Spiele in der ersten brasilianischen Männerliga und bald 2021 auch FIFA-Spiele (m).

 

Oleksandra Ardasheva

Sie wurde 1987 in der Ukraine geboren und gehört zum Schiedsrichterinnenteam von Kateryna Monzul. Ihr assistiert sie seit 2018 in der Premjer-Liha. Sie gehörte auch als Assistentin zum ersten all-female Team in Europa, das im November 2020 ein Spiel im Profibereich der Männer leitete.

Marie-Soleil Beaudoin

Die 1982 geborene Kanadierin wurde mit 20 Jahren Schiedsrichterin. Mittlerweile FIFA-Schiedsrichterin und Professorin für Physiologie und Biophysik leitet sie seit Juni 2015 Spiele in der USL (United Soccer League) Championship (= 2. Liga), seit 2019 in der neu gegründeten kanadischen Profiliga, der CPL (Canadian Premier League). 

Makoto Bozono

Die 1980 geborene Japanerin war die Schiedsrichterin einer (fast) reinen Frauenbesetzung, die ein AFC-Pokalspiel leitete (Myanmars Yangon United FC gegen Naga World aus Kambodscha am 14. Mai 2019). Nur der 4. Offizielle war männlich.

Chantal Boudreau

Die FIFA-Schiedsrichterassistentin wurde 1989 geboren und absolvierte mit 21 Jahren ihre Schiedsrichterprüfung. Sie ist seit 2019 Schiedsrichterinassistentin in der CPL und war Assistentin beim weltweit ersten Profispiel im Männerfußball, das von einem all-female Schiedsrichterinnen-Team geleitet wurde.

Karen Callado 

Die in Brasilien geborene Sportwissenschaftlerin war zunächst Profifußballspielerin. Mit 24 Jahren hängte sie aber nicht die Schuhe an den Nagel, sondern leitet seitdem Spiele als Schiedsrichterin. Ihre Ausbildung zur Schiedsrichterin absolvierte sie während ihres Studiums, um nebenher Geld zu verdienen. 2014 zog sie von Brasilien ins die USA nach Los Angeles und leitet seit August 2020 Spiele im USL Championship.

Carol Anne Chénard

Ihre Ausbildung zur Schiedsrichterin absolvierte die 1977 geborene Kanadierin mit 15 Jahre. Mittlerweile hat die promovierte Biologin für Mikrobiologie und Immunologie zahlreiche Auszeichnungen als Schiedsrichterin. Schon länger eine FIFA-Schiedsrichterin, war sie ab Mai 2009 war sie Schiedsrichterin im USL Championship, ab 2019 in der CPL. Ebenfalls 2019 führte sie in der CPL das weltweit erste all-female Schiedsrichterinnengespann bei einem Profispiel im Männerfußball an.

Im Sommer 2019 erkrankte sie an Brustkrebs und gab im Oktober 2020 aus gesundheitlichen Gründen das Ende ihrer Karriere als Schiedsrichterin bekannt.

Dagmar Damková

Die 1974 geborene Tschechin begann mit 14 Jahren das Fußballspielen und wurde mit 21 Jahren Schiedsrichterin. Sie war die erste Frau, die in Tschechien Wettbewerbsspiele im Männerfußball pfiff (erstmals in Oktober 2003). 2011 beendete die Englischlehrerin ihre Laufbahn als Schiedsrichterin und wurde das erste weibliche Mitglied der UEFA-Schiedsrichter-Kommission. Im Oktober 2020 trat sie als Funktionärin des tschechischen Fußballverbandes wie auch des UEFA-Exekutivkommittees zurück. Grund war ein Schiedsrichterkorruptionsskandal im tschechischen Fußball, bei dem Damkovás Mann, Roman Berbr einer der Hauptbeschuldigten ist. Berbr war bis dahin Vizepräsident des tschechischen Fußballverbandes und vorheriger Schiedsrichter. Damková wurde in diesem Skandal nicht beschuldigt.

Sheena Dickson

Die 1982 geborene Kanadier ist Schiedsrichterin seit sie 13 Jahre alt ist. Sie ist seit 2019 Schiedsrichterassistentin in der CPL.

Amy Fearn, geb. Rayner

1977 in England geboren, wollte sie gerne Fußballspielen, doch es gab für sie als Mädchen keine Möglichkeit. So begann sie mit 13 Jahren einen Schiedsrichterkurs zu besuchen – zusammen mit ihrem Vater. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Wirtschaftsprüferin ist seit 2004 Schiedsrichterin in der Football Conference (fünfthöchste Männerliga) und seit 2005 Schiedsrichterassistentin in der Football League (zweithöchste Männerliga). Sie war aber dennoch die erste Frau in England, die ein Spiel in der Football League leitete: 2010 erlitt bei der Partie Coventry gegen Nottingham Forest der Hauptschiedsrichter Tony Bates eine Wadenzerrung. Amy Fearn übernahm daraufhin die Leitung für die restlichen 20 Minuten des Spiels. 2013 wurde sie außerdem die erste Schiedsrichterin, die ein FA-Cup-Spiel im main draw leitete.

Stéphanie Fortin

1984 geboren, legte sie mit 24 Jahren ihre Schiedsrichterausbildung ab. Aktuell assistierte sie in der CPL und war Schiedsrichterassistentin beim weltweit ersten Profispiel im Männerfußball, dass von einem all-female Schiedsrichterinnenteam geleitet wurde.

Cheryl Foster

Die ehemalige walisische Rekord-Nationalspielerin beendete 2013 ihre Karriere als Fußballspielerin und wurde Schiedsrichterin. Seit 2015 ist sie FIFA-Schiedsrichterin und wurde im August 2018 die erste Schiedsrichterin in der Cymru Premier (erste walisische Liga im Männerfußball). Sie ist außerdem Mitglied im Technical Advisory Panel des IFAB.

Stéphanie Frappart

1983 im französischen Herblay-sur-Seine geboren, begann sie mit elf Jahren das Fußballspielen und legte mit 14 Jahren die Schiedsrichterprüfung erfolgreich ab. Nach ein paar Jahren als Spielerin und Schiedsrichterin entschied sie sich für die Aufgabe als Spieloffizielle. 2003 pfiff sie zum ersten Mal Männerspiele, im Sommer 2014 in der Ligue 2 (wurde außerdem als Vierte Offizielle in der Ligue 1 eingesetzt) und schließlich im Frühjahr 2019 in der Ligue 1. Sie war in Frankreich die erste Frau, die in den oberen Männerligen als Schiedsrichterin eingesetzt wurde. Sie war auch die erste Schiedsrichterin, die ein Spiel in der Champions League (2020) und im Super Cup (2019) leitete. Auch beruflich ist sie im Sport tätig und arbeitet für den französischen Arbeiter-Sport- und Turnverband.

Marie-Han Gagnon-Chretien

Die 1990 geborene Kanadierin ist bereits seit ihrem 15. Lebensjahr Schiedsrichterin, mittlerweile auch FIFA-Schiedsrichterassistentin. Seit 2019 ist die Schiedsrichterassistentin in der CPL.

Ketevan Gaiparashvili

Die 1982 geborene Georgierin war die erste Schiedsrichterassistentin im georgischen Supercup des Männerfußballs (Ende Februar 2020). Am Ende des Jahres 2020 schrieb sie erneut Geschichte: In der obersten georgischen Männerliga, der Erovnuli Liga, war sie Teil des weiblichen Spieloffiziellen Team beim Spiel zwischen Saburtalo Tiflis und FC Samtredia.

Gertrud Gebhard, geb. Regus

1980 wurde die damals 18jährige eine Schiedsrichterin, nachdem sie bereits als Spielerin im Fußball aktiv war. Sie war die erste Frau in Deutschland, die ein Frauenländerspiel leitete (1991) und das Endspiel im DFB-Pokal der Frauen (1992). In diesem Jahr wurde sie auch als Schiedsrichterin der damaligen Männer-Regionalliga als dritthöchste Liga eingesetzt, ein Jahr später auch als Schiedsrichterassistentin in der 2. Bundesliga. Es folgten 1995 und 1996 je auch ein Spiel als Schiedsrichterassistentin in der 1. Bundesliga. Danach wurde sie degradiert und sollte keine Spiele mehr in den beiden oberen Männerligen schiedsten. „Ohne Perspektive“, so die Begründung. Es folgte eine Auseinandersetzung mit ihrem Verbandsschiedsrichterausschuss, der dazu führte, dass sie auch von der FIFA-Liste gestrichen wurde. Daraufhin trat sie Anfang 1997 als aktive Schiedsrichterin zurück. Heute ist die Verwaltungsangestellte aber als Schiedsrichterbeobachterin im Amateurbereich tätig.

Sarah Ho

Die Australierin und Schiedsrichterassistentin war die erste weibliche Spieloffizielle bei einem Spiel in der A-League. Von 2007 bis 2016 assistierte die Lehrerin bei A-League-Spielen.

Sandra Hunt

Sie war mit Nancy Ley eine der ersten beiden weiblichen Schiedsrichterinnen in der MLS (Major Soccer League). Die 1959 geborene US-Amerikanerin mit einem Uniabschluss in Leisure Studies wurde erst 28 Schiedsrichterin. 1998 bis 2004 schiedste sie in der MLS, war 1999 bis 2004 FIFA-Schiedsrichterinnen. Nach ihrem Karriereende als Schiedsrichterin gab es für 16 Jahre keine Schiedsrichterin mehr in der MLS.

Riem Hussein

Die 1980 geborene promovierte Apothekerin ist seit 2001 Schiedsrichterin. Seit 2015 schiedst sie in der 3. Liga. Auch sie war Fußballspielerin und hatte wohl auch Anfragen vom HSV und VfL Wolfsburg. Sie entschied sich dann aber mit Mitte 20, nur noch Spiele zu leiten.

Kate Jacewicz

Die 1985 geborene Australierin wurde 2020 die erste Schiedsrichterin in der A-League. Sie leitet Spiele seit sie 13 Jahre alt ist.

Sarah Jones (geb. Walker)

Die 1990 geborene Schiedsrichterassistentin hat ein BWL-Studium absolviert und arbeitet als Logistikplanerin und -disponentin. Seit 2007 ist sie Schiedsrichterin, seit 2014 FIFA-Schiedsrichterin. Sie ist die erste Neuseeländerin, die in der australischen A-League ein Spiel leitete. Zuvor war sie bereits ab 2016 Schiedsrichterassistentin in dieser Liga. 

Ekaterina „Katja“ Koroleva

Die 1987 geborene US-amerikanische Arzthelferin ist seit 2013 Profi-Schiedsrichterin, seit 2014 FIFA-Schiedsrichterin und leitet seit Mai 2015 Spiele im USL Championship.

Nancy Lay

Die 1962 geborene US-Amerikanerin war zusammen mit Sandra Hunt eine der ersten beiden Schiedsrichterinnen in der MLS (Major Soccer League).

Gabrielle Lemieux

Seit 2019 ist die 1990 geborene Kanadierin eine Spieloffizielle in der CPL.

Khatuna Maisuradze

Die 1982 geborene Georgierin war die erste Schiedsrichterin im georgischen Supercup des Männerfußballs (Ende Februar 2020). Am Ende des Jahres 2020 schrieb sie erneut Geschichte: In der obersten georgischen Männerliga, der Erovnuli Liga, leitete sie mit ihrem weiblichen Spieloffiziellen Team das Spiel zwischen Saburtalo Tiflis und FC Samtredia.

Myriam Marcotte

Die 1992 Kanadier studierte PR, ist aber seit 2017 ausschließlich Spieloffizielle im kanadischen Fußballverband und auch FIFA-Schiedsrichterin. Seit 2019 leitet sie Spiele in der CPL.

Samantha Martinez

Die 1993 geborene Schiedsrichterin leitete im 2018 zwei Spiele im USL Championship.

Sian Massey-Ellis

Die 1985 geborene MBE ist die erste weibliche Schiedsrichterassistentin, die in der Premier League eingesetzt wird (2019). Sie ist außerdem Mutter eines kleinen Kindes. In einem Interview sagte sie zur Vereinbarkeit, dass die Zeit nach der Geburt eine Herausforderung für sie war und sie um ihre Karriere gefürchtet hatte. „Die Ärzte sagten mir, dass ich nie wieder Schiedsrichterin werden könnte. […] Ich hätte eine andere Rolle als Schiedsrichterin annehmen können, aber ich war nicht bereit, meine Karriere aufzugeben, nur weil ich ein Baby bekommen habe.“

Adorae Monroy

Seit Juli 2020 leitete die studierte Psychologin Spiele im USL Championship.

Kateryna Monzul

Die 1981 geborene Ukrainerin und studierte Architektin und Stadtplanerin leitet seit 2011 in der Perscha Liha, der zweithöchsten Männerliga, Spiele und seit 2016 in der höchsten Liga, der Premjer Liha.

Sie war Schiedsrichterin beim ersten all-female Team in Europa, das im November 2020 ein Spiel im Profibereich der Männer leitete.

Tania Morais

Nachdem die 1982 geborene Luxemburgerin zunächst Schiedsrichterassistentin in der BGL Ligue, der höchsten Männerfußballliga in Luxemburg, war, ist sie bereits seit der Saison 2013/14 ist sie Schiedsrichterin in dieser Liga.

Salima Mukansanga

Sie pfeift in der höchsten ruandischen Liga und wird auch die erste afrikanische Frau, die ein Länderspiel von Männern leiten wird. Sie hat Krankenpflege und Geburtshilfe studiert und ist leidenschaftliche Sportlerin. Als Jugendliche wollte sie professionelle Basketballspielerin werden. In ihrem letzten Jahr auf der weiterführenden Schule wurde sie Fußballschiedsrichterin. 2008 schiedste sie dann in obersten Liga der Frauen und in der zweithöchsten Liga der Männer.

Kathryn Nesbitt

2019 legte die Schiedsrichterassistentin ihre Assistenzprofessur in Chemie nieder, um künftig ausschließlich als Spieloffizielle tätig zu sein. Sie ist seit 2015 Assistentin in der MLS, seit 2016 FIFA-Schiedsrichterassistentin und schrieb im August 2020 Geschichte als erste weibliche Schiedsrichterassistentin bei einem MLS-Finale.

Alyssa Nichols

Sie leitet seit September 2020 Spiele im USL Championship.

Amber O’Connor

Die 1990 geborene Studentin der Kinderheilkunde ist Schiedsrichterassistentin. Sie assistiert seit August 2018 im USL Championship und bereits zuvor im Mai 2017 im US Open Cup (ebenfalls ein professioneller Wettbewerb).

Tess Olofsson

Als Tess Olofssohn Mitte Oktober 2020 ihr Debüt in Schwedens Superrettan (2. Männerliga) gab, war sie gleichzeitig die erste Schiedsrichterin in Schweden, die in dieser schwedischen Männerfußballliga eingesetzt wurde. Bereits im vorherigen Jahr wurde sie dort als 4. Offiziell eingesetzt. Die 1988 in Malmö geborene Polizistin wurde bereits zur Schiedsrichter*in des Jahres im schwedischen Männerfußball gewählt. Ihr Traum? Auch in der obersten schwedischen Fußballliga (m) als Schiedsrichterin eingesetzt zu werden. 

Franca Overtoom

Schon lange ist die 1991 oder 1992 geborene Niederländerin aus Obdam Schiedsrichterin. In der Eerste Divisie (2. Liga) debütierte 2020 als Schiedsrichterassistentin bei Telstar gegen Jong FC Utrecht.

Tori Penso 

Die Mittdreißigerin aus Florida absolvierte mit 18 Jahren ihre Ausbildung zur Schiedsrichterin. Später schloss sie ihr Studium in Digital-Marketing und ihren Master in Business Administration ab. Sie ist nach 16 Jahren die erste Schiedsrichterin in der höchsten Männerfußball-Liga der USA, der Major League Soccer. Dort gab sie am 24. September 2020 ihr Debüt.

Nicole Petignat

Die 1966 geborene Schweizerin war eine der ersten Frauen, die in den höchsten Profiligen schiedsten, darunter in der schweizerischen Super League, den Schweizer Super Cup und der österreichischen Bundesliga. Außerdem war sie die erste Frau, die ein Männer-UEFA-Cup-Spiel pfiff: Am 14. August 2003 das Qualifikations-Hinspiel zwischen AIK Solang vs Fylkir Reykjavik. Die Physiotherapeutin und Musiklehrerin war seit 1983 Schiedsrichterin und beendete 2008 ihre Karriere.

Guadalupe Porras Ayuso

Mit 16 Jahren legte die 1987 geborene Spanierin erfolgreich ihre Schiedsrichterinnenprüfung ab und weitere 16 Jahre später assistentierte sie erstmals in der Primera División in Spanien ein Spiel. Sie schrieb bereits zwei Mal Geschichte: Zunächst 2019 als Spaniens erste Spieloffizielle, die in der Primera División eingesetzt wurde (Mit Dank an @Mirai_Torres für den Hinweis.) und schließlich 2020 als erste spanische Spieloffizielle bei einem internationalen Wettbewerb im Männerfußball (Europa League, LASK-Ludogoresk).

Michelle Pye

1978 in Kanada geboren, absolvierte sie mit 13 Jahren ihre Schiedsrichterinnen-Ausbildung und war von 2007 bis 2017 FIFA-Schiedsrichterin. Das Thema Familie und Vereinbarkeit ist ihr nicht fremd, sie ist seit 2013 dreifache Mutter. 2015 bis 2017 leitete sie Spiele im USL Championship.

Katrin Rafalski

Die 1982 geborene ehemalige Torhüterin und Mittelfeldspielerin konnte wegen einer gebrochenen Schulter nicht mehr ihre Spielerinnenkarriere weiterführen. Allerdings war sie bereits seit ihrem 15. Lebensjahr auch Schiedsrichterin. Mittlerweile ist sie röntgentechnische Assistentin und wird seit 2016 als Schiedsrichterin der 3. Liga und als Schiedsrichterassistentin in der 2. Bundesliga der Männer eingesetzt.

Sopho Rijamadze

Am Ende des Jahres 2020 schrieb sie Geschichte: In der obersten georgischen Männerliga, der Erovnuli Liga, war sie Teil des weiblichen Spieloffiziellen Team beim Spiel zwischen Saburtalo Tiflis und FC Samtredia.

Laura Rodriguez 

Sie leitet seit Juli 2020 im USL Championship.

Anastasiya Romanyuk

Seit 2005 ist die 1984 geborene Ukrainerin Schiedsrichterin, seit 2015 FIFA-Schiedsrichterin. Sie agiert sowohl als Schiedsrichterin sowie als Assistentin. Beim ersten all-female Team in Europa, das im November 2020 ein Spiel im Profibereich der Männer leitete, wurde sie als Vierte Offiziell eingesetzt.

Vika Sakhuria

Am Ende des Jahres 2020 schrieb sie Geschichte: In der obersten georgischen Männerliga, der Erovnuli Liga, war sie Teil des weiblichen Spieloffiziellen Team beim Spiel zwischen Saburtalo Tiflis und FC Samtredia.

Nicole Schumacher

In ihrer Jugend war die 1979 geborene Polizeikommissarin als Leichtathletin aktiv, aber auch als Schiedsrichterin. 2007/08 wurde sie einerseits als Schiedsrichterin den früheren Regionalligen Süd und Nord als dritthöchste Klasse eingesetzt und andererseits auch als Schiedsrichterassistentin in der 2. Männer-Bundesliga. Obwohl man ihr eine erfolgreiche Zukunft beschied, beendete sie 2008 ihre Schiedsrichterinnenkarriere aus persönlichen Gründen. Sie gab an, dass nichts Negatives vorgefallen sei, ihr aber Einschränkungen der Privatsphäre zu groß geworden seien.

Kari Seitz

Sie heutige Senior Manager of Refereeing der FIFA leitete 1999 Spiele in der MLS. Sie war mit Sandra Hunt die erste weibliche Schiedsrichterin in der MLS. Mit 14 Jahren absolvierte die 1960 geborene US-Amerikanerin ihre Ausbildung zur Schiedsrichterin.

Shona Shukrula

Die 1991 geborene Staatsanwältin spielte Fußball, bis sie 18 Jahre alt war. Dann beendete eine Verletzung ihre Karriere. Aber sie wollte dem Fußball nicht den Rücken zudrehen und wurde Schiedsrichterin. Seit 2017 ist sie FIFA-Schiedsrichterin und seit September 2020 ist sie die erste Schiedsrichterin in den Niederlanden, die für ein Männerspiel im Profibereich eingesetzt wurde. Erst im Dezember 2019 debütierte sie in der Tweede Divisie, der dritthöchsten Liga und höchste Amateurklasse, als Schiedsrichterin. Nun kam ihr Einsatz als 4. Offizielle in der Eerste Divisie. „Es war ein schöner, ruhiger Anfang“ sagte sie und schätzt, dass es noch mindestens zwei Jahre dauern wird, bis sie in der Eredivisie, Niederlands höchster Profiliga (m) eingesetzt werden wird.

Natalie Simon

Sie absolvierte ihre Schiedsrichterinnen-Ausbildung während ihrer College-Zeit und schiedst seit Oktober 2018 im USL Championship.

Melissa Snedden

Die 1988 geborene Geografielehrerin aus Kanada legte mit 12 Jahren ihre Schiedsrichterinnenprüfung ab. Seit 2018 ist die FIFA-Schiedsrichterassistentin und seit 2019 selbige in der CPL.

Esther Staubli

Die 1979 geborene Lehrerin schiedst seit der Saison 2014/15 in der schweizerischen Challenge League, der zweithöchsten Liga im Männerfußball. Die Lehrerin war auch durchaus erfolgreiche Spielerin, aber nach eigener Aussage nicht gut genug für die Nationalmannschaft. Weil sie aber den Sport weiterhin betreiben wollte, wurde sie Schiedsrichterin und fand so ihre „große Leidenschaft“ (Staubli). 2017 leitete sie Spiele der FIFA U21-Weltmeisterschaft (m).

Bibiana Steinhaus

Ebenfalls 1979 wurde Bibiana Steinhaus geboren. Die Polizeibeamtin ist seit ihrer Jugend Schiedsrichterin und wird in der 1. Männer-Bundesliga seit 2007 als Schiedsrichterassistentin (Vierte Offizielle, um genau zu sein) und seit 2017 als Schiedsrichterin eingesetzt. Ehemals als linke Verteidigerin aktiv, wurde sie von ihrem Vater (ebenfalls ein Schiedsrichter) überredet, die Schiedsrichterprüfung zu machen. Sie beendete ihre Schiedsrichterinnenkarriere im Oktober 2020.

Maryna Striletska

Sie wurde 1983 in der Ukraine geboren und gehört zum Schiedsrichterinnenteam von Kateryna Monzul. Ihr assistiert sie seit 2018 in der Premjer-Liha. Sie gehörte auch als Assistentin zum ersten all-female Team in Europa, das im November 2020 ein Spiel im Profibereich der Männer leitete.

Sara Telek

Eine der aktuell jüngsten in der Runde der Schiedsrichterinnen ist die 1988 geborene Österreicherin Sara Telek, die im Februar 2020 erstmals als Schiedsrichterassistentin in der 1. Bundesliga der Männer in Österreich eingesetzt wurde. Letztes Jahr gab sie ihr Debüt in der 2. Männer-Bundesliga, ebenfalls als Assistentin an der Seitenlinie. In ihrer Jugend spielte sie Fußball, wollte sich dann aber mit 18 Jahren in Regelkunde weiterbilden und hat einen Schiedsrichterkurs besucht – und erfolgreich abgeschlossen. Schon bald danach wechselte sie ihr Trikot von der Spielerin zur Schiedsrichterin. Fußball ist nicht nur ihr Hobby, sondern auch ihr Beruf: Sie ist nicht nur Schauspielerin und Sprecherin, sondern moderiert und kommentiert als Sportjournalistin Fußballspiele im TV.

Naomi Teshirogi

Die 1980 geborene Japanerin war die Schiedsrichterin einer (fast) reinen Frauenbesetzung, die ein AFC-Pokalspiel leitete (Myanmars Yangon United FC gegen Naga World aus Kambodscha am 14. Mai 2019). Nur der 4. Offizielle war männlich.

Wendy Toms

Die 1962 geborene Paketdienstangestellte („parcel post manager“) wurde Ende der 1980er Jahren Schiedsrichterin und bereits 1991 als Vierte Offizielle in der früheren englischen dritten Männer-Liga eingesetzt. 1997 bis 2005 war sie mehrfach als Schiedsrichterassistentin in der Premier League. Heute schiedst sie nicht mehr in den oberen Ligen, aber in der Football Conference (fünfthöchste Liga).

Claudia Umpierrez

Die Uruguayerin, 1983 geboren, stammt aus einer Fußballfamilie: Ihr Vater war Fußballtrainer, ihr Opa mütterlicherseits Schiedsrichter, ihr Onkel ein Profispieler. Als sie 16 Jahre als war, nahm ihre Tante erfolgreich an einem Schiedsrichterkurs teil. Zwei Jahre später begann Claudia Umpierrez zeitgleich ihre Schiedsrichterausbildung und ihr Jurastudium. Die heutige Bankangestellte und gelegentliche Privatrechtsanwältin wurde in ihrem Land eine Pionierin für Schiedsrichterinnen und schrieb Geschichte als sie 2016 als erste Schiedsrichterin in den oberen beiden uruguayischen Männerligen eingesetzt wurde. Sie wurde zu Beginn des Jahres 2014 Mutter, stand aber bereits kurze Zeit später wieder auf dem Spielfeld, u.a. im Sommer bei der U20-WM 2014 in Kanada. 2019 leitete sie Spiele der FIFA U21-Weltmeisterschaft (m).

Christina Unkel

Bereits mit 10 Jahren legte die 1988 geborene US-Amerikanerin ihre Schiedsrichterinnenprüfung erfolgreich ab. Seit Juli 2017 leitet die Rechtsanwältin für Sportrecht Spiele im USL Championship.

Ceciah Valero

Sie schiedste 2018 zwei Spiele im USL Championship.

Alexis Vaughan

Die 1988 in Kanada geborene Schiedsrichterassistentin war die Vierte Offizielle beim weltweit ersten Einsatz eines all-female Schiedsrichterinnenteams bei einem Profispiel im Männerfußball in der CPL im Mai 2019. Ihre Schiedsrichterinnenausbildung schloss sie bereits mit 12 Jahren ab. Seit 2015 assistiert sie im USL Championship, seit 2019 in der CPL.

Nelly Viennot

Die 1,52 m große Französin kam durch ihren Vater zum Fußball und spielte zunächst als Torhüterin. 1987 legte sie erfolgreich die Prüfung zur Schiedsrichterin ab. 1996, mit 34 Jahren, war sie in Frankreich die erste Schiedsrichterassistentin, die in der Ligue 1 eingesetzt wurde. Drei Jahre später wurde sie Teil des Schiedsrichterteams von Éric Poulain und war bis 2007 nicht nur Schiedsrichterassistentin in zahlreichen Spielen in der Ligue 1, sondern auch im Coupe de France, in der Europa League und in der Champions League der Männer. Außerdem leitete sie Spiele als Schiedsrichterin in der dritten französischen Männerliga. 2000 erlitt ihr linkes Ohr 25% Hörverlust, nachdem beim Spiel Strasbourg – Metz ein Böller sie am Kopf traf und explodierte. Nach ihrer aktiven Zeit, 2007, wurde sie Mitglied der Schiedsrichterinnen-Kommission der FFF (= französischer Fußballverband) und leitet als zweifache Mutter im lothringischen Regionalverband noch immer Spiele.

Yoshimi Yamashita

Die 1986 geborene Japanerin war die Schiedsrichterin einer (fast) reinen Frauenbesetzung, die ein AFC-Pokalspiel leitete (Myanmars Yangon United FC gegen Naga World aus Kambodscha am 14. Mai 2019). Nur der 4. Offizielle war männlich.

 

Zum Schluss noch ein Link zu einem Artikel von Gherado Bonini auf PlayingPast, einem Online-Magazine für die Sportgeschichte. Gheradi Bonini beschäftigt sich mit Edith Klinger, die Mitte der 1930er Jahren in Österreich Fußball-Schiedsrichterin war und damit sicherlich eine der ersten auf dem europäischen Kontinent. In einer Zeit, in der es noch lange unüblich war, dass Frauen Fußball spielten.