Autor: Petra Tabarelli

[Kolumne] Die Abseitsregel auf dem PrĂŒfstand

Quo vadis, Abseitsregel? Ich bin kein Fan von der Idee eines „Daylight Offside“ und bin immer noch nicht davon ĂŒberzeugt, dass eine Reduzierung der Abseitsregel auf „weniger als eine Person“ das Spiel verhunzen wird. Ja, mir ist bewusst, dass es einer Abschaffung der Abseitsregel gleichkommt, weil die Torleute ĂŒblicherweise nahe der Torlinie sind. Ich glaube aber, dass wir dem ganzen eine Chance geben sollten. 1925 hat auch niemand geahnt, dass nach ein paar Monaten mit dem WM-System eine völlig neue, zuvor undenkbare Taktik entstand, die das Spiel revolutionierte. Ganz herausfordernd gefragt: Warum nicht noch mal? >>> Meine #FRÜF-Kolumne fĂŒr WebDE.  

Die Abseitsregel erklĂ€rt – ein FAQ

Was kommt in den Sinn, wenn man die Abseitsregel erklĂ€rt? Es sei eine „Erfindung des Teufels“[1]Schmal, Felix: Die Achillesferse des Fußballs. In: Deutschen Schiedsrichter-Zeitung 10/1924 (Mai 1924), S. 45-46., das „berĂŒchtigte Monstrum“[2]Schmal, Felix: Die Achillesferse des Fußballs. In: Deutschen Schiedsrichter-Zeitung 10/1924 (Mai 1924), S. 45-46., das „Schmerzenskind“[3]Rosenberger, Simon/Hofschneider, Alwin: Der Schiedsrichter Stuttgart 1923. S. 58. Ebenso Rosenberger/Hofschneider 1930, S. 48. Ebenso: Kuhlmann, Fritz: Abseits. In: Oldenburger Zeitung fĂŒr Volk und … Continue reading: Die Abseitsregel war schon vor 100 Jahren eine Fußballregel, die hĂ€ufig zu Diskussionen fĂŒhrte. Der deutsche Journalist Felix Schmal fand 1924, man könne meinen, die Regel sei nur dazu da, „Spieler zu Verzweiflung zu bringen, Zuschauer zu Skandalen aufzureizen und Schiedsrichtern zu PrĂŒgel zu verhelfen.“[4]Schmal, Felix: Die Achillesferse des Fußballs. In: Deutschen Schiedsrichter-Zeitung 10/1924 (Mai 1924), S. 45-46.. Und irgendwie möchte man ihm in gewisser Weise beipflichten. „The key law“ „Fear game isn‘t ready for change to key law“ titelte 1989 der Evening Express und trifft damit auch heute noch den Nagel auf den Kopf: Die Abseitsregel ist die SchlĂŒsselregel des Fußballspiels, der …

[Interview] 2. Bundesliga Podcast: Football Rules Special with Petra Tabarelli

The rules of the game can be quite confusing, their interpretations and at times lack of clarity ensures that us a football fans are left in the dark at the best of times. Eva and Matthew chat with historian and football rules expert Petra Tabarelli to learn about the clarifications and additions to the football rule book, how this implemented to the clubs and media members and much more. Ihr könnt euch das Interview hier anhören oder in dem Podcatcher eurer Wahl.

Erste Schiedsrichterin

Die allererste Schiedsrichterin im MĂ€nnerfußball weltweit

Wow, das ist eine Sensation: eine weibliche Schiedsrichterin, die ein Meisterschaftsspiel im brasilianischen Fußball leitet. Nicht jetzt oder vor 30 Jahren, sondern vor fast 100 Jahren. Die deutsche Zeitung „Echo der Gegenwart“ vom 28. Oktober 1933 berichtet ĂŒber die vielleicht erste Frau, die nicht nur ein Benefiz- oder Freundschaftsspiel leitete: „FrĂ€ulein Colona“ aus Rio de Janiero. Die erste weibliche Schiedsrichterin und ein LĂ€cheln Ihr Vorname wird leider nicht genannt, aber wir erfahren aus dem Artikel, dass sie Studentin an der UniversitĂ€t der brasilianischen Hauptstadt und ein angesehenes Mitglied der akademischen „Gesellschaft von Rio“ war. Der Artikel erzĂ€hlt uns, dass – fĂŒr das Publikum ĂŒberraschend – eine Frau ein Meisterschaftsspiel zwischen zwei MĂ€nnermannschaften leitet. Doch Frau Colona ist dem Publikum offenbar bekannt und wird von ihm geschĂ€tzt, denn „[s]ie wurde mit grĂ¶ĂŸerem Beifall begrĂŒĂŸt als die beliebtesten Stars unter den Fußballspielern“. Sie hat das GlĂŒck, auch in sehr schwierigen Situationen das Spiel zu leiten, denn sie lĂ€chelt. LĂ€cheln – dieses Wort taucht sehr oft auf und der Autor des Artikels wollte offensichtlich auf die Wirkung des …

Internationales Jugendfußballturnier pro memoria Walther Bensemann

Wunderbare Neuigkeiten: „Das „Internationale Jugendfußballturnier pro memoria Walther Bensemann“ kehrt zurĂŒck – dank „Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ und Maccabi Deutschland. Wer war Walther Bensemann? Walther Bensemann wurde 1873 in Berlin geboren, verbrachte aber seine Jugend in einem Internat in Montreux, Schweiz. Hier zeigten ihm seine internationalen MitschĂŒler englische Sportarten, darunter auch den Vereinsfußball. 1889 wechselte er nach Karlsruhe an ein Gymnasium und grĂŒndete auch hier im selben Jahr einen Fußballverein, den Internationalen Fußballclub. Der neue Verein trug den kosmopolitischen, internationalen Fußball, den Bensemann in Montreux kennengelernt hatte, in seinem Namen. Woher die Spieler kamen, war unerheblich. Wichtig war, dass sie gemeinsam spielten. Zwei Jahre spĂ€ter grĂŒndete er den Karlsruher FV (und war an der GrĂŒndung zahlreicher weiterer Vereine beteiligt, darunter der FC Bayern MĂŒnchen und Eintracht Frankfurt). Hier spielten nicht nur die beiden spĂ€teren jĂŒdischen Nationalspieler Julius Hirsch und Gottfried Fuchs, sondern auch der in Straßburg geborene Ivo Schricker, der spĂ€tere FIFA-GeneralsekretĂ€r. „Sport ist eine Religion, ist vielleicht heute das einzig wahre Mittel, um Völker und Klassen zu verbinden.“ 1899, kurz vor …

Rouge

Rouge

Rouge! An verschiedenen Stellen auf Nachspielzeiten wird das Rouge im Fußballspiel erwĂ€hnt. Aber was soll das ĂŒberhaupt sein? An manchen Stellen habe ich es kurze und vage beschrieben, doch hier kommt die vollstĂ€ndige, aber bewusst knapp gehaltene ErklĂ€rung. ZunĂ€chst: Es war nicht ĂŒberall gleich. Das Rouge ist bzw. war Teil der Regeln am Eton College (Eton Field Game) und Cheltenham College sowie beim Sheffield FC und in der Sheffield FA. Rouge in London (Eton Field Game) Erzielung In Eton wird unterschieden, durch wen der Ball ins Toraus gerĂ€t: durch das verteidigende Team: Es ist direkt ein Rouge erzielt, wenn ihn ein Spieler des verteidigenden Teams als erstes berĂŒhrt. durch das angreifende Team: Der Ball wird daraufhin 1 yd vom Torpfosten abgelegt und das angreifende Team versucht, den Ball ĂŒber die Torlinie zu drĂŒcken. Da sich ein bully formiert Ă€hnlich einer scrimmage, ist das nicht so einfach. Bewertung Mitte des 19. Jahrhunderts wogen drei Rouges ein Tor auf, spĂ€testens 1879 war die Anzahl der Rouges nur bei unentschieden endenden Spielen interessant, denn ein Tor zĂ€hlte immer mehr …

FIFA im IFAB

FIFA wird Mitglied im IFAB

Die FIFA gehörte nicht immer dem IFAB an, denn schließlich ist sie einige Jahre jĂŒnger. Erstaunt? Das muss nicht sein. Aberystwyth ist eine walisische Hafenstadt und sein Fußballclub, Aberystwyth Town, wurde 1884 gegrĂŒndet. Damit ist er zwei Jahre Ă€lter als das IFAB, das International Football Association Board. Die FIFA – FĂ©dĂ©ration Internationale de Football Association – wurde erst 1904 gegrĂŒndet und der Name zeigt auch, dass sie nicht im United Kingdom gegrĂŒndet wurde. Sie wurde in Paris gegrĂŒndet. Wieso wurde das IFAB gegrĂŒndet? Was ist das IFAB? Ja, das International Football Association Board. Aber wieso wurde es gegrĂŒndet? Und von wem? Das habe ich vor vier Jahren hier erklĂ€rt, aber noch mal in ganz kurz und verstĂ€ndlich: Es ist ein Verband der vier britischen VerbĂ€nde: der schottischen SFA, der walisischen FAW, der irischen IFA und der britischen FA. Und dieser Verband wurde nötig, weil die Fußballregeln der vier LĂ€nder sich unterschieden und damit LĂ€nderspiele etwas aufwĂ€ndiger machten: Nach welchen Regeln spielt man? Denen den Heimteams? Eine Halbzeit, die andere Halbzeit nach den anderen? Mixt man sie …

Jenaer Regeln

3 Dinge, die du nicht ĂŒber die Jenaer Regeln wusstest

Du hast schon ĂŒber die Jenaer Regeln gelesen? Lust auf ein Spiel? Teste dich: Wie gut weißt du ĂŒber sie Bescheid? Ich wette: Du machst mindestens einen Fehler. (Keinen Bock auf Spiele? Dann lies weiter unten weiter.)   SPOILER Es gibt drei prominente Fehler, die immer wieder falsch weitergegeben werden. ‱ ‱ ‱ #1 „Die Jenaer Regeln wurden 1896 veröffentlicht.“ Falsch. Sie wurden bereits 1893 veröffentlicht. #2 „In den Jenaer Regeln steht, dass auf dem Spielfeld keine BĂ€ume und StrĂ€ucher stehen dĂŒrfen.“  Falsch. Im Original ist von BĂ€umen und Steinen zu lesen. #3 „Die Jenaer Regeln waren die ersten deutschen Fußballregeln.“ Falsch. In zweierlei Hinsicht. Manche meinen, sie hĂ€tten fĂŒr ganz Deutschland gegolten, aber es waren nur die Regeln des Fußballvereins zu Jena. Außerdem gab es mit den Spielregeln des Bundes deutscher Fußball-Spieler von 1890/1892. Letztere waren tatsĂ€chlich als Regeln fĂŒr Deutschland geplant, doch der Verband existierte nicht lange. So blieb der Einsatz auf die Berliner Verbandsmitglieder beschrĂ€nkt. Die Jenaer Regeln: Viele Überraschungen Ich gebe zu: Auch ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die originalen Jenaer …

Fußballregeln 2022/2023 und ihre historische Entwicklung

Das IFAB hat die vermutlichen RegelĂ€nderungen der Fußballregeln 2022/2023 bekanntgegeben, die aber noch von dem General Assembly bestĂ€tigt werden mĂŒssen. Deren ursprĂŒnglich fĂŒr Anfang MĂ€rz geplante Treffen wurde wegen dem Krieg in der Ukraine auf unbestimmte Zeit verschoben. Veröffentlicht wurden nun die ÄnderungsvorschlĂ€ge des ABM (ein Treffen mit allen Secretaries der fĂŒnf VerbĂ€nde). Diese werden höchstwahrscheinlich auch die nötige Mehrheit erhalten. Stichtag fĂŒr die Fußballregeln 2022/2023 ist der 1. Juli 2022, aber zuvor schon laufende Wettbewerbe werden noch nach den Regeln 2021/22 weitergespielt. Die Agenda der AGM fĂŒr die Fußballregeln 2022/2023 Die Änderungen betrafen die dauerhafte Erhöhung der Auswechslungen auf 5 pro Team in der regulĂ€ren Spielzeit und ein paar Klarstellungen zu den Regeln 8, 10, 12 und 14. Eine Übersicht samt einer ErwĂ€hnung und Verlinkung findet ihr auch von Chaled Nahar auf Sportschau.de – danke, lieber Chaled! In der Agenda fĂŒr die AGM soll auch ĂŒber eine Änderung der Abseitsregel diskutiert und erste Erkenntnisse der laufenden Experimente mit der halb-automatisierten Abseitserkennung (SAOT) und des Concussion protocol prĂ€sentiert werden. Ebenso auch eine kostengĂŒnstigere Version des …

(K)Eine neue Idee: Abseits nur x Yards vor dem Tor

In einem Interview mit Sportskeeeda brachte der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Keith Hackett eine Abseitsidee ins Spiel: Es gilt das Abseits nur x Yards vor dem Tor. Es gibt sie schon Jahrzehnte. Seit 100 Jahren wird sie immer wieder debattiert, wurde aber bislang nie in die Regeln ĂŒbernommen. Die Rede ist von der Idee, dass eine strafbare Abseitsstellung nur in einem gewissen Abstand vor dem Tor möglich ist. Das ist nicht ganz neu, denn nichts anderes besagt die aktuelle Regel: Eine strafbare Abseitsstellung ist nur in der gegnerischen HĂ€lfte möglich. Bei den VorschlĂ€gen, die seit ziemlich genau 100 Jahren immer wieder genannt werden, geht es aber um noch einen engeren Raum. Mal sind es 40 Yards vor dem Tor, mal 18 Yards vor den Toren (d.h. Strafraum + die beiden Seiten bis zur Seitenlinie). Mal nur innerhalb des Strafraums, mal nur außerhalb des Strafraums… Es gibt sehr viele und sie sind am Ende des Artikels aufgelistet, erstmal aber mal zu Hacketts Vorschlag: Er nimmt im Interview mit Sportskeeda Bezug auf die NASL (North American Soccer League) in …

Concussions: Wie entstand das Kopfballspiel?

Das Kopfballspiel etablierte sich in England erst in den 1870er Jahren. Ob es am Verbot des Fair Catch im Fußball (association football/soccer) lag, ist nicht belegt. Aber es wĂŒrde zeitlich passen. Korrelation? KausalitĂ€t? LĂ€sst sich bislang nicht belegen. Der Fair Catch Was ist der Fair Catch? Manche von euch kennen ihn aus anderen Football-Spielarten wie American Football. Das ist auch der Grund, weshalb er bis 1871 Teil der Fußballregeln war, den die Spielvarianten hat einen gemeinsamen Ursprung: Football. An der Privatschule in Rugby war das running game beliebt (mit Tragen des Balles). Die Eton College spielte bewusst (fast) ohne Handspiel, d.h. Ein unbewusstes, unabsichtliches Handspiel war nicht verboten und ebenso das direkte Fangen eines Balles aus der Luft – dem Fair Catch. Ihr ahnt es, die Schulen in Rugby und Eton standen vor 200 Jahren im Clinch. Im Zuge der Trennung der Football-Spielarten kam es zum Verbot des Fair Catches – in allen großen englischen RegionalverbĂ€nden gleichzeitig. Das Kopfballspiel etabliert sich Spielberichte zeigen, dass in den 1870er Jahren die KopfbĂ€lle zunahmen. Erst jetzt wurde aus …

Zukunftsvisionen 1925: Fußball im Jahr 2000

Fußball im Jahr 2000, das ist mittlerweile Vergangenheit. 1925 war es noch Zukunftsvision und daher klingt der Artikel „What to expect in the year 2000“, der am 1. Mai 1925 im Mansfield Reporter erschien, spannend. Wie war denn nun die Zukunftsvision? Wie stellte man es sich das Fußballspiel zur folgenden Jahrtausendwende vor? Doch auf den ersten Blick wird man enttĂ€uscht. Das verrĂ€t auch schon der Beginn des Titels: „Football Special. Exclusive Interview with a Martian“. Doch zwischen den Zeilen lĂ€sst sich viel ĂŒber die Ideen und WĂŒnsche des Verfassers, Sportjournalist L. V. Manning, herauslesen. Worum geht es? Der Artikel ist in Prosa verfasst und erinnert in seinem Beginn eher an Kafka: „Wie er in das Zimmer kam, kann ich nicht erklĂ€ren. Ich weiß nur, dass er dort war, sich an meinem Tabak bediente und meinen Whisky und mein Soda wie ein normaler Sterblicher genoss. ‚Das wird eine tolle Geschichte‘, sagte er, ‚aber ich glaube nicht, dass man mir glauben wird, wenn ich zurĂŒckkomme.‘.“ Es stellt sich heraus, dass L. V. Manning einen Sportjournalisten vom Mars vor …

Neu auf Nachspielzeiten – der Newsletter

Jaaaa, Alliterationen sind eine allzu angenehme Angelegenheit. Aber darum soll es nicht gehen. Vielmehr möchte ich meinen Newsletter rund um die Fußballregeln etwas promoten. Weiter unten findet ihr den letzten Newsletter, der Anfang dieses Monats verschickt wurde als Appetizer. Was erwartet euch? Alle 20 Tage bekommt ihr von mir eine Mail und darin neuen Artikeln auf Nachspielzeiten, alleÂ đŸ’« Artikel der Woche, meine GastbeitrĂ€ge, Interviews, etc. zu Fußballregeln und/oder Schiedsrichter*innen seit dem vorherigen Newsletter. Dazu ein paar handverlesene Linktipps zu Artikeln, Podcastfolgen, BĂŒcher und anderem. Ihr verpasst also nichts mehr von dem, was ich schreibe, erzĂ€hle und gut finde. đŸŠžđŸŒâ€â™€ïž Und nun, wie schon geschrieben, die aktuelle Ausgabe des Newsletters. Nicht wundern, es ist ziemlich lang, weil es die erste Ausgabe in diesem Jahr ist. (Der Newsletter ist auch optisch etwas schöner als WordPress es darstellen kann.) ‱ Hi! Hier kommt der erste Newsletter im neuen Jahr! Ich hoffe, du bist gesund und gut hineingekommen. Da es im Januar keinen Newsletter kam, ist dieser ziemlich lang. Nachspielzeiten auf Instagram In den letzten Wochen hat sich so …

Ohne Spesen nix gewesen?

Es gab ĂŒber Schiedsrichterspesen Ende der 1920er Jahre eine Diskussion, da sie die Auslagen fĂŒr ihr Ehrenamt bezahlt haben möchten. Das wurde ermöglicht, doch gab es keine einheitliche Regelung in den einzelnen LandesverbĂ€nden – bewusst, „da in den einzelnen Kreisen des Verbandsgebietes ganz verschiedenartige VerhĂ€ltnisse herrschen“[fn]Vgl. NN: Zur Frage Schiedsrichterspesen. S. 6.[/fn]. Die Spesen schwankten zwischen 2 Mark und 12 Mark. In Berlin grundsĂ€tzlich wurde die Eisenbahnfahrt 3. Klasse anerkannt Tagesspesensatz betrug 7,50 Mark, wurde aber nur anerkannt, wenn die Fahrt mehr als 100 km umfasste 5,00 Mark Spesen, wenn kein Schnellzug benutzt wurde 3,00 Mark Spesen fĂŒr einen halben Tag Alle Fahrt- und Aufenthaltsspesen zahlte der Verband Im Westdeutschen Verband Beitragsfreiheit im Verein Ausweis, der Inhaber legitimierte und gewisse VergĂŒnstigungen schuf, z. B. fĂŒr freien Besuch eines Verbandsspiels, sofern man in dem gleichen Monat schon als Schiedsrichter im Einsatz war Eisenbahnfahrt in 3. Klasse, wobei Sonntagskarten zu lösen waren, soweit solche ausgegeben wurden erhielten die tatsĂ€chlichen Ausgaben; Höchstsatz 6,00 Mark bei notwendiger Übernachtung zusĂ€tzlich 5,00 Mark (gegen Vorlage der Originalrechnung) Bei Spielen am Ort …

Jenaer Regeln

Ein Regelabend 1929

Schiedsrichter-Regelabende werden nicht gut besucht. Meistens sind es nur die, die erst vor kurzem ihre erste PrĂŒfung abgelegt haben, so das ResĂŒmee in einem Artikel von 1929 in der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung. Dabei sind sie doch so wichtig! Empfohlener Inhalt der Regelabende Ursprung des Fußballs, den man damals in Frankreich, Italien und England sah Die wichtigsten RegelĂ€nderungen „1862 Trennung Rugby und „Assoziation“ [tatsĂ€chlich war das viele Jahre spĂ€ter] Rugby heute vornehmlich Amerika und Frankreich, Deutschland nur schwach Mit RegelĂ€nderungen hĂ€lt TaktikĂ€nderung Schritt. Erste Spielart 2 TorwĂ€chter[!], 8 StĂŒrmer, 1 Verbinder, spĂ€ter 1 Torwart, 2 LĂ€ufer, 2 Verteidiger, 6 StĂŒrmer. Siehe heutige Umstellung wegen verĂ€nderter Abseitsregel, Bestrebungen W-Form in M-Form zu Ă€ndern 1863 GrĂŒndung englischen Verband 1880 Recht auf Hinausstellung geschaffen 1882 International Board (höchste Regelkommission) gegrĂŒndet. 1884 EinfĂŒhrung von Linienrichtern und Schiedsrichterball 1888 Gewicht des Balles wird festgelegt 1890 Elfmeter erfunden [tatsĂ€chlich war es 1891] 1891 Tornetze auf geschlossenen PlĂ€tzen; fĂŒr Elfmeter wird Spielzeit verlĂ€ngert Erste Entwicklung der Regeln abgeschlossen Jetzt Vierteljahrhundert Ruhe 1918 Erster Antrag auf Aenderung der Abseitsregel 1920 Bei Einwurf kein Abseits 1923 …

„Solche Youssof Mohameds“

Simon Rosenberger war wie Walther Bensemann kosmopolitisch, wenngleich ihm fĂŒr eine Äußerung gegen den Ă€gyptischen Schiedsrichter Youssof Mohameds Rassismus vorgeworfen werden kann. Sechs Tage nach dem 3:0-Sieg gegen die Schweiz spielte Deutschland im Viertelfinale gegen Uruguay, ebenfalls im Amsterdamer Olympiastadion. Nach Protest des DFB wurde Schiedsrichter Johannes Mutters durch Youssouf Mohamed ersetzt. Mutters und der deutsche Spieler Hans Kalb hatten schon vorher Unstimmigkeiten und der DFB befĂŒrchtete kein faires Umgehen mit ihm. Dass Kalb beim folgenden 4:1 Uruguays dennoch am Platz gestellt wurde, lĂ€dt mich zum Schmunzeln ein. Auch Rosenberger und Kalb waren schon mal aneineinandergeraten, allerdings nur in Schriftform. Simon Rosenberger war Redakteur des Westdeutschen Sport und zeigte sich nach einem Spiel zwischen NĂŒrnberg und FĂŒrth beschĂ€mt. Den Grund kenne ich nicht, weil mir der Artikel unbekannt ist. Doch Hans Kalb. Spieler des 1. FCN, echauffiert sich ĂŒber ihn. So sehr, dass er an Walther Bensemann bzw. den Kicker einen Leserbrief schrieb, der abgedruckt wurde und Kalbs Abneigung gegen Rosenberger zeigte. Ich vermute, dass Rosenberger seinen messerscharfen Zynismus verwendet hatte, der voll ins Schwarze …

Jenaer Regeln

Das „Mantelgesetz“: Gemeinsame Grundlagen fĂŒr das Schiedsrichterwesen

Das „Mantelgesetz fĂŒr die Schiedsrichterorganisation des DFB“ schuf gemeinsame Grundlagen fĂŒr die Organisation des Schiedsrichterwesens in den LandesverbĂ€nden. Darauf kann dann jeder Verband nach eigenen BedĂŒrfnissen aufbauen. Schwierige Entstehungszeit Das Gesetz sollte bereits 1925 Geltung erhalten, doch die Ratifizierung wurde zunĂ€chst von manchen LandesverbĂ€nden blockiert, dann doch angenommen (1926). Dennoch blieb die Ablehnung von manchen LandesverbĂ€nden bestehen. 1926 befĂŒrchtete der Verfasser des Gesetzes, Simon Rosenberger, die Ratifizierung sei „mehr als zweifelhaft, weil manche VerbĂ€nde prinzipiell gegen jeden Ausbau des Schiedsrichterwesens sind und andere die HauptgrundsĂ€tze dieses Mantelgesetzes schon wieder verlassen haben“ (Simon Rosenberger: Organisationsfragen. In: DFB-Schiedsrichter-Zeitung 17/1926 (09.09.1926). S. 129-131:, hier S. 129.) Ende September 1926 fand in Berlin eine vierstĂŒndige Sitzung statt, die von DFB-Bundesspielausschusses und DFB-Bundesschiedsrichterausschusses angeberaumt wurde. Eingeladen waren alle LandesverbĂ€nde mit einem Vertreter teilzunehmen, um wichtige Schiedsrichterfragen zu erörtern. Doch nicht alle LandesverbĂ€nde nahmen teil: Pfosch (Mannheim fĂŒr SĂŒddeutschland), Gerstenberg (Hamburg fĂŒr Norddeutschland), Tag (Dresden fĂŒr Mitteldeutschland) und Stenzel (Berlin). Danach sah es danach aus, dass das Mantelgesetz beim nĂ€chsten Bundestag angenommen wurde, doch es wurde ĂŒberhaupt nicht thematisiert. Wurde wirklich vergessen, es …

Jenaer Regeln

Rosenberger ĂŒber Profifußball

Das Thema Profifußball wurde in den 1920er Jahren heiß diskutiert. Der DFB hielt am Amateurspielerparagraph fest: Spieler dĂŒrfen fĂŒr das Fußballspielen nicht bezahlt werden. Dabei waren Zahlungen unter der Hand bereits vor dem 1. Weltkrieg gang und gebe gewesen: Ein einfacher BĂŒrojob, eine schöne Wohnung,… es gab vielfĂ€ltige Möglichkeiten. 1920 wurde ein erster Versuch der BrĂŒder Eidinger gestartet, der allerdings alles andere als erfolgreich verlief. (Mehr zu den HintergrĂŒnden in meinem Artikel „Die European Super League: Geschichte wiederholt sich nicht, sie reimt sich„.) Rosenberger: Kein Verbot, um Oberhand zu behalten Simon Rosenberger war kein Verfechter des Profifußballs, aber er war Realist und erkannte, dass die Entwicklung nicht aufzuhalten sein. Er war gegen ein strenges Verbot und empfahl in zahlreichen Artikeln gebetsmĂŒhlenartig, Profifußball zu erlauben und damit auch zu lenken. Irgendwann mache ich mir mal die MĂŒhe, alle Ausgaben des Kickers und der DFB-Schiedsrichter-Zeitung bis zu Rosenbergers Tod nach Artikeln zu durchforsten, in denen er Profifußball thematisierte. Bis dahin als Auswahl zwei seiner Meinungsartikel. Reinliche Scheidung?  „Man muss sich mit Berufsspielertum befassen, denn es ist die …

Jenaer Regeln

2x 10 Gebote fĂŒr Schiedsrichter

Zehn Gebote fĂŒr Schiedsrichter, diesmal von J. T. Howcraft, „Englands populĂ€rster Schiedsrichter“ Entsprach dem allgemeinen Konsens des internationalen Schiedsrichterwesens. „Anrempeleien der Zuschauer entziehe dich!“ „PrĂ€pariere dich körperlich und sei mĂ€ĂŸig!“ „Habe keine Furcht vor Fehlern!“ „Scheue dich nicht, sie einzugestehen!“ „Pfeife nach Bedarf, doch nie zu viel!“ „Stelle in Gewissenhaftigkeit die höchsten AnsprĂŒche an dich selbst!“ „Verwarne lieber zu frĂŒh als zu spĂ€t!“ „Du sollst keine Platzbesitzer kennen!“ „Achte die Spieler, auf daß du geachtet werdest!“ „Hab‘ eine Elefantenhaut!“ Weitere zehn Gebote fĂŒr Schiedsrichter aus einer ungenannten englischen Zeitung, abgedruckt in der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung von Koppehel Mit einer recht national-imperialistischen Sicht, die eher Koppehels VerstĂ€ndnis‘ entsprach. „Achte das Spiel und seine Regeln. Lies die Regeln und vertiefe dich darin.“ „Es ist nur ein Gesetz – nach dem sprich Recht. Es gibt nur ein Spiel – leite es. Es gibt aber eine Menge – beachte sie nicht. (Beamte sind eine besondere Rasse: sie sollten ĂŒber Groll und Vorurteil erhaben sein. Sie gehören zur Menge.)“ „Gedenke, daß du Oberster der Kunst, daß dein Wort Gesetz ist und …

Der Beginn der Schiedsrichtervereinigungen

In England gab es sie ab 1893, in Deutschland ein paar Jahre spĂ€ter: Schiedsrichtervereinigungen. Simon Rosenberger war GrĂŒndungsmitglied der MĂŒnchener Schiedsrichtervereinigung, die im Februar 1901, kurz nach seinem 16. Geburtstag, erstmals zusammenkam. Damit war sie eine der ersten, wenn nicht die allererste solche Vereinigung in Deutschland. SpĂ€ter war er auch aktiv an der GrĂŒndung der Bayerischen Schiedsrichtervereinigung (1918), der Schiedsrichtervereinigung des SĂŒddeutschen Fußballverbandes (1924) sowie des Bundesschiedsrichterausschusses (1924) beteiligt – und jeweils auch direkt im Vorstand engagiert. Boom nach 1920 Durch den Fußballboom nach dem ersten Weltkrieg wurden vermehrt Schiedsrichter benötigt, die jedoch nicht immer fĂŒr dieses Amt geeignet waren. Es gab Schiedsrichter, die allzu autoritĂ€r war und andere, die sich durch die raue Stimmung auf und seitlich den Platz irritieren ließen. Schiedsrichterinnen sind fĂŒr Deutschland vor den 1950er Jahren keine bekannt. Die wenigsten waren freiwillig Schiedsrichter geworden, sondern ĂŒbernahmen aus GefĂ€lligkeit oder anderen GrĂŒnden das Amt oder mussten pfeifen, weil sie vom Verein oder Verband bestimmt wurden. Entsprechend schlecht besucht waren die Regelabende und entsprechen hĂ€ufig (60%) blieben Schiedsrichter nicht lange dabei. Das fĂŒhrte damals wie heute …

Jenaer Regeln

Altphilologenregie, begossen mit antik-vaterlÀndischer Tunke

Am frĂŒhen Nachmittag des 28. Mai 1928 fluchte Simon Rosenberger wĂ€hrend des Spiels Deutschland. WĂ€hrend des Achtelfinale des Olympischen Fußballturniers im Amsterdamer Olympiastadion machten sich niederlĂ€ndische Fans in seiner NĂ€he ĂŒber die ersten Worte der deutschen Hymne lustig machten – damals sang man noch die erste Strophe. So schreibt Erik Eggers in seiner Kurzbiografie zu Simon Rosenberger in der zweiten, ĂŒberarbeiteten Auflage von Fußball in der Weimarer Republik (Kellinghusen 2018, S. 104-105). Patriotismus vor 1933 Ein Indiz, dass Simon Rosenberger national(er) orientiert war als Bensemann? Allein die Verteidigung der Hymne ist mich kein ausreichendes Indiz, denn es gibt dagegen mehrere Äußerungen von Simon Rosenberger, die vielmehr ein kosmopolitische Einstellung verdeutlichen. Eine sehr deutliche Äußerung gegen die vermehrt nationale Ausrichtung des DFB findet sich im Artikel „Bundesausschuss“, der im November 1921 im Kicker erschienen ist. Rosenberger kritisierte die Veranstaltung der „Körperzuchtwochen“, in denen „Kampfspiele“ mit „Kunst“ im altgriechischen Sinne verbunden werden sollen, die aber in national(istisch)er Sprache angepriesen werden. Bundesausschuss „Unsere Kampfspiele 1922 unter Altphilologenregie, begossen mit antik-vaterlĂ€ndischer Tunke. [
] Das Wort ‚vaterlĂ€ndische‘ hat heute einen …

Jenaer Regeln

Der Schwabenstreich

Ich stelle mir immer vor, dass Simon Rosenberger an diesem Tag an seinem Schreibtisch in der Kickerredaktion sah und einen Anruf oder ein Telegramm erhielt. Er riss kurz die Augen auf, vielleicht auch den Mund, und verfiel dann in ein kopfschĂŒttelndes Lachen. Die Emotionen, die er dabei spĂŒrte, packte er in einen sehr zynischen Artikel gegen die Stadt Stuttgart, der am 10. April 1922 im Kicker erschien. (CW: Physische Gewalt als Metaphorik.) Was war vorgefallen? An einem evangelischen Feiertag sollte ein Fußballspiel zwischen einem Auswahlteam des Kreises WĂŒrttemberg gegen eine Auswahl des Nordmainkreises in Stuttgart stattfinden. Die Veranstaltung wurde wochenlang beworben und nur einen Tag vor dem Spiel seitens der Stadtverwaltung Stuttgart verboten. Das Spiel wurde aber trotzdem durchgefĂŒhrt – sei es aus Trotz, um nicht auf den Unkosten sitzen zu bleiben oder aus Unkenntnis. Das ist mir nicht bekannt. Lest den Artikel. Viel Spaß beim Schmunzeln. Ein Schwabenstreich Wer lacht da? Bitte, das ist kein Aprilscherz! Das ‚Urteil‘ trĂ€gt den[!] Datum des 4. und nicht das des 1. April! Das ‚corpus delicti‘ war das …

Simon Rosenberger, Walther Bensemann und der MTV MĂŒnchen von 1879

Zum Jahresbeginn 1921 war Konstanz stark bewölkt, doch ein Leserbrief ließ die Miene von Walther Bensemann schmunzeln. Der Herausgeber der vor wenigen Monaten gegrĂŒndeten Fußballzeitschrift „Der Kicker“ hĂ€lt einen Brief vom Vorsitzenden des MTV MĂŒnchen von 1879 in der Hand, den er in der zweiten Ausgabe des Kickers auch abdrucken ließ. „Kollege‘ Freund, PrĂ€sident der F.A. des rĂŒhrigen M.T.V. MĂŒnchen hat das Wort: ’Sehr geehrter Herr Bensemann! ZunĂ€chst erlaube ich mir, Ihnen meine besten WĂŒnsche zum Jahreswechsel zu entbieten. Möge das Jahr 1921 fĂŒr Sie und Ihren ‚Kicker‘ ein glĂŒckliches und erfolgreiches werden. In materieller Form gebe ich meinen GlĂŒckwĂŒnschen Ausdruck, indem ich gleichzeitig eine kleine Sammlung von Abonnements auf Ihr Postscheckkonto ĂŒberweise. FĂŒr die Veröffentlichung meiner Mannschaft in einer Ihrer letzten Nummern sage ich Ihnen meinen herzlichen Dank. Wir haben uns sehr darĂŒber gefreut. Meine Mannschaft gedenkt nach Abschluss der Ligaspiele, die vor dem Kriege bestandenen internationalen Beziehungen wieder aufzunehmen und so haben wir uns mit F.C. Internazionale Mailand, mit Turin, F.C. Winterthur, Old Boys Basel und einem hollĂ€ndischen Verein in Verbindung gesetzt. Ostern und …

Peco Bauwens – ein Opportunist am Grabe Rosenbergers

Auf dem jĂŒdischen Friedhof in Köln-BocklemĂŒnd herrscht eine aufgeregte, traurige Stimmung. Viele Menschen umringen ein frisches Grab und ein Mann hĂ€lt in deutlich kölnischem Akzent eine Rede. Die BegrĂ€bnisrede Der Mann mit den ausgeprĂ€gten Wangenknochen, der fliehenden, hohen Sturm und den Knopfaugen wohnte nur 7,5 Kilometer von dem Friedhof entfernt: In der Clever Straße 13 im Agnesviertel, Neustadt, in der NĂ€he des Rheins. Was Peco Bauwens am Grab von Simon Rosenberger sagte, ist nicht ĂŒberliefert. Wohl waren es lobende Worte ĂŒber seine Hingabe und seine Freude fĂŒr das Fußballspiel in Deutschland, das erst am Ende seines Lebens populĂ€r wurde. Vielleicht sprach er ĂŒber Rosenbergers Engagement fĂŒr die Anpassung der deutschen an die internationalen Fußballregeln und seine seltene Gabe, die Regeln unterhaltsam und verstĂ€ndnisfördernd vorzutragen. Oder seinen Einsatz fĂŒr das Schiedsrichterwesen: Einheitliche Regelauslegung, einheitliche Ausbildung, das Buch „Der Schiedsrichter“, der Bundesschiedsrichterausschuss mit seinem Mantelgesetz, die DFB-Schiedsrichter-Zeitung, 
 die Liste der möglichen Themen ist lang. Das Einzige, was wir durch einen Zeitungsartikel gesichert wissen: Er sprach als Vertreter des DFB sowie zahlreiche lokale Schiedsrichtervereinigungen und VerbĂ€nde, die nicht …

Die Eltern: Eva und Max Rosenberger

Eva Emma Rosenberger, geborene Heymann wurde am 22. Juni 1860 in Trzęsina im sĂŒdlichen Polen, damals Preußen, geboren. Max Rosenberger wurde am 8. April 1859 in Hultschin (Kreis Oppeln, Oberschlesien) geboren. Am 15. September 1881 heirateten beide in Stuttgart und zogen am 18. Januar 1882 nach MĂŒnchen. Da war Eva Rosenberger schon mit ihrem ersten von sechs Kindern schwanger, die sie in zehn Jahren gebar: Dorothea (*16.11.1882), Anna Selma (*01.02.1884), Simon (*02.02.1885), Rosa Elvira (*11.01.1887), Else (*11.08.1888) und Hedwig (*26.01.1892). Wohnorte Die Familie zog bis 1907 hĂ€ufiger innerhalb der MĂŒnchener Altstadt und Maxvorstadt um. Nicht immer ist ĂŒberliefert, wann genau: bis 1892: Hackenstraße 1a 1892-(1893/1898): Sendlinger Straße 12 (2. OG) (1893/1898)-1905: Thal 30 (2. OG) 1905-1907: Fraunhoferstraße 4 (3. OG) Ab dem 17. Juli 1907 wohnten sich dann in der TĂŒrkenstraße 26 im 3. OG, gegenĂŒber der damaligen Kaserne, heute Pinakothek. Max Rosenbergers Berufe Vater Max Rosenberger war zu Simons Geburt Kaufmann von Beruf und besaß ein KonfektionsgeschĂ€ft fĂŒr Herren und Jungen. ZunĂ€chst in der Sendlinger Straße 16, dann im FĂ€rbergraben 12 (2. OG) und schlißlich …

Nachrufe auf Simon Rosenberger

Es war wenige Tage vor Weihnachten 2017, als ich in der Bibliothek der Sporthochschule Köln auf Simon Rosenberger stieß. Es war der Nachruf von Carl Koppehel in der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung. Ausgerechnet Koppehel, denke ich jetzt. Welche Ironie. Es war das erste Mal, dass ich ĂŒber Simon Rosenberger las und das letzte Mal, dass Koppehel Rosenbergers Name veröffentlichte.

Elfmeter! Wie der Strafstoß in die Regeln kam

Elfmeter bzw. StrafstĂ¶ĂŸe sind geliebt und gehasst. Die Idee, eine Challenge, ein Duell aufs Spielfeld zu bringen kam ein Nordire 1890. William McCrum war ein lausiger TorhĂŒter. Nur selten hielt er SchĂŒsse, die auf das Tor seines Clubs kamen, dem nordirischen Milford FC. Er hielt auch mehr an GlĂŒcksspielen als an der familiĂ€re Firma (Leinenherstellung). Obwohl er auch ein lausiger GlĂŒcksspieler war.

#SheCanRef-Gastartikel

Schiedsrichterinnen im MĂ€nnerfußball kann ich seit 2020 nicht mehr aus den Augen lassen. Es gibt so viele Frauen, die seit den letzten 30 Jahren im Top-MĂ€nnerfußball ihres Landes aktiv waren oder sind. Doch wer kennt ihr Namen? Anderseits hat sich in den letzten 30 Jahren nicht viel verĂ€ndert. Seit 30 Jahren schreiben einzelne Frauen immer und immer wieder Geschichte. Wo ist die Routine? Sollte es nicht lĂ€ngst normal sein, dass auch Frauen im MĂ€nnerfußball sind. Es ist nicht so. Das wissen wir alle. Und das darf nicht noch 30 Jahre so bleiben. ‱ Auch außerhalb von Nachspielzeiten sind ein paar Gastartikel und Interviews zu Schiedsrichterinnen im MĂ€nnerfußball erschienen. Die ersten Schiedsrichterinnen (Podcast „Legende Verloren“, Interview mit mir und Sabine Asgodom, der ersten Schiedsrichterin im DFB) „Frauen und Fußball hat lange nicht ins patriarchale Bild gepasst“ (Deutschlandfunk Sport, Interview mit mir und dazugehöriger Artikel) Zwischen Empowerment und PR-Strategie: Eine Eintagsfliege? (WEB.DE, FRÜF-Kolumne) Risse in der glĂ€sernen Decke: Schiedsrichterinnen im MĂ€nnerfußball (WEB.DE, FRÜF-Kolumne) Diese Übersicht wird stetig aktualisiert.