Regel 13: Die Freistöße

Regel 13: Die Freistöße

Freistöße waren schon den Fußballspielern in den Privatschulen im frühen 19. Jahrhundert bekannt, obwohl ihre Regelwerke sie nicht erwähnen. Dennoch ist bekannt, dass zum Beispiel in Cambridge Fußball mit Fair Catch gespielt wurde. Der Fair Catch war das einzig erlaubte Handspiel im association football / Fußball ohne Aufnehmen des Balles, wie Fußball im 19. Jahrhundert zur Abgrenzung vom Rugby genannt wurde. Wenn man einen Ball fing, bevor er den Boden berührt hatte, war dies ein Fair Catch, der an der Stelle des Fangens mit einem indirekten (Sheffield) oder direkten (Cambridge, Football Association) Freistoß belohnt wurde. Nach Verbot des Fair Catch 1871 soll sich das Kopfballspiel entwickelt haben. 1880 wurde der Freistoß als Strafe für die gegnerische Mannschaft festgelegt.

Seit 1904 wird zwischen indirekten Freistößen und direkten Freistößen unterschieden.
Indirekte Freistöße müssen mindestens einmal von einer weiteren Spielerin oder einem weiteren Spieler berührt werden, bevor sie ins Tor gehen. Sie gibt es bei Abseits, bei nicht erlaubter wiederholter Ballberührung, zu langer Ballberührung des Torwarts (zu den einzelnen Spielpositionen werde ich demnächst bloggen), einem Foul ohne Ballspiel oder wenn der Ball beim Strafstoß nicht nach vorne gespielt wird.
Direkte Freistöße, die eben direkt ins Tor gehen dürfen, werden bei absichtlichem Handspiel, Fouls mit Ballspiel und bei Halten verhängt.

1913 wurde ergänzt, dass sich die gegnerischen Spielerinnen und Spieler der/dem Ausführenden nicht mehr als 9,15 m nähern dürfen.

Seit 1969 ist keine Abseitsstellung bei der Ausführung des Freistoßes möglich.

Der Freistoß wird immer an jener Stelle ausgeführt, wo der Verstoß begangen wurde. Ausgenommen, dass der Freistoß im eigenen Torraum von jedem beliebigen Punkt innerhalb diesen ausgeführt werden kann (seit 1978) und dass bei einem innerhalb des Torraumes erwirkten indirekten Freistoß der Schuss von der Torraumlinie ausgeführt wird, die dem Verstoß am nächsten liegt und gleichzeitig die gegnerischen Spieler auf der Torlinie stehen (seit 1984).

Seit 1938 ist fixiert, wie auf falsche Freistöße reagiert wird: Geht direkter Freistoß ins eigene Tor, gibt es einen Eckstoß für gegnerische Mannschaft; geht indirekter Freistoß ins eigene Tor, gibt es Abstoß; und geht ein indirekter Freistoß direkt in eins der Tore, muss der Freistoß wiederholt werden.

Cite this article as: Petra: Regel 13: Die Freistöße. In: Nachspielzeiten, 8. Juli 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-13-die-freistoesse/ (zuletzt aufgerufen: 24. Mai 2018).

2 Gedanken zu „Regel 13: Die Freistöße

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.