Alle Artikel in: Regelgeschichte

Die Abseitsregel erklĂ€rt – ein FAQ

Was kommt in den Sinn, wenn man die Abseitsregel erklĂ€rt? Es sei eine „Erfindung des Teufels“, das „berĂŒchtigte Monstrum“, das „Schmerzenskind“: Die Abseitsregel war schon vor 100 Jahren eine Fußballregel, die hĂ€ufig zu Diskussionen fĂŒhrte. Der deutsche Journalist Felix Schmal fand 1924, man könne meinen, die Regel sei nur dazu da, „Spieler zu Verzweiflung zu bringen, Zuschauer zu Skandalen aufzureizen und Schiedsrichtern zu PrĂŒgel zu verhelfen.“[1]Schmal, Felix: Die Achillesferse des Fußballs. In: Deutschen Schiedsrichter-Zeitung 10/1924 (Mai 1924), S. 45-46.. Und irgendwie möchte man ihm in gewisser Weise beipflichten. „The key law“ „Fear game isn‘t ready for change to key law“ titelte 1989 der Evening Express und trifft damit auch heute noch den Nagel auf den Kopf: Die Abseitsregel ist die SchlĂŒsselregel des Fußballspiels, der Dreh- und Angelpunkt des Regelwerkes. (Und nicht etwa Regel 12, das Handspiel und Fouls, wie auch viele Schiedsrichter*innen meinen.) Der ungenannte Autor fasste es in diesem Artikel treffen zusammen: „Offside has always been a much debated and unpopular tactic, yet from its very inception in the earliest years of the game. …

Flutlichtspiel mit Bogenlampe

Über nachfolgenden Artikel ĂŒber ein Flutlichtspiel stolperte ich vor kurzem in der Sportzeitschrift „Freie Sport-Woche. Zeitschrift fĂŒr Spiel und Sport“ aus dem Jahr 1930: Fußball bei Nacht? In England ist das erste Fußballspiel bei kĂŒnstlicher Beleuchtung vor sich gegangen; die Meinungen darĂŒber gehen in der englischen Tages- und Sportpresse auseinander. Das sozialistische Organ, der „Daily Herald“, bemerkt dazu: „So verfĂŒhrerisch die Idee des Nachtfußballspiels ist, so zweifelhaft ist es aber, ob sie einen praktischen Wert hat. Als vorĂŒbergehende Sensation mag sie die Phantasie der Masse anregen, aber als Dauereinrichtung wird sich das nĂ€chtliche Fußballspiel wohl nicht behaupten können. Fußball ist ein Spiel fĂŒr den hellen Tag, viel von seinem Reiz wird verschwinden, wenn es im Lichte der Bogenlampen gespielt wird; es wird bei kĂŒnstlicher Beleuchtung zu einem kĂŒnstlichen Spiel werden. Dann ist Fußball auch ein Sport fĂŒr den Winter. Fußball bei Nacht mĂŒĂŸte sich aber, um finanziell ertragreich zu sein, den Sommer ĂŒber hinziehen und wĂŒrde so eine Konkurrenz fĂŒr den Sommersport bilden. Die frische Luft des Wintertages gibt dem Fußballspieler eigentlich erst das Leben und …

[Kolumne] 2023: Die Trikotwerbung wird 50 Jahre alt

„Werbung auf Trikots ist im Fußball nicht mehr wegzudenken. Dabei gibt es sie in der Bundesrepublik Deutschland kĂŒrzer als man denkt: Sie feiert 2023 ihren 50. Geburtstag. [
] Ja, der DFB war einer der ersten VerbĂ€nde, die das Verbot der Trikotwerbung wieder aufhoben. Nicht aus Überzeugung, sondern durch einen cleveren Schachzug von GĂŒnter Mast, einem Neffen des JĂ€germeister-GrĂŒnders Curt Mast.„ Meine neue FRÜF-Kolumne fĂŒr WebDE ist online und hier könnt ihr sie lesen.

[Kolumne] Die Abseitsregel auf dem PrĂŒfstand

Quo vadis, Abseitsregel? Ich bin kein Fan von der Idee eines „Daylight Offside“ und bin immer noch nicht davon ĂŒberzeugt, dass eine Reduzierung der Abseitsregel auf „weniger als eine Person“ das Spiel verhunzen wird. Ja, mir ist bewusst, dass es einer Abschaffung der Abseitsregel gleichkommt, weil die Torleute ĂŒblicherweise nahe der Torlinie sind. Ich glaube aber, dass wir dem ganzen eine Chance geben sollten. 1925 hat auch niemand geahnt, dass nach ein paar Monaten mit dem WM-System eine völlig neue, zuvor undenkbare Taktik entstand, die das Spiel revolutionierte. Ganz herausfordernd gefragt: Warum nicht noch mal? >>> Meine #FRÜF-Kolumne fĂŒr WebDE.  

Rouge

Rouge

Rouge! An verschiedenen Stellen auf Nachspielzeiten wird das Rouge im Fußballspiel erwĂ€hnt. Aber was soll das ĂŒberhaupt sein? An manchen Stellen habe ich es kurze und vage beschrieben, doch hier kommt die vollstĂ€ndige, aber bewusst knapp gehaltene ErklĂ€rung. ZunĂ€chst: Es war nicht ĂŒberall gleich. Das Rouge ist bzw. war Teil der Regeln am Eton College (Eton Field Game) und Cheltenham College sowie beim Sheffield FC und in der Sheffield FA. Rouge in London (Eton Field Game) Erzielung In Eton wird unterschieden, durch wen der Ball ins Toraus gerĂ€t: durch das verteidigende Team: Es ist direkt ein Rouge erzielt, wenn ihn ein Spieler des verteidigenden Teams als erstes berĂŒhrt. durch das angreifende Team: Der Ball wird daraufhin 1 yd vom Torpfosten abgelegt und das angreifende Team versucht, den Ball ĂŒber die Torlinie zu drĂŒcken. Da sich ein bully formiert Ă€hnlich einer scrimmage, ist das nicht so einfach. Bewertung Mitte des 19. Jahrhunderts wogen drei Rouges ein Tor auf, spĂ€testens 1879 war die Anzahl der Rouges nur bei unentschieden endenden Spielen interessant, denn ein Tor zĂ€hlte immer mehr …

FIFA im IFAB

FIFA wird Mitglied im IFAB

Die FIFA gehörte nicht immer dem IFAB an, denn schließlich ist sie einige Jahre jĂŒnger. Erstaunt? Das muss nicht sein. Aberystwyth ist eine walisische Hafenstadt und sein Fußballclub, Aberystwyth Town, wurde 1884 gegrĂŒndet. Damit ist er zwei Jahre Ă€lter als das IFAB, das International Football Association Board. Die FIFA – FĂ©dĂ©ration Internationale de Football Association – wurde erst 1904 gegrĂŒndet und der Name zeigt auch, dass sie nicht im United Kingdom gegrĂŒndet wurde. Sie wurde in Paris gegrĂŒndet. Wieso wurde das IFAB gegrĂŒndet? Was ist das IFAB? Ja, das International Football Association Board. Aber wieso wurde es gegrĂŒndet? Und von wem? Das habe ich vor vier Jahren hier erklĂ€rt, aber noch mal in ganz kurz und verstĂ€ndlich: Es ist ein Verband der vier britischen VerbĂ€nde: der schottischen SFA, der walisischen FAW, der irischen IFA und der britischen FA. Und dieser Verband wurde nötig, weil die Fußballregeln der vier LĂ€nder sich unterschieden und damit LĂ€nderspiele etwas aufwĂ€ndiger machten: Nach welchen Regeln spielt man? Denen den Heimteams? Eine Halbzeit, die andere Halbzeit nach den anderen? Mixt man sie …

Jenaer Regeln

3 Dinge, die du nicht ĂŒber die Jenaer Regeln wusstest

Du hast schon ĂŒber die Jenaer Regeln gelesen? Lust auf ein Spiel? Teste dich: Wie gut weißt du ĂŒber sie Bescheid? Ich wette: Du machst mindestens einen Fehler. (Keinen Bock auf Spiele? Dann lies weiter unten weiter.)   SPOILER Es gibt drei prominente Fehler, die immer wieder falsch weitergegeben werden. ‱ ‱ ‱ #1 „Die Jenaer Regeln wurden 1896 veröffentlicht.“ Falsch. Sie wurden bereits 1893 veröffentlicht. #2 „In den Jenaer Regeln steht, dass auf dem Spielfeld keine BĂ€ume und StrĂ€ucher stehen dĂŒrfen.“  Falsch. Im Original ist von BĂ€umen und Steinen zu lesen. #3 „Die Jenaer Regeln waren die ersten deutschen Fußballregeln.“ Falsch. In zweierlei Hinsicht. Manche meinen, sie hĂ€tten fĂŒr ganz Deutschland gegolten, aber es waren nur die Regeln des Fußballvereins zu Jena. Außerdem gab es mit den Spielregeln des Bundes deutscher Fußball-Spieler von 1890/1892. Letztere waren tatsĂ€chlich als Regeln fĂŒr Deutschland geplant, doch der Verband existierte nicht lange. So blieb der Einsatz auf die Berliner Verbandsmitglieder beschrĂ€nkt. Die Jenaer Regeln: Viele Überraschungen Ich gebe zu: Auch ich habe nicht schlecht gestaunt, als ich die originalen Jenaer …

Fußballregeln 2022/2023 und ihre historische Entwicklung

Das IFAB hat die vermutlichen RegelĂ€nderungen der Fußballregeln 2022/2023 bekanntgegeben, die aber noch von dem General Assembly bestĂ€tigt werden mĂŒssen. Deren ursprĂŒnglich fĂŒr Anfang MĂ€rz geplante Treffen wurde wegen dem Krieg in der Ukraine auf unbestimmte Zeit verschoben. Veröffentlicht wurden nun die ÄnderungsvorschlĂ€ge des ABM (ein Treffen mit allen Secretaries der fĂŒnf VerbĂ€nde). Diese werden höchstwahrscheinlich auch die nötige Mehrheit erhalten. Stichtag fĂŒr die Fußballregeln 2022/2023 ist der 1. Juli 2022, aber zuvor schon laufende Wettbewerbe werden noch nach den Regeln 2021/22 weitergespielt. Die Agenda der AGM fĂŒr die Fußballregeln 2022/2023 Die Änderungen betrafen die dauerhafte Erhöhung der Auswechslungen auf 5 pro Team in der regulĂ€ren Spielzeit und ein paar Klarstellungen zu den Regeln 8, 10, 12 und 14. Eine Übersicht samt einer ErwĂ€hnung und Verlinkung findet ihr auch von Chaled Nahar auf Sportschau.de – danke, lieber Chaled! In der Agenda fĂŒr die AGM soll auch ĂŒber eine Änderung der Abseitsregel diskutiert und erste Erkenntnisse der laufenden Experimente mit der halb-automatisierten Abseitserkennung (SAOT) und des Concussion protocol prĂ€sentiert werden. Ebenso auch eine kostengĂŒnstigere Version des …

Concussions: Wie entstand das Kopfballspiel?

Das Kopfballspiel etablierte sich in England erst in den 1870er Jahren. Ob es am Verbot des Fair Catch im Fußball (association football/soccer) lag, ist nicht belegt. Aber es wĂŒrde zeitlich passen. Korrelation? KausalitĂ€t? LĂ€sst sich bislang nicht belegen. Der Fair Catch Was ist der Fair Catch? Manche von euch kennen ihn aus anderen Football-Spielarten wie American Football. Das ist auch der Grund, weshalb er bis 1871 Teil der Fußballregeln war, den die Spielvarianten hat einen gemeinsamen Ursprung: Football. An der Privatschule in Rugby war das running game beliebt (mit Tragen des Balles). Die Eton College spielte bewusst (fast) ohne Handspiel, d.h. Ein unbewusstes, unabsichtliches Handspiel war nicht verboten und ebenso das direkte Fangen eines Balles aus der Luft – dem Fair Catch. Ihr ahnt es, die Schulen in Rugby und Eton standen vor 200 Jahren im Clinch. Im Zuge der Trennung der Football-Spielarten kam es zum Verbot des Fair Catches – in allen großen englischen RegionalverbĂ€nden gleichzeitig. Das Kopfballspiel etabliert sich Spielberichte zeigen, dass in den 1870er Jahren die KopfbĂ€lle zunahmen. Erst jetzt wurde aus …

Elfmeter! Wie der Strafstoß in die Regeln kam

Elfmeter bzw. StrafstĂ¶ĂŸe sind geliebt und gehasst. Die Idee, eine Challenge, ein Duell aufs Spielfeld zu bringen kam ein Nordire 1890. William McCrum war ein lausiger TorhĂŒter. Nur selten hielt er SchĂŒsse, die auf das Tor seines Clubs kamen, dem nordirischen Milford FC. Er hielt auch mehr an GlĂŒcksspielen als an der familiĂ€re Firma (Leinenherstellung). Obwohl er auch ein lausiger GlĂŒcksspieler war. Elfmeter: Mann gegen Mann Er gilt aber auch als Erfinder fĂŒr den Elfmeter. Der Strafstoß, so sein richtiger, regeltechnischer Name kam ihm angeblich 1890 in den Sinn. Es tat dem Milforder TorhĂŒter leid, zu sehen, wie eine klare Torchance durch ein Foul genommen wurde (die Notbremse, DOGSO in internationaler Regelsprech). Und so kam McCrum auf die Idee einer Challenge, wie bei einem Duell: Mann gegen Mann, wobei der gefoulte einen Vorteil erhielt. Der 2. Juni 1890 in London Seine Idee gab er dem lokalen Verband (Mid Ulster Football Association) weiter und diese wiederum der IFA (Irish Football Association). Und diese reichte den RegelĂ€nderungsvorschlag schließlich beim International Football Association Board, das 1886 als gesamtbritischer …

Unentschieden? Wie man das siegende Team bestimmt(e)

Ein Spiel endet nach Ende der Spielzeit und Nachspielzeit unentschieden. Und jetzt? VerlĂ€ngerung um weitere 30 Minuten und ggfs. anschließende „Kicks from penalty mark“ (KFPM) – das Elfmeterschießen in Deutschland – sind heute die gebrĂ€uchlichsten Varianten. Aber es gab noch weitere Varianten, die ich hier vorstelle: MĂŒnzwurf Der MĂŒnzwurf war lange Zeit die gĂ€ngige Methode, um das siegende Team zu ermitteln, wenn ein Entscheidungsspiel unentschieden ausging. Er war in zahlreichen Regeln der englischen public schools aufgefĂŒhrt, sowie von Anfang an in den FA-Regeln (Ausnahme: 1866/67) als auch in den Sheffield FA Rules von 1871 und in den Laws of the Game des IFAB von 1886 bis 1970. Seit 1898 wurde der MĂŒnzwurf nur noch bei letzterem verwendet, wenn das Spiel nach der VerlĂ€ngerung unentschieden war.   Touchdown Der Touchdown war Teil der Cambridge University Rules von 1863 (nicht in frĂŒheren Versionen) und der FA Rules in der Saison 1866/67. Die FA-Regeln ĂŒbernahmen den Touchdown aus den Cambridge-Regeln, strichen ihn aber nach einem Jahr wieder. In den beiden Regelwerken wurde nur sehr kurz beschrieben, wann und wie …

Tornetze

„Der war doch im Tor!“ Everton-Fan John Alexander Brodie echauffierte sich wohl zurecht, dass Accrington Stanleys Tor nicht gegeben wurde. Doch der Schuss war fest und der Ball war schnell ĂŒber die Torauslinie als man schauen konnte. Ging er nun durchs Tor ins Aus oder daran vorbei?! Ein Fangnetz im Fußballtor! Brodie war auch Bauingenieur und hatte die Idee, ein Fangnetz fĂŒr den Ball im Torbereich zuergĂ€nzen. Das Tornetz. Er entwickelte eine Lösung und ließ sie sich patentieren. Ein vorheriger Test bei einem Spiel im Stanley Park (Goodison Park und Anfield) verlief erfolgsversprechend. Und fĂŒr Brodie dĂŒrfte sich die Erfindung mindestens finanziell sehr gelohnt haben. In den 1890ern wurden Tornetze obligatorisch Bereits im Januar 1891 gab es ein offizielles, großes Wettbewerbsspiel mit Tornetzen, nĂ€mlich zwischen Auswahlteams aus Nordengland und SĂŒdengland. Die Birmingham Post statierte damals: „There was no question about any of the goals scored, and the efficacy of the nets could not be judged.“ (Quelle: PunditArena) Und die Yorkshire Herald: „The goal net introduced by a Liverpool man were used and were considered by …

Kleidung und Equipment von Schiedsrichter*innen

Die Kleidung und das Equipment von Schiedsrichter*innen Ă€nderte sich ĂŒber die Jahre. Eine einfache, knappe Zusammenstellung ĂŒber die letzten Jahrzehnte. Das Hemd Wenn seine Farbe genannt wurde, war es weiß. Unterschiedlich war jedoch die empfohlene Form. Es wurde teils ein Sportlerhemd aus Jersey empfohlen, aber ebenso ein Schillerhemd. Das Sportlerhemd sollte einen weiten Umlegekragen aus einem StĂŒck haben, der ĂŒber den Rockkragen gelegt wurde. Die Jacke („Rock“) Es hatte eine dunkle Farbe und sollte aus leichtem Stoff sein. Meist wurde schwarz empfohlen, selten dunkelblau oder dunkelbraun. Er sollte gut erhalten und nicht ausgefranst sein – schließlich sollte der Schiedsrichter wĂŒrdig erscheinen. Er sollte nicht aus glĂ€nzender Seide, „irgendwie modegefĂ€rbt“ sein oder keinen Sitz haben und am Köper herumhĂ€ngen. Außerdem braucht eine Tasche fĂŒr das Notizenheft. Die Hose Beim Thema Hosen gingen die Meinungen bei der LĂ€nge weit auseinander: sowohl lange, wie auch kurze oder Kniehosen wurden empfohlen. Gemeinsamkeit? Eine dunkle Farbe, passend zum ĂŒbrigen Erscheinungsbild. Die Schuhe Es wurden Fußballschuhe mit Stollen empfohlen, aber nur selten getragen, da die Schuhe mit damals fest angebrachten Stollen …

Eine andere Variante des Elfmeterschießens

(Dieser Artikel ist die Wiedergabe eines lĂ€ngeren Twitter-Threads.) Dieser kurze Clip zeigt 
 ja, was? Trainingsszenen? Mitnichten. Es geht um die Ermittlung eines Siegers nach einem Unentschieden. Kleiner Thread zu dieser und weiteren Entscheidungsvarianten. Ich mag Touchdown/Rouge am liebsten. How MLS penalties were taken in the 90s… pic.twitter.com/Pnzuf0E3eI — 90s Football (@90sfootball) September 22, 2021 35-Yard-Shootout in 5 Sekunden “Am 27.06.1970 trafen sich 25 MĂ€nner […] [in] Inverness. Die Entscheidung, die sie an diesem Tag trafen, haben Millionen […] von Menschen […] in Angst und Schrecken versetzt.” So aufmerksamkeitsheischend begann ein Thread ĂŒber die EinfĂŒhrung des Elfmeterschießens 1970. Und auch die Spielart im Clip ist ein Elfmeterschießen (KFPM). Diese Variante wurde von 1977 in der in der North American Soccer League eingefĂŒhrt und bis zu deren Ende 1982 beibehalten. Die 1995 neugegrĂŒndet Major League Soccer (MLS) ĂŒbernahm die Variante bis 1999. Und wie ging’s? Ein*e Spieler*in stand 35 Yard (32 Meter) vor dem gegnerischen Tor und musste binnen fĂŒnf Sekunden den Ball in dieses Tor befördern. Eine weitere Schwierigkeit: TorhĂŒter*innen durften dem Ball entgegengehen. Das sind …

Kick-In: Einschuss statt Einwurf?

Vor einer Weile schrieb mir @dbFCZ, der die Datenbank des FC ZĂŒrich betreut an. Samt einem fotografierten Spielbericht-Ausschnitt, in dem der Kick-In, der Einschuss, besprochen wird. (Der Einschuss ist das Pendant zum Einwurf, dem Thrown-In.) Wie so hĂ€ufig in der Geschichte der Fußballregeln: So kurios der auch klingt: Es gab ihn schon mal und in diesem Fall sogar mal als Teil der Regeln. Der Kick-In in den alten Fußballregeln Vor 1863 waren sowohl Kick-In wie Einwurf Teil verschiedener Regeln   Von 1863-1886: Ja, Nein … Jein? Die (London) FA Rules und Sheffield FA Rules hatten alles. WĂ€hrend der Sheffield FC den Einwurf nutzte, schrieb die Sheffield FA den Kick-In in die Regeln. Bei der (London) FA war dagegen der Einwurf Teil der Regeln. Bis dann 1877 die Sheffield FA die FA Rules ĂŒbernahm im Tausch gegen ein paar Sheffielder Regeln. So war es in der FA von 1877 bis 1886 möglich, zwischen einem Einwurf oder einem Kick-In zu wĂ€hlen. Bis 1886, die Geburtsstunde des IFAB und der Laws of the Game, die fĂŒr alle vier …

Fußball im Fernsehen – Die Geschichte

So, wie sich Fußball und das Medium Radio gegenseitig beflĂŒgelten, geschah es auch mit Fußball im Fernsehen. Sir Stanley Rous, spĂ€terer FIFA-PrĂ€sident, erkannte dann der Fußball im Fernsehen gezeigt werden muss, wenn er seine PopularitĂ€t behalten soll. Was dagegen sprach? Nun, es gab viele Stimmen, dass die Fans wegen TV-Übertragungen nicht mehr ins Stadion kommen wĂŒrden. Oder das Spiele falsch berichtet werden wĂŒrden, weil auch Journalist*innen nicht mehr aus dem Stadion berichteten. Die Angst vor dem Unbekannten. In den 1930er Jahren gab zunĂ€chst nur wenige Übertragungen, nicht nur in Deutschland oder England und die Kommentatoren sprachen zunĂ€chst sehr gestelzt und formell und konnten die Spieler auf dem Feld kaum erkennen. Aber es besserte sich mit der Zeit. Denn Stanley Rous, damals FA Secretary bat 1937 zwei BBC-Kommentatoren, FA-PrĂ€sident Pickford einzuladen. Pickford war ein Ă€lterer Mann, der Fußball aus der Anfangszeit der FA kannte. Er sagte die prompt folgende Einladung zu und was nach seinem ersten Einsatz als Co-Kommentator sichtlich ĂŒberrascht. Die beiden BBC-Herren seien echte Gentlemen gewesen, erzĂ€hlte er Rous danach. Damit war der Durchbruch geschafft, Pickfords …

Wie die EinfĂŒhrung des Schiedsrichters die Regeln beeinflusste

Die EinfĂŒhrung des Video Assistant Referee hat ein die Spielregeln etwas beeinflusst. Nichts Neues, denn auch die EinfĂŒhrung des Referee auf dem Spielfeld (1891) hat zu neuen oder verĂ€nderten Regeln gefĂŒhrt. Kurz zu der Zeit vor 1891 GrundsĂ€tzlich einigten versuchten erst die KapitĂ€ne, sich zu einigen. War das nicht möglich, riefen sie die beiden (parteiischen) Umpires an der Seitenlinie an. Kam es auch hier zu keiner Einigung, entschied der eine (unparteiische) Referee. Umpires und Referee waren aber immer seitlich des Feldes und reagierten lediglich auf eine Art Challenge. Erst 1888 trat der Schiedsrichter ab und an mal kurzzeitig ins Feld, denn da wurde der Schiedsrichterball eingefĂŒhrt. Kommen wir zur Zeit von 1892 bis 1905: Hier gab es einige Änderungen und Neuerungen, die direkt oder indirekt mit der EinfĂŒhrung des Schiedsrichters zu tun haben. Ich liste sie einfach mal auf: Einfluss des Schiedsrichters auf die Fußballregeln Hier aufgefĂŒhrt sind nicht nur die RegelĂ€nderungen, sondern auch die Diskussionen, die wĂ€hrend der Jahreshauptversammlung (AGM) stattfanden. Beispielsweise gleich beim ersten Punkt, der Tatsachenentscheidung: Sie wurde nicht nach der EinfĂŒhrung …

Torrichter*innen im Fußball

KĂŒrzlich hatte ich auf Twitter eine kurze Diskussion mit Ben van Maaren und Javier Bravo ĂŒber Torrichter*innen. @ClioMZ Hello Petra, please read this thread. My Spanish friend, Javier Bravo, sent me this photo of a “juez de gol”, a goal line referee. They were active for about 20 years in Spain, from the 1910s till the 1930s. Isn’t that fascinating? Have you ever heard of this? https://t.co/zsRxL73C03 — RefBooks (@RefereeingBooks) July 12, 2020 Ich wusste bis jetzt, dass sie in den 1920er Jahren in Deutschland im Arbeitersport eingesetzt wurden. Und dass sie im Protokoll der Generalversammlung 1893 des IFAB erwĂ€hnt wurden. Aber ich habe nur vermutet, dass dies nicht die einzigen beiden ErwĂ€hnungen sind. Ziele sind fĂŒr den Fussball zu wichtig – sowohl wirtschaftlich als auch psychologisch. Aber auch die Tatsache, dass in Spanien wahrscheinlich mehr als 25 Jahre lang Torrichter*innen ernannt wurden und dass sie in der obersten Liga spielten, hat mich ĂŒberrascht. ‱ Im Protokoll des IFAB gibt es keine Kritik an der RFEF, dem spanischen Fussballverband. Der Verband war ein GrĂŒndungsmitglied der …

Fußball und Technologie – Ein knapper Überblick

Es wird im Fußball Technologie immer wichtiger. Im Spiel selbst wird sie noch nicht sehr lange eingesetzt. Fußball & Technologie sind seit 100 Jahren zusammen. Auf der einen Seite haben sie sich gegenseitig gefördert, auf der anderen Seite haben sie zu Diskussionen gefĂŒhrt. So trugen beispielsweise Radio- und FernsehĂŒbertragungen zur PopularitĂ€t des Fußballs bei, und die Begeisterung fĂŒr den Sport wirkte sich positiv auf die Medien aus. Andererseits gibt es seit den 1960er Jahren Diskussionen ĂŒber die Zeitlupe in FernsehĂŒbertragungen oder deren Verwendung als Videobeweis. Ein kurzer Überblick GLT (Goal line technology/Torlinientechnik) Nach zwei Jahren intensiver Tests entschied sich das IFAB bei einer Sondersitzung im Anschluss an die Europameisterschaft 2012 fĂŒr die Hawkeye-Technologie. Bei der nĂ€chsten Jahreshauptversammlung im FrĂŒhjahr 2013 beschloss das IFAB, dass jeder Wettbewerb entscheiden kann, GLT zu verwenden. Die Bedingung war, dass entweder alle teilnehmenden Teams GLT verwenden oder keines von ihnen. Wenn GLT verfĂŒgbar ist, muss es verwendet werden. Seit 2016 ist das Reglement zur Torlinientechnik Teil der Spielregeln (Laws of the Game). Im Jahr 2019 wurde das Testhandbuch durch das …

Die wahre Geschichte der Auswechslungen im Fußball

Beim Thema Auswechslungen im Fußball denken viele an den sogenannten Wechselfehler von Otto Rehhagel, der sich am 28. September jĂ€hrt. Damals duften entsprechend der DFB-Bestimmungen nur eine bestimmte Anzahl an Nicht-EU-AuslĂ€nder zeitgleich fĂŒr ein Team auf dem Feld stehen. Daran hatte Rehhagel bei einer verletzungsbedingten Auswechslung nicht mehr gedacht …   Ein guter Anlass, um die Entwicklung der Auswechslung im Fußball nĂ€her unter die Lupe zunehmen. Denn im Internet gibt es dazu genauso viele Mythen und falsche Jahreszahlen wie Fakten. DR;TL âžĄïžÂ Wer keine Lust oder Zeit hat, sich den gesamten Beitrag durchzulesen, kann auch zum letzten KĂ€stchen am Ende des Beitrags skippen -> „Die wichtigsten Daten fĂŒr die Entwicklung der Auswechslungen im Fußball“ Die Entwicklung der Auswechslungen im Fußball: Eindeutig uneindeutig Die Quellen sprechen eine klare Sprache. Und doch es hat viele Ausnahmen bei der Auswechslung im Fussball gegeben, wie Spielberichte zeigen. Eigentlich waren Auswechslungen nur in Freundschaftsspielen, nur bei Verletzung und nur eine Person pro Team pro Spiel erlaubt. Eigentlich. Ich bin bereits auf mehrere Ausnahmen in einigen LĂ€ndern auf dem europĂ€ischen Festland zwischen dem …

Die Entwicklung des Wortlauts der Spielregeln

Die Laws of the Game sind der Name der Spielregeln. Die Regeln des Fußballs. Seit 1858 gibt es die Regeln des FC Sheffield, seit 1863 die FA Rules. Am Anfang enthielten die Regeln nur wenige SĂ€tze, inzwischen gibt es zur Verdeutlichung mehrere Seiten mit mehreren Abbildungen. Die Worte in den Spielregeln Welche Wörter wurden in den Anfangsjahren hĂ€ufig fĂŒr die Spielregeln verwendet? Welche sind die neuesten fĂŒr die Saison 2020/21? Wie hat sich die HĂ€ufigkeit ĂŒber die vielen Jahrzehnte verĂ€ndert? Einige Regeltexte sind auf Wikisource online, die verbleibenden bis 2020/21 konnte ich anhand der veröffentlichten Spielregeln ermitteln. In den meisten Ausgaben sind die geĂ€nderten Teile markiert. Ob die Markierung im Heft fehlte oder ob mir die Ausgabe der Spielregeln fehlte, konnte ich auch feststellen, denn die Protokolle der Annual General Meeting des IFAB und meine Datenbank mit allen dort angegebenen Änderungen haben mir geholfen (ich nenne dies ausdrĂŒcklich, weil der im Protokoll erwĂ€hnte geĂ€nderte Text nicht immer mit dem Text in der folgenden BroschĂŒre der Spielregeln ĂŒbereinstimmt). Allzu gebrĂ€uchliche Wörter ohne Fußballbezug wie z.B. das, …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln historisch im Quiz #01

Ein historisches Regelquiz Die Fußballregeln gibt es seit bald 200 Jahren. Und Regelfragenquiz gibt es zuhauf, um das Wissen ĂŒber die aktuellen Regeln abzufragen. Aber historische Quiz ĂŒber die Fußballregeln der letzten 150-200 Jahre gibt es noch nicht. Bis jetzt. In loser Folge gibt es hier bei Nachspielzeiten nun kurze Quiz zu den Fußballregeln der letzten Jahrzehnte. Und wen die HintergrĂŒnde der Antworten interessieren, findet am Ende des Quiz ein pdf, dass diese einordnet und erklĂ€rt. Viel Spaß mit Quiz Nummer 1.

Rezension: Martin Westby – England’s Oldest Football Clubs (1815-1889)

Mit seinem im letzten Jahr erschienen Buch „England’s Oldest Football Clubs“ hat Martin Westby eine sehr umfangreiche Quellensammlung geschaffen, die nicht nur die verschiedenen Clubs in der frĂŒhen Phase des Fußballs beschreibt, sondern auch die Regeln an einigen Stellen. Ich habe sie mir gekauft und gelesen – und denke, die Anzahl meiner Markierungen (nur Stellen ĂŒber Fußballregeln) sprechen fĂŒr sich. Quellensammlung auf Basis der Football Annual 1868-1908 In der EinfĂŒhrung seines Buches erzĂ€hlt Martin, wie alles begann: 2014 kam das Buch „Football Annual“ in seine HĂ€nde, das fĂŒr die vier Dekaden 1868-1908 jedes Jahr alle Clubs. JĂ€hrlich meldeten die secretaries (entspricht etwa den SchriftfĂŒhrer des deutschen Vereinswesens)  unter anderem die Verantwortlichen des Clubs, das GrĂŒndungsdatum und die Spielart (Rugby, Association oder anderes). ‱ Aus den vier Jahrzehnten des Football Annual entstand eine Datenbank mit 297 Rugby-Clubs, 770 Association-Clubs und zahlreichen Fußballclubs von u.a. Schul- und MilitĂ€rorganisationen (die hĂ€ufig nach ganz eigenen Regeln spielten). Auf dieser Quellensammlung basiert das 620-seitige Buch (in der Printausgabe), deren Angaben mit Hilfe des British Newspaper Archive gegengeprĂŒft wurden. Gliederung Nach …

Handspiel: Absicht im Licht des deutschen Strafrechts

Handspiel und Absicht „Die Absicht ist wesentlicher Bestandteil fĂŒr das Urteil“ – dieser Satz aus einer Schiedsrichter-Zeitung um 1930 galt damals und heute nicht nur fĂŒr die Handspielregeln, sondern auch unfaires Spiel und die Unterscheidung in passives und aktives Handspiel. Er eröffnet die Möglichkeit des Ermessens oder – in Fußballsprache – des Ermessensspielraumes. Bestrafen oder nicht bestrafen, das ist hier die Frage und die Ursache fĂŒr zahlreiche Diskussionen. Als außenstehende Person kann man nicht beurteilen, ob eine Person bewusst oder unbewusst, wissentlich oder unwissentlich ĂŒber den Ausgang der eigenen Handlung etwas tat. Der deutsche Begriff „Absicht“ beim Handspiel blieb ĂŒber all die Jahrzehnte bestehen, wĂ€hrend in der rechtsrelevanten englischen Form drei verschiedene Begriffe verwendet wurden: wilfully, intentionally und deliberately. Und diese drei Begriffe lassen sich zwar alle mit „absichtlich“ ĂŒbersetzen, unterscheiden sich aber in dem Grad der bewussten Handlung. Eine Unterscheidung, die auch das deutsche Strafrecht und Zivilrecht kennt: Vorsatz und FahrlĂ€ssigkeit, die wiederum unterteilt werden. Das Wort „Absicht“ wird gar nicht verwendet – ist aber durchaus gemeint. Vorsatz und FahrlĂ€ssigkeit im Strafrecht und Zivilrecht …

Foto: twitter/@bayerndusel

Zwei Schiedsrichter auf einem Spielfeld

VAR – Ein Akronym, das manchen Fan, Spieler:in oder Teamoffiziellen direkt auf die Palme bringt. Dass das Amt nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig wird, ist vielen klar und so kursiert neben den VorschlĂ€gen, wie man seine Kompetenzen Ă€ndern könnte auch der Vorschlag, stattdessen einen zweiten Schiedsrichter auf dem Spielfeld einzufĂŒhren. Gar nicht neu Das klingt nach einer plausiblen Idee, die es lohnt, durchdacht zu werden. Dachte ich 
 bis ich bemerkte, dass diese Idee gar nicht so neu ist. Seit dem 19. Jahrhundert wurde bereits wiederholt diskutiert und ausprobiert, das Spiel mit zwei Schiedsrichtern auf dem Feld zu leiten. GrĂŒnde waren einerseits auch damals, die Pausen fĂŒr Entscheidungen schneller zu machen und andererseits, um noch ein „Back-up“ zu haben, um Fouls zu bestrafen, die bei anderen Spielen weder der (einzige) Schiedsrichter:in noch seine Schiedsrichterassistent:innen bemerkten. 1920-1921 Bereits vor dem ersten Weltkrieg diskutiert, wurde das Zwei-Schiedsrichter-System direkt nach ihm in Deutschland getestet. Vor etwa 100 Jahren wurde Fußball in Deutschland zum MassenphĂ€nomen. Im Krieg hatten Soldaten das vom MilitĂ€r als Wehrsport geförderte Spiel als Zeitvertreib wĂ€hrend der zahlreichen Kampfpausen kennen- und …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Karten im Fußball – wann wurde sie eingefĂŒhrt?

Karten im Fussball wurden erst Ende der 1960er Jahre eingefĂŒhrt. Verwarnungen und Platzverweise wurden mĂŒndlich ausgesprochen. Dies war bei internationalen Spielen aufgrund von Sprachbarrieren nicht immer einfach. Bei der Weltmeisterschaft 1966 versuchte der deutsche Schiedsrichter Rudolf Kreitlein vergeblich, den argentinischen Spieler Antonio RattĂ­n vom Platz zu schicken. Doch dieser RattĂ­n konnte oder wollte es nicht verstehen. Er war einen ganzen Kopf grĂ¶ĂŸer als Schiedsrichter Kreitlein (der nur 1,60 m / 5’3“ maß) und musste schließlich von der Polizei vom Spielfeld begleitet werden. England war der Gegner Argentiniens in diesem Viertelfinale und bat um KlĂ€rung dieser Situation. Ken Aston war bei dieser Weltmeisterschaft fĂŒr alle Schiedsrichter zustĂ€ndig und fragte sich, wie diese Sprachbarriere ĂŒberwunden werden könnte. SpĂ€ter sagte er, die Idee sei ihm an einer Ampel gekommen. Ob diese ErklĂ€rung wahr oder eine schöne Story ist, werden wir wohl nicht klĂ€ren können. Aber es ist passiert: Die gelbe Karte wurde zum Symbol fĂŒr eine Verwarnung und die rote Karte zum Symbol fĂŒr den Platzverweis. Übrigens gab es im Fußball zunĂ€chst gar keine gelb-roten Karten, und es …

Die RĂŒckpassregel

„Goalkeepers have this strange superpower, which they use to ruin everyone else’s fun.“ Gemeint ist das erlaubte Handspiel von TorhĂŒter:innen. Boris Bischoff empfahl Mitte Oktober 2019 diesen Bericht zur Geschichte der RĂŒckpassregel, auf den ich auch noch mal per Blogeintrag aufmerksam machen möchte. Hey @CollinasErben! Habt ihr das schon gesehen? Hier geht’s um die VerĂ€nderung der RĂŒckpassregel: Unsure Footing https://t.co/zZnLu840tB — Boris Bischoff đŸ‘šđŸœâ€đŸš€đŸ‡ȘđŸ‡ș (@borisbischoff) October 18, 2019   Die EinfĂŒhrung der RĂŒckpassregel Anfang der 1990er Jahre Bereits 1981 diskutierte man bei der Jahresversammlung des IFAB (“AGM”) ĂŒber das Thema RĂŒckpass und Zeitvergeudung. „Is own penalty area timewasting?“ fragte die FIFA. Damals war das Gremium der Ansicht, dass es keine Zeitvergeudung ist, da die gegnerischen Spieler das Recht haben, einzuschreiten. Das war, wie der verlinkte Text schreibt, nach der WM 1990 anders. 1991 wurde vom IFAB der FIFA erlaubt, als Experiment bei der U17 MĂ€nner-WM 1991 RĂŒckpĂ€sse zu verbieten und bei einem Verstoß einen indirekten Freistoß fĂŒr das Team an der Stelle zu verheben, wo der TorhĂŒter dem Ball mit den HĂ€nden berĂŒhrte. Das Experiment war …

Das Eton Field Game

Das Eton Field Game hat viele Ähnlichkeiten mit dem Fußballspiel, obwohl es auch den Scrimmage kennt und ihn bully nennt. Damit ist das DrĂ€ngen gemeint, das heute u.a. noch teil des Rugbyspiels und American Football ist. Dieser Beitrag ist eine kleine Reihe ĂŒber die drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr Ă€hneln. Anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste, werden die Spielarten aus Eton, Winchester und Harrow vorgestellt.   Allgemeines „dribbling game“ Das Spielfeld ist ein offenes Feld, ca. 100-120 yd lang und 80-100 yd breit, dessen RĂ€nder als schmale Linie in den Rasen geschnitten ist. Die Tore sind 12 ft breit und 6 oder 7 ft hoch (Ă€nderte sich im Regelwerk), jeweils mit zwei Pfosten und einer Latte begrenzt. Es spielen elf Spieler auf beiden Seiten, wobei es fĂŒr gewöhnlichen Spielen („ordinary games“) keine Obergrenze gibt. Die Ball hat einen Umfang von 13-14 in, ist also halb so groß wie der des Verbandsspiels. So passt er bei Bullys auch zwischen den Beinen leichter durch. Der Ball muss zwischen den Pfosten und …

Winchester Game

Das Spielfeld des Winchester Game muss fĂŒr unsere heutigen Augen sonderbar ausgesehen haben. Aber nicht nur das Spielfeld, auch die Anzahl der Spieler und des Ballgewichts unterscheiden sich vom heutigen Fußballspiel. Dennoch ist es eine Vorform dessen. Dieser Beitrag ist eine kleine Reihe ĂŒber die drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr Ă€hneln. Anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste, werden die Spielarten aus Eton, Winchester und Harrow vorgestellt. Allgemeines In Winchester war verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig langgezogene Spielfeld (80×25 yd) ein seitlicher Streifen neben dem Cricketfeld. Aus diesem Grund wurde Das Spielfeld mit TĂŒchern und Seilen abgegrenzt und darf der Ball nicht höher als 5 ft getreten werden. Und deshalb spielte man auch nur mit sechs Spielern pro Partei, zwei behinds (=Verteidiger) und vier ups (= StĂŒrmer). Der Ball war schwerer als im Verbandsfußball. Das Tor ging ĂŒber die gesamte Breite von 25 yd und hatte keine Höhenbegrenzung. Angaben zur Dauer des Spiels sind unterschiedlich: wenige Minuten bis zwölf Minuten (Westby) oder eine Stunde (Shearman). Spiele begannen 1858 ĂŒblicherweise um 12 Uhr. Anzahl der …