Beachte: Bis zu den FA Rules gibt es keine Unterscheidung zwischen (Vorformen von) Abstoß und Eckstoß. Es gilt immer die gleiche Vorschrift für die Spielfortsetzung, sobald der Ball ins Toraus gekommen ist – und das außerhalb der Torpfosten. Diese Angaben sind daher hier und bei der Regel 16: Der Abstoß gleich.

 

Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1857 (Eton Field Game) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, wurde das Spiel gegenüberliegend der Stelle, wo der Ball ins Aus ging, durch ein Gedränge fortgesetzt.
1858 (Sheffield FC) Nach dem Regelwerk des Sheffield FC wurde der Abstoß von 22,86 m hinter dem Tor geschossen.
1858 (Harrow Football) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, muss der Ball auf direktem Wege wieder aufs Spielfeld geschossen werden. Er muss zuerst von der angreifenden Mannschaft berührt werden, bevor die verteidigende Mannschaft ihn berühren darf.
1862 (Blackheath FC) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, gab es einen Platzschuss von der Torlinie durch die Mannschaft, der das Tor gehörte.
1862 (The Simplest Game) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, gab es einen Platzschuss von der Torlinie durch die Mannschaft, der das Tor gehörte.
1863 (Shrewsbury School) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, gab es einen Platzschuss durch die gegnerische Mannschaft (Ort der Ausführung nicht genannt) und zwar als unbehinderter Schuss oder als „Seilzug“ (Man wirft Ball in die Luft und tritt ihn in der Luft, bevor er auf den Boden trifft).
1863 (Cambridge University) Nachdem der Ball ins Toraus gegangen war, gab es einen Platzschuss von 22,86 m außerhalb des Spielfeldes. Wer den Schuss ausführte, ist nicht genannt.
1863 (FA) Es war entscheidend, wer den Ball als erstes berührte, sobald er ins Toraus ging. War es aber dem gegnerischen Tor, gab es von 13,72 m hinter der gegenüberliegenden Torlinie einen indirekten Freistoß auf das Spielfeld.
1866 (FA) Während eines indirekten Freistoßes aus dem Toraus musste die Mannschaft, der das Tor gehörte, bis zur Ausführung im Toraus stehen bleiben und durfte erst dann auf das Spielfeld laufen.
1868 (Sheffield FA) Die Sheffield FA Rules kannten den Eckstoß von der Eckfahne, die dem Punkt, an dem der Ball ins Toraus ging, am nächsten stand. Diese Regel blieb bis 1877 gültig, dann übernahm die Sheffield FA die FA Rules. Von 1868-1871 war der Eckstoß ein indirekter Freistoß, von 1871-1877 ein direkter Freistoß.
1872 (FA) Der Eckstoß von der Eckfahne wird auf Vorschlag der Sheffield FA in den FA Rules aufgenommen, als indirekten Freistoß. Alle Spieler bzw. Spielerinnen müssen bis zur Ausführung mindestens 5,5 m Abstand zum Ball haben.
1874 (FA) Der Eckstoß wird innerhalb eines Viertelkreises um die Eckfahne ausgeführt, sodass die Fahne nicht mehr stört. Der Viertelkreis hat einen Radius von 1 m (Maidenhead FC). Ab 1877 war dieser Viertelkreis auch auf dem Spielfeld markiert.
1883 (FA) Bei einem Eckstoß gibt es keine Abseitsstellung.
1892 (IFAB) Der Ball muss mit dem Umfang auf der Linie sein, er muss sie aber nicht berühren.
1904 (IFAB) Die Eckfahne darf für den Eckstoß nicht entfernt werden.
1914 (IFAB) Der Abstand von Ball zu den restlichen Spielenden wird von 5,5 m auf 9,15 m erweitert.
1924 (IFAB) Der Eckstoß wird ein direkter Freistoß. Einen direkt verwandelten Eckstoß nennt man olympic goal. Şükrü Gülesin, ein Fußballer der 1950er Jahre, ist der Fußballer mit den meisten olympic goals, Paul Owens der erste Spieler, der zwei olympic goals in einem Spiel schoss (2012).

 

Cite this article as: Petra: Regel 17: Der Eckstoß. In: Nachspielzeiten, 12. Juli 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-17-der-eckstoss/ (zuletzt aufgerufen: 19. Oktober 2018).