Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1. Hf. 19. Jh. Die frühen Regelwerke der englischen Schulen und Universitäten macht keine Angaben zur Spielerkleidung außer zur Farbe der Spielkleidung. Kolorierte Zeichnungen von Fußballspielen aus der Jahrhunderthälfte des 19. Jahrhunderts zeigen aber, dass schon Trikots, eine überknielange Hose und Schuhe als Kleidung verwendet wurde. Sofern die Oberkleidung nicht einheitlich oder farblich ähnlich war, trugen die Mannschaften unterschiedliche Kopfbedeckungen oder eine Mannschaft trug eine (uneinheitliche) Kopfbedeckung, die andere keine. Damit Zuschauer die Spieler erkennen konnten, wurde in Zeitungsvorberichten in die Aufstellung neben dem Namen der Spieler oder Spielerinnen auch die Farbe ihrer Kopfbedeckungen abgedruckt.1)Vgl. Brown, Paul: Please do not strain the ropes – a football programme from 1875. In: Goalpost. URL: http://www.goalpostbooks.co.uk/please-do-not-strain-the-ropes/.
1858 (Sheffield FC) Farben: Sheffield FC spielte in den ersten Jahren vor allem innerhalb des Vereines Spiele. Hierzu wurden unterschiedlich farbige Kappen zur Unterscheidung der Mannschaften vorgeschrieben (rot bzw. blau). Mit Gründung der Sheffield FA wurde diese Regel gestrichen.
1863 (FA) Schuhwerk: Der Schnitt und das Material der Schuhe wurde nicht geregelt, aber gegen mögliche Verletzungen wurden herausstehende Nägel, Eisenplatten und Guttapercha 2)Ein gummiartiger, kautschukähnlicher Stoff. (1904 gestrichen) verboten. Alles musste so eingedrungen werden, dass es mit dem Schuh abschloss (ab 1863, 1872 noch mal mit Nachdruck auf Vorschlag von Great Marlow FC im Regelwerk aufgenommen).
1867 (Sheffield FA) Farben: Die Sheffield FA Rules legten im Regelwerk von Oktober 1867 fest, dass der jeweils ältere Club das Vorrecht genießt, die Trikotfarbe zu wählen.
1881 (FA) Schienbeinschoner: Einführung von Schienbeinschonern (Wanderers FC). Diese durften nicht aus oder mit Metall sein, um das Verletzungsrisiko nicht zu erhöhen.
1888 (IFAB) Schuhwerk: Stäbe und Nieten am Schuhboden dürfen maximal um 1,27 cm herausragen und Bolzen müssen rund sein und mindestens 1,27 cm Durchmesser haben.
1896 (IFAB) Schuhwerk: Nichts darf spitz oder konisch sein – das wurde auch in den kommenden Jahren mehrfach wiederholt betont.
1891 (IFAB) Allgemein: Der Schiedsrichterin bzw. dem Schiedsrichter oblag die Kontrolle der Spielkleidung.
1904 (DFB) Hose: Die Hose durfte nicht mehr über die Knie gehen, sollte aber die Oberschenkel komplett bedecken, um die Muskulatur warm zu halten. Außerdem sollte sie nicht zu weit sein, damit sie nicht flattert. 3)Vgl. Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 283-284.
1909 (DFB) Torhüter müssen andersartige Trikots als die Feldspieler beider Mannschaften tragen.
1910er Jahre (DFB) Strümpfe: Die unter oder über den Schienbeinschonern sitzenden unterschenkellangen Strümpfe sollten nicht einengend sein, aber auch nicht so locker sitzen, dass sie bei der Bewegung heruntersinken. 4)Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 282-283.
1913 (DFB) Farbe: Damit die Schuhsohle durch ein Spiel auf aufgeweichter Erde und Lehm nicht völlig verdreckt, gab Hofmann den Tipp, sie vorher mit Petroleum oder einem anderen leichtflüssigen Öl einzureiben, um sie nach dem Spiel leicht reinigen zu können. 5)Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 282.
1920 (DFB) Farbe: Die auswärtige Mannschaft muss deutlich andersfarbige Trikots tragen als Spielerinnen bzw. Spieler der Heimmannschaft.
1929 (IFAB) Schuhe: Wird vor Spielbeginn oder in der Halbzeitpause entdeckt, dass ein Spieler regelwidrige Schuhe trägt, kann er sie tauschen und darf bei der ersten Spielunterbrechung nach (Wieder-)Anpfiff auf das Spielfeld. Werden die regelwidrigen Schuhe während des Spieles entdeckt, wird der Spieler des Feldes verwiesen (FA).
1933 (FA), 1939 (DFB) Trikot: Auf den Trikots ist eine Rückennummer aufgedruckt, die bis 1995 nicht personengebunden, sondern positionsgebunden war und daher auch nicht den Spielernachnamen trug.

1: Torwart
2 und 3: Verteidiger
4 und 6: Außenläufer
5: Mittelläufer
7: Rechtsaußen
8: Halbrechter
9: Mittelstürmer
10: Halblinker
11: Linksaußen

1935 (IFAB) Trikot: Die Oberbekleidung muss nicht mehr langärmlig sein.
1937 (IFAB) Kombinierte Stäbe und Stollen können an den Schuhen getragen werden, vorausgesetzt, die Stange wird quer befestigt und erstreckt sich über die gesamte Breite des Schuhs und das Ganze entspricht den allgemeinen Anforderungen dieser Regel. Die Stange muss in Verbindung mit dem Bolzen an den Ecken abgerundet sein und frei von Metallplatten jeglicher Art sein. Die Stollen müssen rund sein (FA).
1939 (IFAB) Nichts darf auf Schuhen hervorzeigen (FA).
1950 (IFAB) Schuhwerk: Einführung der Schuhpflicht.
1951 (IFAB) Stollen dürfen nicht mehr als 2 cm herausragen. Metallstücke, auch, wenn sie mit Leder umhüllt sind, dürfen gar nicht getragen werden (FA).
1955 (IFAB) Stollen dürfen maximal einen Durchmesser von 12 mm haben (schottische FA).
1959 (IFAB) Stäbe („bars“) an.der Unterseite der Schuhe müssen aus Leder oder Gummi sein, diagonal und flach, nicht breiter als 12 mm und an den Ecken abgerundet. Stollen müssen aus Leder, Gummi, Aluminium, Plastik oder ähnlichem Material sein, rund und nicht größer als 12 mm im Durchmesser (schottische FA).
1961 (IFAB) Stollen müssen zusätzlich stabil sein (FIFA).
1975 (IFAB) Die Stollen unterstützendes Material ist erlaubt, wenn es nicht mehr als 5 mm herausragt und von ihm keine Gefahr für die Spieler ausgeht (FIFA).
1990 (IFAB) Es wird bezüglich des Schuhwerks nicht mehr explizit genannt, was erlaubt und was verboten ist. Das Regelwerk legt nun allgemein fest: Kein Spieler darf etwas tragen, das für andere Spieler gefährlich ist (FIFA).
1990 (IFAB) Schienbeinschoner werden verpflichtet vorgeschrieben. Sie müssen vollständig mit den Strümpfen bedeckt sein, aus einem geeigneten Material (Gummi, Kunststoff, Polyurethan oder einer ähnlichen Substanz) bestehen und einen angemessenen Schutz bieten (FIFA).
1995 (IFAB) Trikot: Die Rückennummer ist nicht mehr positionsgebunden, sondern personengebunden und trägt außerdem den Namens des Spielers oder der Spielerin.
1997 (IFAB) Thermohosen: Wer lange Hosen unter seinen üblichen Spielerhosen tragen möchte, muss darauf achten, dass diese enganliegend ist und farblich der Hautfarbe der Spielhosen entspricht.
2002 (IFAB) Allgemein: Werbung ist nur auf der Oberbekleidung erlaubt, keinem anderen Kleidungstück.
2003 (IFAB) Werbung ist nicht mehr nur auf den Trikots der Spieler erlaubt. Es ist unnötig, da es nicht wesentlicher Bestandteil der Spielregeln ist (FIFA).
2011 (DFB) Trikot: Rückennummern über 40 sind verboten.
2015 (IFAB) Die Verwendung von EPTS (Electronic Performance & Tracking Systems) ist grundsätzlich zugelassen. Bis EPTS den vorbeugenden medizinischen Nutzen nachgewiesen hat, können ihre Daten nicht in Echtzeit im technischen Bereich verwendet werden. Für eine Qualitätsbewertung der verschiedenen Systeme, die Verwendung von Daten sowie den Genehmigungsprozess sind weitere Untersuchungen erforderlich (IFAB).
2015 (IFAB) Trikot: Die Kleidung darf keine politischen, religiösen oder persönlichen Slogans tragen darf. Spielende, die ihr Trikot ausziehen und auf dessen Unterleibchen Slogans oder Werbeaufschriften zum Vorschein kommen, werden vom Organisator des betreffenden Wettbewerbs mit einer Strafe belegt.

 

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

  • 1967: Kein Spieler darf eine Brille tragen, sondern muss Kontaktlinsen tragen (schottische FA), abgelehnt.

„Die verschiedenartigen, oft blitzschnellen Wendungen und Bewegungen, die an Mannigfaltigkeit dem Repertoire des Turners nicht viel nachstehen, können weder mit Leichtigkeit, noch auch mit Luft in einem beengenden Gewande ausgeführt werden; an unserer modernen Bekleidung ist aber alles beengend, von den schweren geschlossenen Schuhen bis zu den steigen Hüten. Eine einsichtsvolle Spielleitung gestatt wohl auch sonst das Ablegen der Oberkleider, Westen, Halskrägen, Manchetten und Halsbinden; mit dem Aufschlagen der Hemdärmel haben wir nur einen Schritt mehr zum kurzärmeligen Tricot; dem wohlgestärkten Leinenhemde, dessen schöner Schein bei der Spielarbeit halb zerfließt, ist die Concurrenz mit dem schmiegsamen Flanell nicht zukömmlich. Jeder sorgsame Familienvater weiß, wie es mit den pantalons seines Sohnes nach einem Spiele aussieht; beseitigen wir den Untertheil also gleich lieber künstlich mit der Schere und ersetzen ihn durch lange Strümpfe, sowie die Stiefeletten oder Röhrenstiefel durch Halbschuhe, so ist die von mit angestrebte Reform im wesentlichen an den Gliedern beendigt; auch am Haupte, wenn man sich noch zur Einführung einer leichten Spielmütze entschließt. Der scheinbare Mehraufwand bedeutet durchaus eine Ersparnis, was den Eltern begreiflich gemacht zu werden verdient; im schlechtesten Hausgewand auf den Spielplatz geschickt, würde sich die ganze Gesellschaft doch etwas zu sonderbar ausnehmen, jedes bessere Gewand aber wird bald zum schlechtesten, da es für so stürmische Verhältnisse nicht geschaffen ist.
Die bei den meisten Spielen unentbehrliche Unterscheidung der Parteien durch Farben wird am besten an der leichten Spielmütze sichtbar gemacht; angeheftete Abzeichen haben immer ihr Mißliches, die Farben werden daher dem Stoffe einverleibt. Ob man nun Kappen wählt, welche auf der vorderen und rückwärtigen Hälfte verschieden gefärbt sind – ein Umdrehen bewirkt dann den Wechsel on der Parteizugehörigkeit – oder solche, welche außen und innen verschiedene Farben zeigen und beim Wechsel umgestülpt werden, darüber man der Geschmack entscheiden; die ersteren müssen 2 Schirme haben und sehen etwas bunt aus, auch werden bei dem unvermeidlichen Herabfallen im Spiele leicht die Seiten vertauscht; gegen die letzteren spricht die Abnützung durch den Kopfschweiß, dafür sind aber Irrthümer durch absichtsloses Umdrehen weniger zu befürchten, und sie können eine unsymmetrische, gefälligere Form haben; jedenfalls müssen dieselben waschbar sein und können daher keine steigen Schirme haben.“6)Vgl. Lechner, Ludwig: Schule und Jugendspiele. Teil 1: Leitfaden für Freunde des Jugendspieles und Spielleiter insbesondere. Wien 2^1897.  S. 28-29.

Cite this article as: Petra Tabarelli: Regel 4: Die Ausrüstung der Spieler. In: Nachspielzeiten, 29. Juni 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-4-die-ausruestung-der-spieler/ (zuletzt aufgerufen: 26. März 2019).

Fußnoten   [ + ]

1. Vgl. Brown, Paul: Please do not strain the ropes – a football programme from 1875. In: Goalpost. URL: http://www.goalpostbooks.co.uk/please-do-not-strain-the-ropes/.
2. Ein gummiartiger, kautschukähnlicher Stoff.
3. Vgl. Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 283-284.
4. Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 282-283.
5. Hofmann, H.: Etwas über die Kleidung der Spieler. In: Deutsches Fußball-Jahrbuch 10 (1913). S. 281-288, hier S. 282.
6. Vgl. Lechner, Ludwig: Schule und Jugendspiele. Teil 1: Leitfaden für Freunde des Jugendspieles und Spielleiter insbesondere. Wien 2^1897.  S. 28-29.