Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1847 und folgend (Eton Field Game) Zur Halbzeit werden die Spielseiten gewechselt. Das Spiel beginnt mit einem Gedränge (bully).
1858 (Harrow Football) Münzwurf, außer bei Schulspielen, dann hat die Mannschaft des Schulleiter die Seitenwahl. Anstoß vom Mittelpunkt des Feldes. Seitenwechsel nach jedem Tor.
1862 (The Simplest Game) Unbehinderter Anstoß von der Mitte des Feldes, alle anderen Spieler/innen sind mindestens 3,6 m vom Ball entfernt, bis dieser ausgeführt wurde.
1862 (Sheffield FC / FA) & 1863 (FA) Zum Beginn jeder Halbzeit und nach jedem Tor wird das Spiel vom Spielfeldmittelpunkt begonnen. Bevor der Ball nicht nach einer vollen Umdrehung im Spiel ist, durften sich die gegnerischen Spielerinnen bzw. Spieler diesem nur bis zu 9,15 m nähern (gekennzeichnet durch den Mittelkreis). Außerdem mussten alle Spielenden in ihrer jeweiligen Spielhälfte stehen. Vor Spielbeginn gab es den Münzwurf. Der Siegers des Münzwurfes wählte in der Sheffield FA bis 1878 die Spielhälfte, in der FA bis 1873 die Spielhälfte. Die Spielhälfte wurde nach jedem Tor oder einer torlosen ersten Halbzeit gewechselt. Anstoß hatte die Mannschaft, gegen die zuvor das Tor erzielt wurde. Aus einem Anstoß konnte nicht direkt ein Tor erzielt werden.
1863 (Cambridge University) Münzwurf. Seitenwechsel zur Halbzeit.
1873 (FA) Der Gewinner des Münzwurfes hat die Wahl zwischen Anstoß oder Seitenwahl. Entsprechend hatte der Verlierer bis 1873 immer den Anstoß und ab 1873 nur dann, wenn der Sieger des Münzwurfs dieses Recht nicht für sich beanspruchte (Queen’s Park). Nach dem Seitenwechsel hatte die gleiche Mannschaft Anstoß wie zu Beginn des Spieles.
1874 (FA) Kein Spieler und keine Spielerin darf im gegnerischen Feld stehen, bis der Anstoß ausgeführt wurde (Harrow Chequers).
1875 (Sheffield FA & FA) Seitenwechsel nicht mehr nach jedem Tor, sondern nur nach der Halbzeit. (FA: Woodford Walls)
1883 (FA) Der Anstoß darf nur in Richtung gegnerisches Tor geschossen werden (Wanderers FC, Upton Park FC). Dieser Vorschlag wurde ein Jahr zuvor noch abgelehnt.
1888 (IFAB) Kommt das Spiel ohne ein Foul zum Stehen, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt – der Ball ist in diesem Falle erst wieder im Spiel, wenn er den Boden berührt hat.
1901 (IFAB) Bei einem Verstoß gegen die Bestimmungen zum Schiedsrichterball gibt es Freistoß.
1902 (IFAB) Geht der Schiedsrichterball ohne Berührung ins Aus, wird er wiederholt.
1903 (FA) War der Anstoß fehlerhaft, muss er wiederholt werden.
zwischen 1967 und 1977 (DFB) Aus dem Anstoß kann nun direkt ein Tor erzielt werden.
1978 (IFAB) Wenn ein Freistoß für eine Mannschaft im eigenen Torraum gegeben wird, darf der Freistoß von irgendeinem Punkt innerhalb des Torraums ausgeübt werden (FA).
1985 (IFAB) Das Spiel wird durch einen Schiedsrichterball an der Stelle fortgesetzt, an der er sich befand, als das Spiel beendet wurde. Ergänzung: Es sei denn, der Ball befand sich zu diesem Zeitpunkt im Torraum, in diesem Fall wird er auf den Teil der Torraumlinie fallen gelassen, der parallel zur Torlinie verläuft, an dem Punkt, der dem Ort am nächsten liegt, an dem der Ball wie bei Spielunterbrechung liegt (FA).
1990 (IFAB) Bei einem Schiedsrichterball ist eine Abseitsstellung möglich (FA).
2016 (IFAB) Wie vor 1883 kann die Schussrichtung des muss der Anstoß nun nicht Richtung gegnerisches Tor gehen.

 

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

  • 1874: Seitenwechsel nur maximal einmal im Monat  (Woodford Walls).
  • 1882: Der Anstoß geht nur Richtung gegnerisches Tor (Wanderers FC und Upton Park FC). 1883 wurde der gleiche Vorschlag dann angenommen.

 

Cite this article as: Petra Tabarelli: Regel 8: Beginn und Fortsetzung des Spiels. In: Nachspielzeiten, 3. Juli 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-8-beginn-und-fortsetzung-des-spiels/ (zuletzt aufgerufen: 23. Mai 2019).