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Das Eton Field Game

Das Eton Field Game gehört zu den drei Fußballspielarten an den public schools, die dem Verbandsfußball sehr ähneln. Grund genug, es hier knapp vorzustellen und zwar anhand einer Beschreibung, die 1887 Montague Shearman verfasste.

 

Eton Field Game

Allgemeines

  • Das Spielfeld ist ein offenes Feld, ca. 100-120 yd lang und 80-100 yd breit, dessen Ränder als schmale Linie in den Rasen geschnitten ist. Die Tore sind 12 ft breit und 6 ft hoch, jeweils mit zwei Pfosten und einer Latte begrenzt.
  • Es spielen elf Spieler auf beiden Seiten, wobei es für gewöhnlichen Spielen („ordinary games“) keine Obergrenze gibt.
  • Die Ball hat einen Umfang von 13-14 in, ist also halb so groß wie der des Verbandsspiels.

Zum Spiel

Elf Spieler arrangieren sich wie folgt:

  1. Der Bully („Gemenge“) (bestehend aus einem „post“, „back-up post“, und zwei oder drei „side posts“, insgesamt vier oder fünf Spielern);
  2. die außerhalb des Bully, d.h. ein „corner“ auf beiden Seiten des Bully (entspricht genau der Position des Half Back im Rugby-Union-Spiel) und dem „behind-the-bully“ oder „flying-man“, der hinter dem Bully steht; und
  3. die „behinds“, drei Stück, nämlich „short behind“, „long behind“ und „goals“

Das Spiel beginnt mit einem Bully am Mittelpunkt des Spielfeldes: Der Ball wird durch einen der „orders“ in die Mitte des Bully gelegt, und das Spiel beginnt. Das Ziel der Spieler im Bully ist es, den Ball durch ihre Gegner zu zwingen, wobei der Ball normalerweise fest gehalten wird und sich wie im Rugby-Union-Spiel bewegt; der Rest der Spieler wartet („awaits events“) in ihren jeweiligen Position. Die Bullies dauern in der Regel nur wenige Augenblicke, und direkt ist der Ball spielbar und findet seinen Weg an der Seite oder, wenn er den Weg nach hinten findet, beginnt der „flying-man“ sofort mit voller Geschwindigkeit und dribbelt ihn dicht vor seinen Füßen zum Tor der Gegner. Das Spiel wird jetzt im Wesentlichen zu einem Dribbling, und es ist falsch für einen Stürmer, den Ball mehr als ein paar Schritte vor ihm gehen zu lassen. Es ist auch wichtig, so gerade wie möglich das Feld zu laufen, was natürlich von den Gegenspielern verhindert werden möchte.

Wenn Spieler zu dribbeln beginnt, folgt ihm Rest seiner Mannschaft in seinem Windschatten, bereit, seine Stelle einzunehmen, wenn er fällt oder den Ball verliert.

Etonians im Association game

Wegen ihrer Erfahrung mit Bullies waren Etonians gesuchte backs, die sehr gut fair Zweikämpfe bestreiten konnte. Im Dribbeln waren sie dagegen nicht gut.

 

Quelle: Shearman, Montague: Athletics and football. London 1887. S. 272-279, 288-290.

FotocreditsThe Telegraph – The Old Etonians football team that won the FA Cup in 1879. URL: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Old_etonians_1879.jpg.

Kategorie: kurzknapp, und Drumherum.

von

Petra Tabarelli, studierte Historikerin, leitet ein Stadtarchiv und schaut Fußball seit ihrem dritten Lebensjahr. Neben der Landesgeschichte ist die Fußballgeschichte ein großes Interessengebiet. Ihr Schwerpunkt ist Entstehung der Fußballregeln und des Schiedsrichterwesens in England und Deutschland.

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