Eine kurze Geschichte der Spielerauswechslungen im Fußball

Eine kurze Geschichte der Spielerauswechslungen im Fußball

Seit 2. Dezember 2016 sind vier Spielerauswechslungen im DFB-Pokal möglich, die vierte Auswechslung aber nur im Falle einer Verlängerung. Grund genug, sich die Geschichte dieser Auswechslungen im Fußball näher anzuschauen.

Die Möglichkeit, im Fußball Spieler auszutauschen ist relativ neu. Bis 1953 durften Vereine Spieler nie wechseln. Nur, wenn es sich nicht um ein Wettbewerbsspiel handelte, konnten die Vereine mit dem Schiedsrichter vor Spielbeginn aushandeln, dass verletzte Spieler ersetzt werden durften.

Zugegeben, 1953 ist das Jahr, das für unseren Kontinent entscheidend ist. Ab 1948 waren in Kolumbien bereits zwei Auswechslungen pro Mannschaft und Spiel möglich. Denkbar ist auch, dass es in anderen Ländern bereits vor 1953 Auswechslungen von Spieler in Wettbewerbsspielen ermöglicht wurden.

Ab den Qualifikationsspielen zur WM 1954 wurde erlaubt, auch in Wettbewerbsspielen Spieler auszuwechseln. Allerdings nur bei Verletzung und ein Spieler pro Mannschaft und Spiel. Diese Regel wurde dann 1965 von der FA, d.h. in England, übbernommen und 1966 auf einer Auswechslung pro Mannschaft und Spiel unabhängig einer Verletzung erweitert. Bei der Einführung der Auswechselregel in den FIFA-Regeln 1968 wurde die Auswechslung von bis zu zwei Spielern pro Mannschaft und Spiel unabhängig einer Verletzung möglich, die ab 1971 aus fünf vornominierten Spieler ausgewählt wurden. Dabei waren seit den 1960ern wie heute Auswechslungen nur bei einer Spielunterbrechung möglich (für die 1950er Jahre kann ich keine Aussage machen, weil mir Quellen fehlen).

Auswechslungen werden vom Schiedsrichterassistenten durch eine horizontal hochgehaltene Fahne angezeigt, die er mit beiden Händen festhält. Der Vierte Offizielle (den es seit 1993 gibt) zeigt mit einer hochgehaltenen digitalen Anzeigetafel die Rückennummern (1933 eingeführt, seit 1995 auf Spieler festgelegt) des auszuwechselnden und einzuwechselnden Spielers an.

Die Anzahl der erlaubten Auswechslungen wurde 1994 auf 2+1 erhöht, 1995 dann auf drei Auswechselspieler ausgedehnt. 1981 wurde die bis heute gültige Richtlinie festgelegt, dass ein Spieler, der ausgewechselt wurde, mit Übertritt des Eingewechselten in das Spielfeld seinen Status als Spieler verliert und auch nicht wieder eingewechselt werden darf. Betritt dagegen ein Einwechselspieler ohne Erlaubnis das Spielfeld wird er verwarnt und muss auf die nächste Spielunterbrechung warten.

Für Freundschaftsspieler der A-Nationalmannschaften gilt eine andere Auswechselregel, denn sie sind ja auch keine Wettbewerbsspiele: Bis 2004 sprachen sich Mannschaftsoffizielle und Schiedsrichter vor Spielbeginn über die gültigen Konventionen für dieses eine Spiel ab, gilt seitdem, dass pro Spiel und Mannschaft drei bis zwölf Auswechslungen möglich sind.

 

Lizenz des Headerbildes dieses Beitrags: David Herrmann: Fourth official, Inka Müller (Germany), in UEFA-Women’s Cup 2005 final game at Potsdam, Germany, 21st May 2005. CC-BY SA 3.0 Link: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fourth_official_(football).jpg (Letzter Zugriff: 12.06.2017).

Cite this article as: Petra: Eine kurze Geschichte der Spielerauswechslungen im Fußball. In: Nachspielzeiten, 12. Juni 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/eine-kurze-geschichte-der-spielerauswechslungen-im-fussball/ (zuletzt aufgerufen: 24. Mai 2018).

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