Ein Tor (engl. goal = Ziel, Zweck) wird erzielt, indem der Ball zwischen den Torpfosten und – nach ihrer Einführung – unterhalb der Latte oder Schnur ins Toraus geht. Das haben alle Regelwerke gemein, wobei manches Regelwerk aus den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch das Einwerfen eines Tores wertet. Tatsächlich findet sich diese Beschreibung nicht in allen Regelwerken, da sie allzu eindeutig war. Man brauchte sie nicht zu erwähnen.

 

Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1863 (FA) Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball zwischen den Torpfosten aus dem Spielfeld geht.
1866 (FA) Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball zwischen den Torpfosten und unterhalb des Torbandes (als Höhenbegrenzung) aus dem Spielfeld geht.
1867 (Sheffield FA) Ein Tor wird erzielt, wenn der Ball zwischen den Torpfosten und unterhalb des Torbandes (als Höhenbegrenzung) aus dem Spielfeld geht.
1872 (FA) Eine Berührung der Torpfosten ist nicht automatisch ein Tor sei (Wanderers FC). Wichtig ist, wohin der Ball von dort springt.
1875 (FA) Eine Berührung des Torbandes bzw. der Torlatte wie auch der Eckstangen ist nicht automatisch ein Tor sei (Queen’s Park). Wichtig ist, wohin der Ball von dort springt.
1891 (IFAB) Aus einem Strafstoß kann direkt ein Tor erzielt werden.
1904 (IFAB) Freistöße werden nun in indirekte und direkte Freistöße unterschieden.
1920 (IFAB) Aus einem Einwurf kann direkt ein Tor erzielt werden.
1924 (IFAB) Aus einem Eckstoß kann direkt ein Tor erzielt werden.
zwischen 1967 und 1977 (DFB) Aus einem Abstoß kann direkt ein Tor erzielt werden.
1969 (IFAB) Wenn ein Zuschauer oder Zuschauerin auf das Spielfeld kommt, als der Ball ins Tor geht und die Torlinie vollständig passiert, ist das Tor zu geben. Und zwar unabhängig davon, ob der Zuschauer oder die Zuschauerin den Ball berührte oder nicht. Das Spiel wird mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt (schottische FA).
1974 (IFAB) Der Ball darf nicht absichtlich mit Händen und Armen gespielt werden, damit ein Tor erzielt wird. (Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts ist nur das absichtliche Handspiel strafbar, was aber bislang nur in Regel 12, nicht in Regel 10 schriftlich festgehalten wurden.) (FIFA).
1985 (IFAB) Es kann kein Tor gegeben werden, wenn eine außenstehende Person den Ball daran hindert über die Torlinie ins Tor zu gehen. Wenn das – außer bei einem Strafstoß – im normalen Spielverlauf passiert, wird das Spiel mit einem Schiedsrichterball fortgesetzt.  Ergänzung: Es sei denn, der Ball befand sich zu diesem Zeitpunkt im Torraum, in diesem Fall wird er auf den Teil der Torraumlinie fallen gelassen, der parallel zur Torlinie verläuft, an dem Punkt, der dem Ort am nächsten liegt, an dem der Ball wie bei Spielunterbrechung liegt (irische FA).
2012 (IFAB) Es werden vier Torlinientechniksysteme getestet.
2013 (IFAB) Als Torlinientechnik wird Hawk Eye benutzt.
2015 (IFAB) Hawk Eye wird durch GLT-Systeme ergänzt.

 

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

    • 1874: Wenn das Torband zerreißt und der Ball ins Toraus geht, wurde nicht automatisch ein Tor erzielt  (Marlborough).
    • 1938 wurde der Vorschlag der walisischen FA vertagt, dass Schiedsrichter  oder Schiedsrichterinnen auf Tor entscheiden können, wenn er oder sie davon überzeugt ist, dass der Ball ohne Foul, Handspiel oder Einmischen eines Zuschauers ins Tor gegangen wäre.
    • 2010: Der Einsatz von Torlinientechnik wird abgelehnt.

 

Cite this article as: Petra Tabarelli: Regel 10: Wie ein Tor erzielt wird. In: , 5. Juli 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-10-wie-ein-tor-erzielt-wird/ (zuletzt aufgerufen: 19. August 2019).