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Unerlaubtes Spiel

Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1856 (Cambridge University) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken.
1857 (Eton Field Game) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken.
1858 (Harrow Football) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken.
1858 (Sheffield FC) Der erste Entwurf für die Sheffield FC Rules erlaubt das starke Rempeln eines Spielers bzw. einer Spielerin, der einen Platzstoß (nicht aber Abstoß) ausführt. Aber, so die Regel, müsse sich der angreifende Spieler/in zurücknehmen, bis sein/e Gegenspieler/in den Ball mit den Füßen berühre. Diese Passage wurde in den veröffentlichten Sheffield FC Rules gestrichen. Das Halten und Stoßen eines Spielers war verboten.
1862 (Blackheath FC) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken, außer Angreifen eines Gegenspieler beim running.
1862 (The Simplest Game) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken.
1862 (Eton Field Game) Unerlaubtes Spiel: Alles foulen mit Armen und Händen. (Mit Beinen und Füßen dagegen erlaubt.)
1863 (Shrewsbury School) Unerlaubtes Spiel: Alles foulen mit Armen und Händen. (Mit Beinen und Füßen dagegen erlaubt.)
1863 (Cambridge University) Unerlaubtes Spiel sind: Hartes Treten, Beinstellen, von hinten stoßen, halten, hindern, absichtliches Treten und drücken.
1863 (FA) Unerlaubtes Spiel waren: heftiges Rempeln, Beinstellen, treten, halten, drücken. Es gibt Verwarnungen und Platzverweise.
1867 (Sheffield FA) Unerlaubtes Spiel waren: drücken, treten, Beinstellen.
1869 (FA) Das Angreifen eines Spielers oder einer Spielerin von hinten wird verboten (Upton Park FC)
1871 (Sheffield FA) Das Angreifen eines Spielers oder einer Spielerin von hinten und das Unterlaufen wird verboten.
1874 (FA) Bei Verletzung der Regel gab es von dem Punkt des Foulspiels einen indirekten Freistoß für den Gegner (Harrow Chequers).
1877 (FA) Es können Spieler(innen) wegen ihres unerlaubtes Spiels vom Spielfeld verwiesen werden und dürfen nicht ersetzt werden.
1878 (FA) Wer mit dem Rücken zum Gegner stehen und diesen so behindert, schützt diese Regel nicht (Reading FC).
1880 (FA) Das Anspringen von Gegnern wird verboten (Darwen Club).
1892 (IFAB) Im Regelwerk wird vermerkt,  dass letztendlich jede Spielweise, die Verletzungen verursachen könnte, verboten ist.
1909 (DFB) Eine Beleidigung führt immer zum Platzverweis. Eine Beleidigung ist eine  „anstößige, beleidigende oder schmähende Äußerung oder Gebärde“.
1921 (dt. Buch über Fußball) Das erlaubte Rempeln wird wie folgt beschrieben: „Läuft man mit dem Ball und der Gegner ist auf gleicher Höhe dicht daneben, so kann man ihn durch einen kräftigen Ruck mit der Schulter seitlich wegdrängen. Das ist die einzige, durch die Regel erlaubte Art des Rempelns und kein tüchtiger erfahrener Schiedsrichter wird dagegen einschreiten.“, stellt Richard Girulatis fest 1)Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 38., um dann indirekt Schiedsrichterkritik bei DFB-Spielen zu äußern. Das erlaubte Rempeln werde kaum noch gespielt, „weil wir seine erlaubte Art nicht beherrschen, und weil unsere Schiedsrichter sich zu häufig veranlaßt sehen, einzugreifen“. 2)Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 38.
1926 (IFAB) Wenn ein Spieler oder eine Spielerin den Schiedsrichter oder die Schiedsrichter beleidigt, muss er oder sie des Feldes verwiesen werden (walisische FA).
1935 (IFAB) Ein Spieler oder eine Spielerin, der oder die sich vor Wiedereintritt nicht beim Schiedsrichter oder der Schiedsrichterin anmeldet, verursacht einen Freistoß (FA).
1939 (IFAB) Sperren, egal, ob absichtlich oder unabsichtlich, ist verboten (FA).
1948 (IFAB) Verboten ist nun zusätzlich a) der absichtliche Versuch, einen Gegner oder Gegnerin zu treten, b) fair anzugreifen, wenn man keine Absicht hat, den Ball zu spielen, c) versuchen, Ball zu treten, wenn der Torhüter oder die Torhüterin den Ball hält (gefährliches Spiel), d) wiederholter Regelverstoß (unsportliches Verhalten), e) Widerspruch gegen Schiedsrichterentscheidungen in Wort oder Tat (unsportliches Verhalten) (FIFA).
ca. 1949 (IFAB) Fouls ohne Ballbeteiligung und Handspiel werden mit direktem Freistoß bestraft (FIFA).
zw. 1949 und 1958 (DFB) Die Vorteilsbestimmung wird in das Regelheft aufgenommen. In dubios pro reo.
1963 (IFAB) Wenn ein Spieler oder eine Spielerin vor einem Freistoß tanzt oder gestikuliert, um den Gegner oder die Gegnerin zu verwirren, muss er oder sie wegen unsportlichen Verhaltens verwarnt werden (FIFA).
1967 (IFAB) Wirft ein Spieler oder eine Spielerin einen Ball, Stein, Schuh oder etwas anderes auf den Schiedsrichter bzw. Schiedsrichterin, anderen Spieler oder Spielerin, Zuschauer, Zuschauerin oder Mannschaftsoffiziellen, begeht er oder sie eine Tätlichkeit und ist dafür zu bestrafen. Zudem ist das Spiel durch einen Freistoß (Strafstoß, wenn innerhalb des Strafraumes) von dem Punkt, an dem der Spieler seine oder die Spielerin ihre Handlung begann, fortzusetzen (FIFA, IFAB).
1967 (IFAB) Das IFAB stellt den nationalen Verbänden frei, ob sie es grundsätzlich verbieten, den Torhüter oder die Torhüterin im eigenen Torraum anzugehen. (Zuvor war es erlaubt, den Torhüter bzw. die Torhüterin anzugehen, wenn er oder sie den Ball hält. (IFAB).
1967 (IFAB) Wenn ein bereits des Feldes verwiesener Spieler oder Spielerin das Spielfeld betritt… Zusatz: Der Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin hat das Spiel sofort zu unterbrechen. Auch, wenn dadurch das schuldige Team einen Vorteil erlangt (IFAB).
1968 /IFAB) Anspucken ist als gefährliches Spiel zu bewerten, sei es gegen Spieler oder Spielerinnen, Mannschaftsoffizielle, Schiedsrichter oder Schiedsrichterinnen (FA, FIFA).
1969 (IFAB) Geht ein Spieler oder eine Spielerin ohne Erlaubnis des Schiedsrichters oder der Schiedsrichterin vom Feld, ist er oder sie zu bestrafen. Das Spiel wird durch einen indirekten Freistoß fortgesetzt (vorher: Schiedsrichterball). Begeht der Spieler oder die Spielerin dabei eine weitere Regelverletzung, ist die schwerwiegendere von beiden zu bestrafen (FIFA).
1969 (IFAB) Wenn ein bereits des Feldes verwiesener Spieler oder Spielerin das Spielfeld betritt… Zusatz: Das Spiel wird mit einem indirekten Freistoß an dem Ort fortgesetzt, an dem sich der schuldige Spieler oder die schuldige Spielerin befand, als der Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin das Spiel unterbrach (zuvor: Schiedsrichterball) (schottische FA).
1970 (IFAB) Bei der WM in Mexiko (nicht, wie manchmal zu lesen 1968 beim Olympischen Fußballturnier in Mexiko) wurden erstmal gelbe und rote Karten erprobt.
1973 (IFAB) Wenn der Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin einen Spieler oder Spielerin verwarnen möchte und der Spieler oder die Spielerin in der Spielunterbrechung vor der Bestrafung ein weiteres Vergehen begeht, wird er oder sie des Feldes verwiesen (schottische FA).
1974 (DFB) Gelbe und rote Karten werden in der Bundesliga eingeführt. Es scheint für viele erschreckend gewesen sein, wie viele gelbe Karten gegeben wurden, zeigen Medienberichte. Und das ist auch verständlich, wurde vorher nur zwischen Foul und grobem Foul (= Platzverweis) unterschieden. Dass es unter allen Fouls so viele verwarnwürdige Fouls in dem ach so fairen Fußball gespielt wurden, hat viele Elfenbeintürme bersten lassen.
1978 IFAB) Wenn ein Freistoß für eine Mannschaft im eigenen Torraum gegeben wird, darf der Freistoß von irgendeinem Punkt innerhalb des Torraums ausgeübt werden (FA).
1978 (IFAB) Das Treten eines Gegenspielers wird als gefährliches Spiel gewertet und muss daher zum Feldverweis, nicht zur Verwarnung führen (FIFA).
1978 (DFB) Als Walter Frosch in 37 Spielen 27 gelbe Karten erhielt, zog man die Reißleine und führte zur Eindämmung der gelben Karten ein Spiel Sperre für Spielerinnen und Spieler ein, die vier gelbe Karten innerhalb einer Saison erhielten. Die Sperre galt automatisch für das folgende Spiel nach dem Erhalten der vierten gelben Karte.
1983 (DFB) Zur Saison 1983/84 wurde auch ein Platzverweis für zehn Minuten eingeführt. 3)NN: Raus und Rein. In: Der Spiegel 49 (1982). URL: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14356544.html (Letzter Zugriff: 07.07.2017). Ob dieser länger als eine Saison praktiziert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.
1983 (IFAB) Die „Notbremse“ wird mit einem Platzverweis geahndet.
1991 (IFAB) Die Gelbsperre wurde durch die Einführung der gelb-roten Karte für wiederholtes Vergehen ersetzt; wohl ohne die erhoffte Wirkung.
1991 (IFAB) Eine durch Handspiel verhinderte Torchance wird mit einem Platzverweis geahndet, zusätzlich mit einem Strafstoß, wenn das Handspiel im Strafraum stattfand (FA).
1992 (IFAB) Obwohl schon 1970 eingeführt, werden erst nun die gelben und roten Karten im Regelwerk erwähnt, um auf sie besonders hinzuweisen (FIFA).
1992 (IFAB) Der Torhüter oder Torhüterin darf den Rückpass eines eigenen Spielers oder Spielerin nicht mehr mit der Hand aufnehmen, sonst wird es als Handspiel gewertet (FIFA).
1993 (IFAB) Ein Spieler oder eine Spielerin kann den Ball mit Kopf, Brust, Knie usw. an die eigene Torhüterin bzw. den eigenen Torhüter weitergeben. Wenn jedoch nach Ansicht des Schiedsrichters oder der Schiedsrichterin ein Spieler oder eine Spielerin einen vorsätzlichen Trick anwendet, wird er oder sie sich des unsportlichen Verhaltens schuldig gemacht und bestraft (gelbe Karte, indirekter Freistoß) (FIFA).
1993 (IFAB) Die Gelbsperre gab es nach fünf gelben Karten und die gelb-rote Karte wird nach wenig erhoffter Wirkung aber nicht abgeschafft (Dank an Collinas Erben!).
1995 (IFAB) Alle Spieler oder Spielerinnen außer dem Torhüter bzw. der Torhüterin und Ausführendem bzw. Ausführender müssen zusätzlich hinter dem Strafstoßpunkt stehen (schottische FA).
1997 (IFAB) Die Definition einer Beleidigung wird neu zu einer „unflätigen und beleidigenden Äußerung“ umschrieben.
1998 (IFAB) Ein Foul von hinten führt zum Platzverweis (FIFA).
1999 (IFAB) Ein Täuschungsversuch wird als verwarnungswürdiges Vergehen bewertet (FIFA).
2000 (IFAB) Aus der Vier-Schritte-Regel wird die Sechs-Sekunden-Regel (FIFA).
2001 (IFAB) Nicht nur Spieler und Ersatzspieler, auch ausgewechselte Spieler können eine Verwarnung oder einen Platzverweis erhalten (irische FA).
2001 (IFAB) Ein Spieler oder eine Spielerin, der oder die des Feldes verwiesen wurde, darf sich nicht in der Nähe des Spielfeldes aufhalten und muss auch die Technische Zone verlassen (FIFA).
2002 (IFAB) Ein verletzter Spieler oder eine verletzte Spielerin, der oder die behandelt wurde, darf erst wieder auf das Spielfeld, wenn das Spiel fortgesetzt wurde (FIFA).
2015 (IFAB) Die Dreifach-Bestrafung wird geändert: Statt der roten Karte gibt es nun eine gelbe. Der Strafstoß bleibt bestehen (FIFA).
2016 (IFAB) Fouls außerhalb des Feldes können nun geahndet werden – mit Freistoß oder Strafstoß, je nach Ort des Fouls. Ebenso erfolgt seitdem ein Strafstoß, kein Schiedsrichterball mehr, wenn ein Teamoffizieller ein Tor verhindert.

 

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

  • 1934 wurde der Vorschlag der FA vertagt, dass ein Spieler oder eine Spielerin, der oder die außerhalb des Feldes war, sich nicht nur beim Schiedsrichter anmelden, sondern darf das Feld nur auf Höhe der Mittellinie betreten darf.
  • 1934 wurde ein weiterer Vorschlag der FA vertagt: Ein Spieler, der sich vor Wiedereintritt nicht beim Schiedsrichter anmelde, verursacht einen Freistoß.
  • 1966 schlug die FIFA vor, dass der Torhüter oder die Torhüterin erneut vier Schritte mit dem Ball gehen darf, wenn er oder sie den Ball auf dem Boden hat aufprallen lassen. Die Entscheidung wurde vertagt.
  • 1967 und 1968 reichte die schottische FA den Vorschlag ein, das Blocken von Gegenspielern und Gegenspielerinnen zu erlauben. Die Entscheidung wurde vertagt.
  • 2011 (DFB) und 2014 (UEFA) reichte die FIFA die Abschaffung der Dreifach-Bestrafung als Vorschlag ein, aber der Vorschlag wurde jeweils abgelehnt.
  • 2015 schlug die irische FA vor, den VAR generell einzuführen, was aber abgelehnt wurde.
  • 2015 schlug das IFAB selbst vor, eine Strafbank für eine 10-minütige Zeitstrafe einzurichten, die die gelbe Karte ersetzt. Die Zeitstrafe solle von dem Vierten Offiziellen kontrolliert werden. Das Verfahren wurde bereits bei der U16-Turnieren 2014 getestet. Der Vorschlag wurde nach einer Diskussion vertagt.

 

Das Handspiel

Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1856 (Cambridge University) Jegliches Handspiel ist verboten.
1857 (Eton Field Game) Stoppen des Balles mit der Hand ist erlaubt.
1858 (Harrow Football) Jegliches Handspiel ist verboten.
1858 (Sheffield FC) Der erste Entwurf für die Sheffield FC Rules erlaubte das Aufnehmen des Balles mit den Händen, solange er auf dem Boden sprang. Eventuell erlaubte er auch das Halten des Balles, da der Entwurf nur das Schlagen und Stoßen des Balles verbat. Diese Passage findet sich nicht mehr in den veröffentlichten Sheffield FC Rules. Dafür verbietet das Regelwerk nun nicht mehr das Schlagen und Stoßen des Balles (weil es offensichtlich war?).
1862 (Eton Field Game) Fangen des Balles ist erlaubt.
1862 (The Simplest Game) Fangen des Balles ist erlaubt.
1862 (Sheffield FC) Jegliches Handspiel ist verboten.
1862 (Blackheath FC) Jegliches Handspiel ist verboten.
1863 (Cambridge University) Jegliches Handspiel ist verboten.
1863 (Shrewsbury School) Fangen des Balles ist erlaubt.
1863 (FA) Der letzte Entwurf erlaubt noch das Handspiel (Zur Diskussion um hacking und handling siehe hier), die veröffentlichten FA Rules verbaten jegliches Handspiel.
1870 (FA) Im Regelwerk für die Saison 1870/71 wurde noch einmal ganz bewusst betont, dass es unter jeglichen Umständen verboten sei, den Ball mit der Hand zu berühren (Upton Park FC). Dabei war es nebensächlich, ob es sich um eine absichtliche oder unabsichtliche Berührung handelte.
1874 (FA) Bei Verletzung der Regel gab es einen indirekten Freistoß für den Gegner (Harrow Chequers).
1878 (FA) Wenn das Handspiel in der Nähe des eigenen Tores passierte (kein Torhüterhandspiel) und die umpires, später auch ggfs. auch der referee der Meinung war(en), dass der Ball sonst ins Tor gegangen wäre, wurde ein Tor gegeben (Finchley, Old Harrovians).
1882 (FA) „In der Nähe des Tores“ wird auf 1,83 m festgelegt (Sheffield FA).
1902 (IFAB) Nur absichtliches Handspiel ist strafbar.

 

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

  • Der Vorschlag, das Wort „intentionally“ in die FA Rules zu übernehmen, wurde abgelehnt (1878, Romford Club und Great Marlow Club).
  • Bei Verletzung der Regel gab es ab 1874 einen indirekten Freistoß für den Gegner (Harrow Chequers, 1870 und 1871 wurde dieser Vorschlag von Wanderers FC und Civil Service noch abgelehnt).
  • Der Vorschlag, dass in diesem Fall der torverhindernden Mannschaft ein Tor abgezogen werde, wurde nicht angenommen (1881, Birmingham FA).
  • 2015 schlug die walisische FA vor, Handspiel grundsätzlich zu verbieten und nicht mehr zwischen absichtlichem und absichtlichem Handspiel zu unterscheiden. Die Entscheidung wurde vertagt.

 

Der Fair Catch

Den fairen Fang, den Fair Catch kannten bis Anfang der 1860er Jahre die Regelwerke von Blackheath FC, Shrewsbury School und die Football Association. Der Fair Catch wurde nur 1863 in den FA Rules thematisiert, blieb aber bis 1871 erlaubt. Auch in den Sheffield FA Rules (ab 1867) blieb er bis 1871 gültig.

Ihn erhielt man, sobald man nach dem Fang des Balles, der vorher nicht den Boden berührt hatte, eine Markierung mit seinem Absatz in den Boden ritzte. Man erhielt einen indirekten Freistoß und gegnerischer Spieler durfte über die Markierung hinaus Richtung eigenes Tor gehen, bis der Schuss auf ihr Tor erfolgt war.

Freistöße waren schon den Fußballspielern in den Privatschulen im frühen 19. Jahrhundert bekannt, obwohl ihre Regelwerke sie nicht erwähnen. Dennoch ist bekannt, dass zum Beispiel in Cambridge Fußball mit Fair Catch gespielt wurde. Der Fair Catch war das einzig erlaubte Handspiel im Fußball ohne Aufnehmen des Balles, wie Fußball im 19. Jahrhundert zur Abgrenzung vom Rugby genannt wurde. Wenn man einen Ball fing, bevor er den Boden berührt hatte, war dies ein Fair Catch, der an der Stelle des Fangens mit einem indirekten (Sheffield) oder direkten (Cambridge, Football Association) Freistoß belohnt wurde.

 

Torwarthandspiel

Jahr (Quelle) Regel(änderung) (auf Vorschlag von, sofern bekannt)
1871 (FA) Der Spieler oder die Spielerin, der/die dem eigenen Tor am nächsten steht, darf den Ball zum Schutz des eigenen Tores mit den Händen berühren (Upton Park)
1873 (FA) Der/die Torhüter/in darf den Ball nicht tragen (Queen’s Park).
1874 (FA) Der/die Torhüter/in darf nicht fliegend gewechselt werden. Die Definition, dass es sich um den nächsten Spieler(in) zum eigenen Ball handelte, blieb zwar, aber wenn der Torhüter allzu selbstsicher sich zu weit vom Tor entfernte, durfte er nicht einfach von einem anderen Spieler ersetzt werden, um kein Gegentor zu riskieren (Maidenhead FC, Gitanos FC). Wann aber ein Torhütertausch dann noch möglich war, wurde nicht geregelt.
1875 (FA) Im Regelwerk wird der Passus „zum Schutz (protection) des Tores“ durch „zur Verteidigung (defense) des Tores“ ersetzt (Harrown Chequers).
1875 (FA) Der/die Torhüter/in darf den Ball werfen und schlagen (Vale of Leven FC)
1875 (Sheffield FA) Einführung des erlaubten Torhüterhandspiels: Der Spieler oder die Spielerin, der/die dem eigenen Tor am nächsten steht, darf den Ball zum Schutz des eigenen Tores mit den Händen berühren.
1876 (Sheffield FA) Der/die Torhüter/in darf den Ball im Verteidigungsfall mit den Händen werfen und schlagen, ihn jedoch nicht tragen.
1882 (FA) Das erlaubte Torhüterhandspiel ist nur in der eigenen Hälfte erlaubt. Vorher war es nicht schriftlich begrenzt worden. Wahrscheinlich wurde dies nun erforderlich, obwohl bereits zuvor das Torhüterhandspiel nur im eigenen Strafraum erlaubt war.
1897 (IFAB) Der Torhüterwechsel während des Spiels zuvor dem Schiedsrichter bzw. der Schiedsrichterin mitgeteilt werden.
1903 (IFAB) Das erlaubte Torhüterhandspiel ist nur im eigenen Torraum erlaubt.
1903 (IFAB) Wurde der Torhüterwechsel nicht dem/der Schiedsrichter/in mitgeteilt, wurde ein Strafstoß verhängt.
1912 (IFAB) Das erlaubte Torhüterhandspiel wird auf den eigenen Strafraum ausgeweitet.
zw. 1914 und 1919 (IFAB) Der/die Torhüter/in darf maximal zwei Schritte mit dem Ball in den Händen gehen.
1936 (IFAB) Der Abstoß muss direkt auf das Spielfeld gehen und darf beispielsweise nicht von einem Feldspieler oder einer Feldspielerin dem eigenen Torhüter oder der eigenen Torhüterin in die Hände gespielt werden (schottische FA).
1937 (IFAB) Nicht nur Abstoß, auch der Freistoß darf nicht von einem Feldspieler oder einer Feldspielerin in die Hände des Torhüterin oder Torhüterin gespielt werden (FA).
1965 (IFAB) Wirft ein Torhüter oder eine Torhüterin einem Gegenspieler oder einer Gegenspielerin absichtlich den Ball ins Gesicht oder ähnliches, reicht es nicht, einen indirekten Freistoß zu verhängen, sondern der Schiedsrichter oder die Schiedsrichterin muss einen direkten Freistoß und damit einen Strafstoß verhängen (schottische FA)
1967 (IFAB) Wenn der Torhüter oder die Torhüterin Zeitspiel begeht, wird er oder sie dafür mit einem indirekten Freistoß bestraft, der an der Stelle der Regelverletzung auszuführen ist (IFAB).
1967 (IFAB) Es ist nicht relevant, ob der Ball getragen, geprellt oder geworfen wird. Entscheidend war, dass der Torhüter oder die Torhüterin die Kontrolle über den Ball behält und kein anderer Spieler oder Spielerin eine Chance hatte, an den Ball zu kommen.
1967 (IFAB) Der Torhüter oder die Torhüterin darf maximal vier Schritte mit dem Ball in den Händen gehen. In Deutschland bereits in den 1950er Jahren erlaubt (zwischen 1950 und 1958).
1968 (IFAB) Dribbling ist kein Handspiel. Der Torhüter oder die Torhüterin darf den Ball dribbeln, nachdem er oder sie den Ball vier Schritte gehalten hat und darf den Ball auch nicht wieder aufnehmen, bevor nicht ein anderer Spieler oder eine andere Spielerin den Ball gespielt hat (FIFA).
1978 (IFAB) Wenn ein Freistoß für eine Mannschaft im eigenen Torraum gegeben wird, darf der Freistoß von irgendeinem Punkt innerhalb des Torraums ausgeübt werden (FA).
1980 (IFAB) Der Torhüter oder die Torhüterin muss sich bei der Ausführung des Strafstoßes auf der Linie befinden, darf sich nun aber wieder während dessen bewegen (FIFA).
1992 oder 1997 (IFAB) Der/die Torhüter/in darf keinen gezielten Rückpass von Spielerinnen und Spielern der eigenen Mannschaft mit den Händen aufnehmen, sonst wird es als unerlaubtes Handspiel bewertet. (Die Quellen sind bei der Jahreszahl nicht eindeutig.)
1997 (IFAB) Der/die Torhüter/in darf maximal sechs Sekunden den Ball in den Händen halten.

Nicht angenommene Vorschläge für eine Regeländerung:

  • 1870 (FA): Einführung des erlaubten Torhüterhandspiels (Civil Service).
  • 1874 (FA): Das erlaubte Torhüterhandspiel ist bis 5,5 m vor dem eigenen Tor erlaubt (Nottingham Forest FC).
  • 1874 (FA): Das erlaubte Torhüterhandspiel ist bis 9,15 m vor dem eigenen Tor erlaubt (Royal Engineers).
  • 1876 (FA): Bis wohin das erlaubte Torhüterhandspiel erlaubt ist, soll das Komitee der FA festlegen (Great Marlow).
  • 1896 (IFAB): Der/die Torhüter/in darf den Ball maximal zwei Schritte mit den Händen tragen.
  • 1963 schlug die schottische FA vor, dass ein Spiel mit einem direkten und kein indirekten Freistoß fortzusetzen ist, wenn ein Torhüter oder eine Torhüterin einem Spieler oder Spielerin, Zuschauer oder Zuschauerin, Schiedsrichter oder Schiedsrichterin oder einem Mannschaftsoffiziellen den Ball absichtlich ins Gesicht wirft. Die Entscheidung wurde vertagt.
  • 1984 wurde eine Entscheidung über die Lockerung der 4-Schritte-Regel (Vorschlag der schottischen FA) vertagt.

 

Cite this article as: Petra: Regel 12: Verbotenes Spiel und unsportliches Betragen. In: Nachspielzeiten, 7. Juli 2017. URL: https://nachspielzeiten.de/regel-12-verbotenes-spiel-und-unsportliches-betragen/ (zuletzt aufgerufen: 23. Februar 2019).

Fußnoten   [ + ]

1. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 38.
2. Girulatis, Richard: Fußball. Theorie, Technik, Taktik. Leipzig 4^[1923]. S. 38.
3. NN: Raus und Rein. In: Der Spiegel 49 (1982). URL: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14356544.html (Letzter Zugriff: 07.07.2017).