Alle Artikel in: womeninfootball

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Sie schrieb Fußball-Geschichte – doch wie ĂŒber sie berichtet wurde, erschreckt bis heute

Es war der 13. Oktober 1995, als erstmals eine Frau in der ersten Bundesliga der MĂ€nner auf den Rasen trat. FĂŒr Gertrud Gebhard war das nur einer von vielen „Sie schrieb Geschichte“-Meilensteinen ihrer Karriere. Als Bibiana Steinhaus-Webb vor sechs Jahren erstmals ein Spiel in der Bundesliga der MĂ€nner leitete, war sie zuvor ganze zehn Jahre Spielleiterin in der nĂ€chstniedrigeren Liga gewesen. Angeblich wollte man sie trotz guter Leistung nicht ins Oberhaus heben aus Sorge vor dem Trubel, der ĂŒber sie hereinbrechen könnte. Nun, FĂŒrsorge ist oft gut gemeint, aber nicht immer gut gemacht – insbesondere bei Frauen, die schon zuvor mehrere Male im Rampenlicht gestanden sind. Ein neuer Artikel von mir fĂŒr WebDE ist online und hier könnt ihr ihn lesen.

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Ein Kind bedeutet nicht das Karriereende

„Den Lebensunterhalt nur als Fußballspielerin im Hauptjob gestalten – das können nur die wenigstens, auch in der Bundesliga. Die meisten Spielerinnen nehmen ihren Jahresurlaub fĂŒr Fußballturniere und trainieren und spielen in ihrer Freizeit; und einige sorgen auch fĂŒr ihren Nachwuchs. […] Vorbilder zeigen: Es ist möglich FĂŒr immer mehr Frauen ist eine Geburt nicht mehr das Karriereende; das Blatt wendet sich. Langsam, aber stetig. Immer mehr Frauen im Fußball und generell im Leistungssport gehen diesen Weg, weil sie bei anderen sehen, dass es möglich ist. Aber kommen die Vereine, die VerbĂ€nde, die Sponsoren hinterher? Das hĂ€ngt oft von den Personen dahinter ab. FĂŒr Frauen wie Emma Hayes und Martina Voss-Tecklenburg ist es nur allzu verstĂ€ndlich, ihren Spielerinnen das zu bieten, was ihnen mitunter noch verwehrt blieb. Doch der Großteil der mĂ€nnlichen FunktionĂ€re schlĂ€ft offenbar noch einen realitĂ€tsverkennenden Dornröschenschlaf. Ein Missstand, den in den letzten ein, zwei Jahren immer mehr Frauen ansprechen. Sie gehen als gutes Beispiel voran: Vorbilder, die zeigen, dass es möglich ist, und die den Weg fĂŒr viele ebnen. FĂŒr Melanie Leupolz war …

Die Farce um die TV-Rechte der WM 2023

„Laut einem Medienbericht boten ARD und ZDF fĂŒr die Übertragung der Fußball-Weltmeisterschaft der Frauen fĂŒnf Millionen Euro. Das sind gerade mal zwei Prozent von dem Betrag, den die beiden Sender fĂŒr die vergangene Fußball-WM der MĂ€nner zu zahlen bereit waren. Weil auch weniger Menschen den Fußball der Frauen schauen? Nun, das ist wahr, aber die Einschaltquoten liegt nicht bei zwei Prozent gegenĂŒber MĂ€nnerfußball, sondern bei den vorherigen Weltmeisterschaften bei 50 Prozent.“ Meine neue FRÜF-Kolumne fĂŒr WebDE ist online und hier könnt ihr sie lesen.

Braucht es „Equal Leistung“ vor „Equal Pay“?

„Wenn im Fußball alle, wirklich alle gleich gefördert werden wĂŒrden, dann können wir den Vergleich mit „Equal Leistung“ ansetzen. Aber eine gleiche Bezahlung ist nicht die Konsequenz von gleicher Leistung, sondern vielmehr ein Parameter der gleichen Förderung fĂŒr alle.“ Meine neue FRÜF-Kolumne fĂŒr WebDE ist online und hier könnt ihr sie lesen.

Der doppelte British Ladies‘ Football Club

Es ist weithin bekannt: Der British Ladies‘ Football Club wurde in den 1890er Jahren von Nettie Honeyball gegrĂŒndet. Weniger bekannt ist aber, dass er zeitweise doppelt existierte. Aber eins nach dem anderen … In der lĂ€ndlichen Form des Fußballs, die es z.B. im Shrovetide Football heute noch gibt, spielten natĂŒrlich auch Frauen. Englischer und schottischer Frauenfußball in den 1880er und frĂŒhen 1890er Jahren Eines der ersten Frauenfußballspiele (im modernen VerstĂ€ndnis) fand 1881 in Schottland statt. Helen Matthews, die wir gleich wieder treffen werden, grĂŒndete in jenem Jahr eine Fußballmannschaft unter ihrem Pseudonym. Am 7. Mai 1881 fand in der Easter Road in Edinburgh ein inoffizielles Frauenfußball-LĂ€nderspiel statt, das von 400 bis ĂŒber 1000 Zuschauern besucht wurde. Je nach Quelle variieren die angegebenen Zahlen betrĂ€chtlich. Eine englische Mannschaft (aus London) spielte gegen „Graham XI“ als schottische Mannschaft (aus Glasgow). Laut einem Zeitungsbericht in Schottlands bekanntester Tageszeitung, dem Glasgow Herald, waren die Spieler etwa 18 bis 24 Jahre alt und zeigten, dass sie Fußball spielen konnten, so das wohlwollende Urteil der Journalisten. A rather novel football match …

Frauenfußball in Deutschland vor ĂŒber 50 Jahren

Frauenfußball wurde in Deutschland vor 50 Jahren vom DFB erstmals zugelassen. Das feiert der Verband im Jahr 2020. Dabei existierte auch in Deutschland vor 1970 schon Frauenfußball. Das zeigt sich schon allein daran, dass der DFB 1955 Frauen verbat, Fußball zu spielen. Warum hĂ€tte er etwas verbieten sollen, was es damals praktisch nicht gab? Provokativ formuliert: Der DFB sollte nicht „50 Jahre Frauenfußball“ feiern, sondern „vor 50 Jahren waren wir offen genug, um Frauenfußball zuzulassen“. Aber … Auch das ist nicht wahr. Skepsis, HĂ€nseleien und Aversionen waren ab dem 31. Oktober 1970 nicht plötzlich Geschichte. Der DFB hatte vor 50 Jahren das Verbot aufgehoben, weil er um seinen Einfluss fĂŒrchtete. Denn das Verbot von 1955 bedeutete keineswegs, dass in diesen 15 Jahren keine Frauen Fußball spielten. Ganz im Gegenteil. Frauenfußball in Deutschland 1970 Ende der 1960er Jahre wuchs der Druck auf den DFB immer mehr. Da sich in diesem Bereich getrennte VerbĂ€nde und Strukturen entwickelt hatten, war der DFB gezwungen, umzuziehen, wenn er die Sache nicht endgĂŒltig aufgeben wollte. Man stelle sich vor: Der Stausee …