Alle Artikel in: Regelgeschichte

Warum Regeln nicht immer fair sein können

Ein paar Gedanken. Gesetz ≠ Gerechtigkeit. Ein Gesetz ist normiert und daher objektiv, Gerechtigkeit ist ein moralischer Wert und daher subjektiv. Interpretationen, Auslegungen sollten das Recht gerechter machen. – Stichwort „Geist des Spiels“. – Sie machen aber auch die Regeln „subjektiv“. Stichwort „Grauzone“. Das bedeutet, dass dies fĂŒr eine Person fair ist, oder zumindest die fairste Möglichkeit innerhalb der Grenzen der Regeln – und im Hinblick auf das Spiel. FĂŒr eine andere Person ist es nicht fair. Es kann also nicht nur von Schiedsrichter zu Schiedsrichter unterschiedlich sein.

Gedanken ĂŒber die Handspiel-Regel

Die Frage nach dem Handspiel ist eigentlich sehr philosophisch. Ich habe es immer noch nicht geschafft, es umfassend, aber auch knapp und verstĂ€ndlich niederzuschreiben. Selbst wenn ich es jetzt nur skizziere, wird es lang sein. Erstens: Die Diskussionen ĂŒber das Handspiel sind nicht neu, es gibt mehr und weniger davon. Auch der Fokus Ă€ndert sich immer wieder. Mit dem Abseits verhĂ€lt es sich ĂŒbrigens genauso. Auf der einen Seite haben sich Abseits und Handspiel kaum wesentlich verĂ€ndert. Die kleinen Änderungen und Klarstellungen spiegeln eine Art Zeitgeist wider. Der besagte Schwerpunkt der Diskussionen. Ganz am Anfang (1860er Jahre) gab es die Frage des Laufens mit dem Ball. Der Fußball wurde mehr und mehr in (Verbands-)Fußball und Rugby unterteilt. Dies dauerte einige Jahre, denn obwohl das Laufen 1863 in den FA-Regeln verboten wurde, blieb der Faire Fang bis 1871 erlaubt. In den 1930er Jahren kam in einigen LĂ€ndern wie Deutschland und den Niederlanden ein völlig neuer Begriff auf: Die Schutzhand. Und die Diskussionen flammten mehrere Jahre lang auf. Erlaubt wegen Schutzreflex? Nicht erlaubt, weil man sich auch …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln historisch im Quiz #01

Ein historisches Regelquiz Die Fußballregeln gibt es seit bald 200 Jahren. Und Regelfragenquiz gibt es zuhauf, um das Wissen ĂŒber die aktuellen Regeln abzufragen. Aber historische Quiz ĂŒber die Fußballregeln der letzten 150-200 Jahre gibt es noch nicht. Bis jetzt. In loser Folge gibt es hier bei Nachspielzeiten nun kurze Quiz zu den Fußballregeln der letzten Jahrzehnte. Und wen die HintergrĂŒnde der Antworten interessieren, findet am Ende des Quiz ein pdf, dass diese einordnet und erklĂ€rt. Viel Spaß mit Quiz Nummer 1.

Handspiel: Absicht im Licht des deutschen Strafrechts

Handspiel und Absicht „Die Absicht ist wesentlicher Bestandteil fĂŒr das Urteil“ – dieser Satz aus einer Schiedsrichter-Zeitung um 1930 galt damals und heute nicht nur fĂŒr die Handspielregeln, sondern auch unfaires Spiel und die Unterscheidung in passives und aktives Handspiel. Er eröffnet die Möglichkeit des Ermessens oder – in Fußballsprache – des Ermessensspielraumes. Bestrafen oder nicht bestrafen, das ist hier die Frage und die Ursache fĂŒr zahlreiche Diskussionen. Als außenstehende Person kann man nicht beurteilen, ob eine Person bewusst oder unbewusst, wissentlich oder unwissentlich ĂŒber den Ausgang der eigenen Handlung etwas tat. Der deutsche Begriff „Absicht“ beim Handspiel blieb ĂŒber all die Jahrzehnte bestehen, wĂ€hrend in der rechtsrelevanten englischen Form drei verschiedene Begriffe verwendet wurden: wilfully, intentionally und deliberately. Und diese drei Begriffe lassen sich zwar alle mit „absichtlich“ ĂŒbersetzen, unterscheiden sich aber in dem Grad der bewussten Handlung. Eine Unterscheidung, die auch das deutsche Strafrecht und Zivilrecht kennt: Vorsatz und FahrlĂ€ssigkeit, die wiederum unterteilt werden. Das Wort „Absicht“ wird gar nicht verwendet – ist aber durchaus gemeint. Vorsatz und FahrlĂ€ssigkeit im Strafrecht und Zivilrecht …

Die Achillesferse des Fußballs

Nicht erst dieser Tage fragen sich manche, worin der Sinn und Zweck der Abseitsregel ist. Auch schon 1924 fragte sich Felix Schmal, Leser der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung genau das. Kurz bevor die Abseitsregel etwas geĂ€ndert wurde (aus „weniger als drei Gegenspieler“ wurde „weniger als zwei Gegenspieler“), schreibt er mit ordentlich Pathos ĂŒber „Die Achillesferse des Fußballs“: „‚Wozu, fragen wir, ist eigentlich die ’Abseits’-Regel gut? Ist ihr Nutzen wirklich so groß, daß er die unleugbaren Nachteile aufwiegt? Fast könnte man meinen, die Regel sei eine Erfindung des Teufels und nur zu dem Zwecke geschaffen, Spieler zu Verzweiflung zu bringen, Zuschauer zu Skandalen aufzureizen und Schiedsrichtern zu PrĂŒgel zu verhelfen. Zweifellos ist keine andere Regel so sehr wie diese geeignet, Anlaß zu IrrtĂŒmern zu geben, und zwar aus dem einfach Grunde, weil die Frage schwer theoretisch noch schwerer aber praktisch zu lösen ist, und es nur wenige Schiedsrichter gibt, die die schier ĂŒbernatĂŒrliche Eigenschaft haben, die Regel fast fehlerlos zu handhaben. Wozu sind nun die Fußballgesetze mit dieser unglĂŒckseligen Regel belastet, die schon soviel Unheil angerichtet hat?’.“ Die …

Foto: twitter/@bayerndusel

Zwei Schiedsrichter auf einem Spielfeld

VAR – Ein Akronym, das manchen Fan, Spieler:in oder Teamoffiziellen direkt auf die Palme bringt. Dass das Amt nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig wird, ist vielen klar und so kursiert neben den VorschlĂ€gen, wie man seine Kompetenzen Ă€ndern könnte auch der Vorschlag, stattdessen einen zweiten Schiedsrichter auf dem Spielfeld einzufĂŒhren.

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Karten im Fußball – wann wurde sie eingefĂŒhrt?

Karten im Fussball wurden erst Ende der 1960er Jahre eingefĂŒhrt. Verwarnungen und Platzverweise wurden mĂŒndlich ausgesprochen. Dies war bei internationalen Spielen aufgrund von Sprachbarrieren nicht immer einfach. Bei der Weltmeisterschaft 1966 versuchte der deutsche Schiedsrichter Rudolf Kreitlein vergeblich, den argentinischen Spieler Antonio RattĂ­n vom Platz zu schicken. Doch dieser RattĂ­n konnte oder wollte es nicht verstehen. Er war einen ganzen Kopf grĂ¶ĂŸer als Schiedsrichter Kreitlein (der nur 1,60 m / 5’3“ maß) und musste schließlich von der Polizei vom Spielfeld begleitet werden.

Winchester Game

Das Spielfeld des Winchester Game muss fĂŒr unsere heutigen Augen sonderbar ausgesehen haben. Aber nicht nur das Spielfeld, auch die Anzahl der Spieler und des Ballgewichts unterscheiden sich vom heutigen Fußballspiel. Dennoch ist es eine Vorform dessen.

Harrow Game

Das Harrow Game hat gewisse Eigenheiten auf Grund des tonhaltigen Boden, der oft feucht oder nass war. Deshalb muss das Spiel schnell sein, sonst drohte der Ball nicht spielbar zu werden und im Boden festzustecken.

Spielregeln des VBB (1900)

Ein Jahrzehnt nach den Spielregeln des Bundes deutsche Fußball-Spieler von 1890/1892 gab es im Verband Berliner Ballspielvereine neue Fußballregeln, die verbandsweit galten. Sie sind wesentlich umfangreicher als die Regeln des Bundes deutscher Fußballspieler und Ă€hneln deutlich den DFB-Regeln von 1903 und damit den Laws of the Game. Ausnahmen sind das Hochwerfen des Schiedsrichterballes statt dem Fallenlassen des Balles und der Einschub, dass ein Strafstoß nur gegeben werden kann, wenn die gegnerische Mannschaft das unfaire Spiel reklamiert.   Das Regelwerk 1 [Spielfeld] Der Spielraum soll höchstens 180 Meter lang und 90 Meter Breitsein (das Minimum ist 90 Meter mal 45 Meter) und muß an den vier Ecken mit Fahnen  (Eckfahnen) abgegrenzt sein. Die Tore bestehen je aus zwei 7ÂŒ Meter auseinander stehenden senkrechten Stangen, 2,40 Meter hoch, welche durch eine Querstange oder auch durch einsstraffe Schnur verbunden sind. Diese Tore stehen in der Mitte der Breitseiten. Eine Linie soll 11-Meter vor jedem der Tore, parallel mit den Mal- oder Torlinien, markiert werden (am einfachsten geschieht dieses durch Aufstellen von Fahnen an den LĂ€ngsseiten), auch muß die Mitte …

Die Spielregeln des Bundes deutscher Fußball-Spieler von 1890/1892

Der Bund der Fußball-Spieler wurde am 4. November 1890 in Berlin gegrĂŒndet und bereits 1892 aufgelöst. Er wurde von Berliner Fußballvereinen gegrĂŒndet, sollte aber ein deutschlandweiter Verband werden – dazu kam es aber nicht. Grund fĂŒr die Auflösung waren die schon bei der GrĂŒndungsveranstaltung deutlich zu Tage tretenden Meinungsverschiedenheiten, ob auch auslĂ€ndische FunktionĂ€re und Vereine mit auslĂ€ndischen, d.h. vor allem englischen Spieler, aufgenommen werden oder nicht. Und, ob der Fußball die deutsche (meint: nationalistische) MentalitĂ€t adaptieren mĂŒsse. Da der Vorsitzende der nationalkonservativen BFC Germania 1888 Vorsitzender des BdF wurde, war die national(istisch)e Ausrichtung zwangslĂ€ufig. Dieses Ansinnen ließ sich jedoch weder durch den BDF, noch durch spĂ€ter gebildete regionale VerbĂ€nde realisieren, sodass das Verbandsgebiet auf den Großraum Berlin beschrĂ€nkt blieb. Die internationalen Vereine organisierten sich 1891 im Deutschen Fußball- und Cricket Bund  mit der Spiel und Sport als Vereinszeitung und diese Herauslösung war letztendlich Grund fĂŒr die Auflösung des Bund deutscher Fußballspieler.   Das Regelwerk I In der LĂ€nge 120 Schritt, in der Breite 60 Schritte exkl. 7 Schritt Torbreite (die Querstange 8 Fuß von der …

Deutsche Fußballregeln 1903 – Eine Einordnung

Beim Lesen der „Fussball-Regeln des Deutschen Fussball-Bundes. GĂŒltig ab 15. September 1903.“ wird vielleicht auch euch aufgefallen sein, dass sie im Vergleich zu den Laws of the Game des IFAB teils altmodisch sind. An anderen Stellen wiederum recht aktuell. Warum der Verfasser oder die Verfasserin nicht die aktuellen Regeln unverĂ€ndert ĂŒbernahm, vermag ich nicht zu sagen. Es gibt auch kein Jahr, an dem sich die Person sich orientierte. Sie gibt an, dass die Spielfeldmarkierung nicht auf den Rasen aufgebracht worden ist, dabei wird es in England seit 1883 vorgeschrieben. Andererseits ĂŒbernimmt sie die Anzahl der Spieler von acht bis elf pro Mannschaft, was erst 1897 festgelegt wurde. Wenn die Regeln auch wahllos zusammengeschrieben scheinen, trĂŒgt dieser Schein. TatsĂ€chlich waren fast alle Regeln 1901 und 1902 gĂŒltig. Anders ausgedrĂŒckt: Es sind drei Regel(teile) 1902 nicht mehr in den Laws of the Games, die hier noch genannt werden, nĂ€mlich: die Strafstoßlinie 11 m parallel zur Torlinie statt der Strafstoßpunkt dass das Markieren des Spielfeldes nicht notwendig ist dass eine Berufung an der Schiedsrichter möglich ist. Letztes ist verwirrend, …

Deutsche Fußballregeln 1903

„Fussball-Regeln des Deutschen Fussball-Bundes. GĂŒltig ab 15. September 1903. [Abschrift des Abdrucks der Regeln im Deutschen Fussball-Jahrbuch fĂŒr die Saison 1904/05. S. 15-21. Es handelt sich ganz offensichtlich nicht um eine Übernahme der fĂŒr die Saison 1903/04 gĂŒltigen IFAB-Regeln, wie direkt in § 1 ĂŒber die Spielfeldmarkierungen ersichtlich ist: Durchgehende Elfmeterlinie, Torraum wird durch zwei Halbkreise um die Torpfosten definiert wurden in den Laws of the Game bereits 1901 durch Strafstoßpunkt und den rechteckigen Torraum ersetzt. Meines Wissens datiert das erste Regelwerk, dass der Spielausschuss des DFB herausgab, von 1905. Wer diese DFB-Regeln erstellte und warum er sich offenbar an IFAB-Regeln der 1880er Jahren orientierte, vermag ich noch nicht zu sagen.  Textformatierungen können mangels Umsetzung in WordPress nicht unverĂ€ndert ĂŒbernommen werden. DafĂŒr kommen im Originaltext auffĂ€llig viele Tippfehler vor, die hier zwecks besserer Lesbarkeit erbessert wurden.]   § 1. Spieleranzahl, Spielfeld, SpielgerĂ€te, Spieldauer. Das Spiel wird mit 11 Mann auf jeder Seite ausgefĂŒhrt; mehr als 3 Mann dĂŒrfen auf keiner Seite fehlen. Das rechteckige Spielfeld muss 100-110 m lang und 65-75 m breit sein; die Grenzen des …

Es VAR einmal … Eine kurze Geschichte des Videobeweises

WĂ€re das hier ein MĂ€rchen, dann wĂ€re der Videobeweis ein magisches Zeichen (ihr wisst schon, welches) und ĂŒber dessen AusfĂŒhrungsberechtigung einerseits eine in Rauch gehĂŒllte Gestalt (der Geist des Spiels) und andererseits eine bebrillte, penible Person mit erhobenem Zeigefinger (Fehlentscheidnix)  diskutieren. Aber der Videobeweis ist kein MĂ€rchen. Es gibt ihn wirklich – und wirklich lange hat man fĂŒr und wider ihn diskutiert. Kommt mit auf die Tatsachenreise mit den wichtigsten Ereignissen rund um den Videobeweis. Die Geschichte des Videobeweises ist auch eine Geschichte des Einsatzes von Foto-, Video- und Televisionstechnik und ganz besonders der Zeitlupe Ziel der Filmemacher der Zwischenkriegszeit war es, das technische Können zu zeigen und bei Menschen, die nicht vor Ort an dem Sportereignis teilnehmen konnten, einen sichtbaren Eindruck zu vermitteln. Das Ă€nderte sich noch nach dem 1. Weltkrieg, als hinlĂ€nglich bekannt war, was per Fotografie und Film möglich war. Neue GeschĂ€ftsidee wurde es in England beispielsweise, bei Fußballspielen Schiedsrichterentscheidungen durch die neue Technik der Zeitlupe in Frage zu stellen und Relevanz und Nachfrage zu schaffen. So wurde auch das Finale des …

Inhaltsverzeichnisse – Deutsche Schiedsrichter-Zeitung und DFB-Schiedsrichter-Zeitung

Hier ergĂ€nze ich nach und nach die Inhaltsverzeichnisse der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung (1919 von Carl Koppehel gegrĂŒndet) und der DFB-Schiedsrichter-Zeitung (1926 von Simon Rosenberger gegrĂŒndet), ab Oktober 1931 „DFB-Schiedsrichter-Zeitung, vereinigt mit Deutsche Schiedsrichter-Zeitung. Alleiniges amtliches Organ der Schiedsrichter des Deutschen Fussball Bundes“ herausgegeben von Carl Koppehel, da Simon Rosenberger im September 1931 an einem Herzinfarkt verstarb. Noch sind es nur wenige JahrgĂ€nge und nicht alle sind komplett. Das soll sich aber im Laufe der Zeit Ă€ndern. Je Jahrgang ist das Inhaltsverzeichnis im pdf-Format verlinkt, auf das man per Klick auf das jeweilige Jahr gelangt. So kann man auch leicht das Verzeichnis abspeichern. Short form in English: Here an overview of the tables of contents of the „Deutsche Schiedsrichter-Zeitung“ and „DFB-Schiedsrichter-Zeitung“ will be created. There are still only a few, yet, and not all years are complete, but this will change in the course of time. By clicking on the respective year, a pdf document with the complete table of contents of the year opens. So you can also save the document. The table of contents is in German, …

„Die ‚Schutzhand‘ wird vermutlich noch lĂ€nger diskutiert werden.“

Es gibt keine Schutzhand. Es gibt sie nicht und es gab sie nicht. Das wiederholen Collinas Erben, Alex Feuerherdt und Klaas Reese, auch in Folge 99 abermals. Ich erinnerte mich beim Hören, dass der Begriff in einer der Schiedsrichter-Zeitungen, die ich durchgesehen hatte, vorkam und fand in meinen Notizen, dass der Begriff um 1930 aufgekommen zu sein scheint.

Wie Trautmann spielte

Am 14. MĂ€rz 2019 kam Trautmann (Originaltitel: The Keeper) in die Kinos. Der Film erzĂ€hlt das Leben von Bert Trautmann, der als TorhĂŒter von Manchester City weltweit berĂŒhmt wurde und 2004 von Queen Elizabeth II. fĂŒr seine Meriten als Fußball um die deutsch-englische VerstĂ€ndigung als OBE aus. Er verstarb 2013. Von 1949 bis 1964 spielte Bert Trautmann fĂŒr Manchester City. Wer erwartet, dass ich ĂŒber die VerĂ€nderungen des TorhĂŒterspiels wĂ€hrend dieser Jahre schreibe, der hat den gleichen Gedankengang wie ich und muss ernĂŒchtert feststellen: In diesen 15 Jahren betraf keine der RegelĂ€nderungen das Spiel des TorhĂŒters. Es ist zugleich die zweitlĂ€ngste Phase ĂŒberhaupt, in der sich fĂŒr TorhĂŒter nichts Ă€nderte. An dritter Stelle steht die Phase zwischen 1980 (TorhĂŒter/in darf sich bei der AusfĂŒhrung des Strafstoßes auf der Torlinie bewegen) und 1992 (Verbot des RĂŒckpasses). Die lĂ€ngste Phase ist die aktuelle, denn seit der Änderung der Vier-Schritte-Regel zu der Sechs-Sekunden-Regel (2000) hat sich fĂŒr TorhĂŒter nichts mehr geĂ€ndert. Eine gewisse Änderung wartet aber ab der Saison 2019/20 auf sie: Wenn sie den Abstoß ausfĂŒhren, muss …

Fußballregelfragen von 1940

In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmĂ€ĂŸig Fragebogen samt Antworten fĂŒr Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis ĂŒberprĂŒfen wollen. Das könnt ihr nun auch! Teil 1 mit Fragen zu den Regeln von 1929 ist bereits erschienen, nun geht es an Regelfragen aus dem Jahr 1940. Mittlerweile wurden die Laws of the Game neustrukturiert und musste von allen ĂŒbernommen werden. Auch gab es innerhalb Deutschlands keine Unterschiede zwischen den VerbĂ€nden, denn durch die nationalsozialistische Diktatur gab es keine Unterschiede mehr. Dennoch: Die deutsche Auslegung der Regeln lĂ€sst sich aus den Antworten herauslesen. Heute geht es also in das Jahr 1940 und auch hier: Die Antworten sind jeweils hinter dem Spoiler-Bereich versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Im Gegensatz zu 1929 sind die Fragen und Antworten Teil einer Reihe, genauer gesagt die 8. und 18. Folge. Im Original sind es die Fragen 319 bis …

Fußballregelfragen von 1929

Teil 1 In der Deutschen Schiedsrichter-Zeitung wurden und werden regelmĂ€ĂŸig Fragebogen samt Antworten fĂŒr Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Ausbildung abgedruckt oder aber erfahrene, die ihre Regelkenntnis ĂŒberprĂŒfen wollen. Das könnt ihr nun auch! 1929 waren die deutschen Fußballregeln zwar beinahe an die Laws of the Game des IFAB angeglichen, aber die Auslegung der Regeln unterschied sich mitunter von denen auf der britischen Insel und MitgliedslĂ€ndern der FIFA (die ebenfalls eigentlich an die Laws of the Game gebunden waren) und auch innerhalb Deutschlands von Verband zu Verband. Also, reist heute zurĂŒck ins Jahr 1929 und schaut, wie ihr abschneidet. Die Antworten sind jeweils hinter dem SPOILER versteckt. (Es sind alle Bezeichnung im Maskulin genannt, weil ich den Beitrag von damals zitiere.) Anmerkung und sonstige Angaben von mir sind in eckigen Klammern, falls jemand die Fragen mal zitieren möchte. Und das soll es nicht gewesen sein. In einer Woche folgt noch ein Fragebogen von 1940. Viel VergnĂŒgen!   „58 Fragen fĂŒr die theoretische Schiedsrichter-PrĂŒfung im Fußball. Zusammengestellt vom Verbands-Schiedsrichter-Ausschuß im V.M.B.M. [= Verband mitteldeutscher Ballspielvereine] [Quelle: Deutsche …

Das Fußballregeln Laws of the Game Wordle 2016

Fußballregeln 2019/2020 und die historische Entwicklung

Da sind sie, die neuen Fußballregeln. Das IFAB hat heute seine Änderungen fĂŒr die Fußballregeln der kommenden Saison bekanntgegeben. Stichtag fĂŒr die neuen Fußballregeln ist der 1. Juni 2019, aber dennoch wird das Finale in der Champions League der Herren noch nach den fĂŒr die Saison 2018/19 gĂŒltigen Fußballregeln gespielt, da das Spiel ja noch dieser Saison zĂ€hlt.

Mögliche IFAB-RegelÀnderungen 2019 historisch betrachtet

Am 2. MĂ€rz 2019 wird das IFAB ĂŒber die RegelĂ€nderungen fĂŒr die Saison 2019/20 abstimmen. Die Tagesordnung gibt nur kurz wider, fĂŒr welche Regeln ÄnderungsvorschlĂ€ge eingegangen sind. Welche es genau sind, hat u.a. Chaled Nahar fĂŒr die Website der ARD Sportschau beschrieben. Und ich möchte noch einen historischen Blick auf die möglichen RegelĂ€nderungen bieten. Das IFAB Das IFAB kam zum ersten Mal am 2. Juni 1886 zusammen und bestand aus den nationalen FußballverbĂ€nden von England, Schottland, Wales und Irland (seit 1921 Nordirland). 1914 kam die zehn Jahre zuvor gegrĂŒndete FIFA hinzu und hatte zunĂ€chst zwei Stimmen (konnte so von den vier britischen VerbĂ€nden ĂŒberstimmt werden). Mittlerweile haben die vier UK-Mitglieder vier Stimmen und die FIFA vier Stimmen, wobei die FIFA einstimmig wĂ€hlen mĂŒssen. FĂŒr NĂ€heres und Weiteres siehe die schon erschienen Artikel Die Entstehung des IFAB und seine RegelwerkĂ€nderungen sowie Das IFAB 1886-1914.   Law 8 – The Start and Restart of Play: Dropped ball Dropped ball ist der englische Begriff fĂŒr den Schiedsrichterball. Nach Wunsch des diesjĂ€hrigen Vorschlags soll sich an seiner AusfĂŒhrung und …

Quellensammlung: Schiedsrichter bei Deutschlands LĂ€nderspielen 1908-1943

Eine Quellensammlung der Schiedsrichter, die LĂ€nderspiele Deutschlands zwischen 1908 und 1943 schiedsten. ZunĂ€chst die chronologische Übersicht, dann die alphabetische. A collection of all referees who refereed Germany’s international matches between 1908 and 1943. First the chronological overview, then the alphabetical one.   Chronologische Übersicht / chronological overview A = away, H = home  1908 5.4.: Schweiz (A): H. P. Devitte (England) 20.4.: England (H): P. Neumann (Deutschland) 7.6.: Oesterreich (A): G. Wagstaffe Simmons (England) 1909 16.3.: England (A): T. Kyle (England) 4.4.: Ungarn (A): H. Meisl (Oesterreich) 4.4.[!]: Schweiz (H): A. Sohn (Deutschland 1910 3.4.: Schweiz (A): H. P. Devitte (England) 24.4.: Holland (A): J. T. Howcroft (England) 16.5.: Belgien (H): H. J. Willing (Holland) 16.10.: Holland (H): H. Istance (Belgien) 1911 26.3.: Schweiz (H): H. Istace (Belgien) 14.4.: England (H): H. J. Willing (Holland) 23.4.: Belgien (A): J. P. Schumacher (England) 18.6.: Schweden (A): C. Buchwald (Daenemark) 9.10.: Oesterreich (H): H. J. Willing (Holland) 29.10.: Schweden (H): H. J. Willing (Holland) 17.12.: Ungarn (H): H. Meisl (Österreich) 1912 24.3.: Holland (A): J. T. Howcraft (England) 14.4.: …

Regelwerke um 1870 – Fußball, Rugby und Vermischtes

In Charles William Alcocks kurzer Schrift The Book of Rules of the Game of Football, hier in einer Ausgabe aus New York von 1871 online, gibt der bekannte FußballfunktionĂ€r der ersten Jahrzehnte der FA sieben aktuelle Regelwerke wieder. Nicht immer ist genannt, wann diese Regelwerke erstellt bzw. zuletzt geĂ€ndert worden waren, doch fĂŒr manche lĂ€sst es sich rekonstruieren. Es sind: FA Rules, Stand von 1870 Sheffield FA Rules, Stand von 1869 Eton Field Game, Stand von 1862 Winchester College, Stand vor 1871 Rugby School, Stand zwischen 1863 und 1870 Harrow School, Stand vor 1871 Cheltenham College, Stand vor 1871. Im Gegensatz zu den gestern veröffentlichten Vergleichen von Regelwerken der spĂ€ten 1840er, spĂ€ten 1850er, frĂŒhen 1860er Regeln und deren Vergleich bzw. Entwicklung, geht es hier auch um die Regeln des Rugbys (an der Rugby School in den 1860er Jahren) und Mischvarianten (Winchester College und Cheltenham College, zum Teil auch Eton Field Game). Ich möchte die Vielfalt des Fußballspiels der 1860er Jahre verdeutlichen, denn fĂŒr football gab es keine zwei eindeutigen Regelwerke, unterschieden in Assoziationsfußball (nach FA …

Vergleich: Regelwerke von 1847-1863

Nachdem hĂ€ppchenweisen Vergleich verschiedener Regelwerke fĂŒr Fußball ohne oder mit wenig erlaubtem Handspiel bietet es sich an, die Entwicklung der einzelnen Regeln durchzugehen. Sie sind außerdem schon in den einzelnen BeitrĂ€gen zu den Fußballregeln aufgefĂŒhrt. Die einzelnen Vergleiche: Regelwerke vom Ende der 1840er Jahre Regelwerke vom Ende der 1850er Jahre Regelwerke vom Anfang der 1860er Jahre Regelwerke um 1870 – Fußball, Rugby und Vermischtes   Spielfeldmaße Spielfeldmaße sind ĂŒberhaupt erst in den 1860er Jahren genannt. Da sie sich hier recht Ă€hneln, ist davon auszugehen, dass sie sich bereits zuvor angeglichen haben und daher auch ungeschriebene Vereinbarungen vorhanden waren.   Tormaße Nur in Eton gab es eine Höhenbegrenzung, die bereits 1847 bei 2,13 m lag und sich danach nicht Ă€nderte. Alle anderen Regelwerke kannten innerhalb dieser Zeitspanne keine Höhenbegrenzung. Die Breite des Tores variierte, sofern sie ĂŒberhaupt angegeben war. In Eton blieb sie konstant bei 3,35 m, in Harrow (1858) waren Tore 3,66 m breit, in Cambridge (1863) 4,57 m, bei der FA (1863) sogar 7,32 m. Es scheint, dass Tore frĂŒher wesentlich schmaler waren als heute. …